Charlott 1 (e)

Fieber und bitte keine Rede von, jetzt geht doch endlich mal in die Klinik. Der Kinderarzt war da und starrte auf den Jungen als wollte er sagen: dass der noch lebt. Ich frage mich jedes mal bei seiner Anwesenheit, ob ich gehen soll, damit er endlich sein Stethoskop auspackt, doch wenn ich mich dann der Tür zu bewege oder meine Stimmbänder auspacke für das erste Wort, greift er zu seiner Tasche und holt die Utensilien raus. Fieber, Lunge frei, Bauch ist entspannt und, die Aufzählung endete. Er packte seine Werkzeuge ein, redete von Kulturen mit Bakterien, wenn morgen sich die Temperatur nicht unter 38 absenkt wäre ein Antibiotikum empfehlenswert.  

  „Und wie geht es ihrem Mann?“ sprang mir am Ende vom Doktor entgegen. „Gut, hoffe ich mal.“ „Ist wohl wieder auf Montage.“ „Ja.“ und ich ließ hinter ihm die Wohnungstür einrasten. Fragt eigentlich auch mal einer, wie es mir geht? Nee, der Standard lautet: „Wie geht es ihrem Kinde, dem Gemahl? Was macht denn eigentlich die Oma, kann die denn das Kind nicht nehmen? „Wie bitte? Nee kann sie nicht oder wollten sie von einer Siebzigjährigen groß gezogen werden, die..“ Ich sprach lieber nicht weiter, die Augen von der Dame beim Sozialamt starrten mich an, ihre Zunge wollten gerade ein Aber formen, doch ich war schneller mit dem Stapeln der Unterlagen und dem Verlassen des Tisches.

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