Der Schnee ist gegan­gen und die Stadtver­wal­tung geht auch in die Wei­h­nachtspause. Doch gab es zuvor noch eine Diskus­sion mit dem OB (eine interne Ver­samm­lung) über unseren Fall, ob uns nun ALG II zuste­ht oder nicht. Der OB schließt sich der Mei­n­ung sein­er ALG II Stelle an; man könne mir ein Dar­lehen gewähren. Was wäre die Alter­na­tive? Laut eines Mitar­beit­er des Sozialamtes der Stadt gäbe es ja noch die Möglichkeit der Bei­hil­fe als Zuschuss zum Leben, aus dem Topf der Sozial­hil­fe. Und Schwups – mein Spamde­tek­tor am Postkas­ten hat nicht angeschla­gen: Ein Brief von der Stadt. Ich erhalte jet­zt ein Dar­lehen. 

Ein Dar­lehen, welch­es ich gar nicht beantragt habe. Auch ist dies kein Ange­bot zu einem Dar­lehen. Nein, ich bekomme sozusagen einen Kred­it, ohne dass ich dazu gefragt werde und unter­schreiben musste. Als Unter­schrift zählt wohl die auf meinen ALG II Antrag – na ich hoffe nicht, nicht dass ich noch ein Kred­it von der Bank an der Ecke erhalte, ein­fach so: “Herr… Sie Sind doch in ein­er Not­lage, somit genehmi­gen wir ihnen ein Kred­it … Ja so kann es gehen; Zitat aus dem Dar­lehens­brief: “Über die Rueck­zahlungsmodal­itäten des gewährten Dar­lehns erhal­ten Sie einen geson­derten Bescheid, welch­er nach der Wider­spruchs­frist Ihnen zuge­sendet wird.” Vielle­icht denkt ja die Stadt, sie machen unser­er kleinen Fam­i­lie eine Freude zum Fest, doch ist dies keine Gewährung eines Kred­its für einen Haus­bau oder dem Umbau zum Inten­sivkind-gerechtem Wohn­raum. Hier geht es um die Exis­ten­zsicherung und diese auf der Basis von Schulden aufzunehmen, in der man nicht weiß, wie man diese wieder los wer­den soll, denn wenn ich jet­zt ein Jahr zu Hause bin (bis die Lady, vor­raus­sichtlich, in den Kinder­garten geht), würde ich über 6000 Euro Schulden machen neben meinen BAFöG und dies in ein­er Sit­u­a­tion, welche ich selb­st nicht ver­schuldet habe. Es sei denn, die Stadt ist der Mei­n­ung, ich hätte kein Kind zeu­gen sollen oder warum gebe ich meine Tochter ein­fach nicht in ein Heim für beat­mete Kinder. 6000 Euro, dass ist dann auch das Kap­i­tal, was einem fehlt, um ein behin­derten­gerecht­es Auto zu erwer­ben. 6000, obwohl einem Men­schen finanzielle Hil­fe zuste­ht, was nicht bedeutet, eine Entschär­fung der finanziellen Sit­u­a­tion, denn Schulden aufnehmen, dass kann man (fast) immer, aber sie wieder loszuw­er­den in ein­er solchen finanzieller Sit­u­a­tion ohne Gerichtsvol­lzieher…