Bahn vs. behinderter Fahrgast

B

Es lässt ver­muten, dass ein Börsen­gang der Bahn und der behin­derte Reisende nicht zueinan­der passen. Vielle­icht ist diese Ver­mu­tung weit herge­holt, aber wiederum auch nicht. Denn der roll­stuhlfahrende Fahrgast bedarf eines Mehrs an Ser­viceleis­tung als der größte Teil der anderen Reisenden. Doch Ser­vice bedeutet Per­son­al und Per­son­al kostet Geld und bekan­ntlich mag ein Unternehmen, was den Börsen­gang vorhat, möglichst niedrige Aus­gaben.

Oder wie möchte man die Maß­nahme am Haupt­bahn­hof der Stadt Jena, “Jena-Paradies”, begrün­den, wenn dort kein Ein- und Ausstiegsser­vice für behin­derte Men­schen mehr bere­it­gestellt wer­den soll (siehe kobinet-nachrichten.org), wom­it die Bahn Per­son­al spart. Ist die Bahn nicht ein Dien­stleis­tung­sun­ternehmen und gehört zu ein­er Dien­stleis­tung nicht auch der Ser­vice, also die Leis­tung, um den Dienst in Anspruch nehmen zu kön­nen? Vielle­icht täuschen wir uns da und es geht der Bahn nur um den Dienst, also den fahren­den Wagen, und nicht um den Ser­vice an der Schiene und wie man mit Hand­i­cap zum und in den Wagen kommt.

Vielle­icht will die Bahn sich aber auch frühzeit­ig von bes­timmten Ser­viceleis­tun­gen tren­nen, denn wenn die Bahn und die Schiene getren­nt wird, dann stellt sich die Frage: Liegt der Ser­vice am Bahn­steig über­haupt noch bei der Bahn? Warum nicht gle­ich auf den behin­derten Reisenden verzicht­en? Schließlich, er kostet ja mehr und man zahlt als Unternehmen bei seinen Fahrschein noch drauf. Aber nicht, dass die Bahn sich damit selb­st täuscht, denn mit Ver­greisung der Gesellschaft nimmt der Anteil der Bevölkerung zu, die gehschwach oder Nutzer von Roll­stuhl sind und wenn man diesen Teil, der doch bekan­ntlich immer größer wird, zu den Busun­ternehmen drängt, dann bleibt am Ende die Kund­schaft aus und es fehlen die Ein­nah­men, wom­it bekan­ntlich der Wert des Unternehmens an der Börse fällt. Faz­it: Statt den Ser­vice für behin­derte Reisende zurück­zubauen sollte er als Investi­tion aus­ge­baut wer­den, damit die Bahn für die Masse der älteren Mit­bürg­er attrak­tiv bleibt.

Kom­mentare:

Von Chris­tiane von www.behindertenparkplatz.de Den Mehrbe­darf an Ser­vice verur­sacht die Bahn nicht zulet­zt selb­st. Wären ihre Züge bar­ri­ere­frei, bräuchte ich gar kein Ser­vi­ceper­son­al, um mit der Bahn zu fahren. Und vie­len anderen behin­derten Reisenden geht es ähn­lich. Der Börsen­gang bietet für behin­derte Men­schen zumin­d­est eine Chance: Wenig­stens eine Aktie kaufen und auf der Aktionärsver­samm­lung sprechen. 😉

Syrabo: Ich hoffe auch, dass es klappt. Hinzu kön­nte dies auch mal ein “Test­lauf” sein für das Gle­ich­be­hand­lungs­ge­setz. Let­z­tendlich kann zum Beispiel der Sicher­heits­di­enst, wenn die sowieso am Gleis sind, die Auf­gaben mit übernehmen. Doch durch die Sub­un­ternehmenkul­tur ist dies wieder “umständlich”. Zumin­d­est hat sich hier die Bahn nicht den richti­gen ICE-Bahn­hof aus­ge­sucht zum Abbau, denn er wird wohl nicht ohne steti­gen Wider­stand ver­laufen.

Out­sider outsiderblog.wordpress.com/: Alles eine Frage der Ein­stel­lung zur Behin­derung und der Geset­zge­bung. In den USA, die ja nun wirk­lich prof­i­to­ri­en­tiert sind, ist die Bar­ri­ere­frei­heit vor­bildlich. Und in unseren Nach­bar­län­dern ist es auch bess­er als in Deutsch­land. Deutsch­land muss mit dem Gle­ich­be­hand­lungs­ge­setz gezwun­gen wer­den, dann klappt’s auch mit der Bar­ri­ere­frei­heit. Hof­fentlich.

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