Charlott 1 (h)

Die Augen schließen, einfach nur die Augen schließen und dieses ganze… Ich kann nicht zurück schauen, in das Zurück vor zwei Jahren, wo Fritz auf der Intensivstation lag. Der kleine Mann und überall an seinen Körper hingen Schläuche, an seinen Arm, der Hand, dann in die Nase. Fritz. Aufgeqollen, überall in der Haut zog sich das Wasser hinein, dehnt ihn auf zu einem Kind mit Fettsucht. Aber es ist nur Wasser, welches er nicht mehr los liess. Die Technik, an den sein Leben hing, alarmierte, die Schwester kamen gerannt, schoben mich beiseite, so wie ich meine Träne einfach beiseite schieben wollte.

„Kommen sie klar damit?“ oder „Brauchen Sie Hilfe?“ folgte den Gesprächen hinterher. Ich brauchte Ruhe, einfach Ruhe, Zeit und eine Zigarette. Gebt mir eine Zigarette. Überall in der Klinik herrschte Rauchverbot und doch Fritz, ich konnte ihn nicht alleine lassen. Der Hunger nach dem Nikotin verzog sich. Dann, nach Tagen Fieber, dem x-ten Wechsel der Antibiotika, die Frage nach den Wohin, wohin soll seine Reise gehen? Ins Grab, doch dafür, dafür waren wir nicht bereit. Werner hatte sich frei genommen von der Arbeit und verneinte diese Antwort wie ich. Nicht Fritz, bitte noch nicht. Wir unterschrieben den nächsten Fahrplan, alles soll getan werden.

Am nächsten Morgen war er aus seinen Zimmer verschwunden, in den OP. „Ihr Sohn bekommt gerade einen Luftröhrenschnitt.“ erklärte ein Kittelträger, „seine Nase fing plötzlich stark zu bluten an. Glauben sie mir, es war die einzige Entscheidung.“

Die einzige Entscheidung, für was, für sein Leben? Ich wollte ihn Werner seine Arme, doch Werner war erstarrt. Luftröhrenschnitt. Später, später kam dann heraus, es war die einzige Entscheidung. „Sein Kehlkopf war so stark geschwollen, dass er nicht weiter über den Mund beatmet werden konnte. Eine Tracheotomie war leider unausweichlich geworden, sonst wäre er gestorben.“

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