Wenn der Widerspruch nicht ankommt

Heute kam Post von der BKK. Nun unser Widerspruch gegen die Ablehnung der Hospizpflege vom November 2007 sei nicht angekommen. Wie? Nicht wie, sondern ich habe eh schon mal auf den Tag gewartet, dass ich diese Aussage schwarz gedruckt auf weißem Papier lesen werde. Schließlich bei der Menge an Briefverkehr und auch Widersprüchen muss ja mal ein Schriftstück nicht in der Akte landen. Aber diese Aussage kommt erst, nachdem ich explizit den Bearbeitungsstand nachfragte in dieser Woche.

Meine Anfrage oder Hinweis davor befand sich im Widerspruch zur Ablehnung der Hospizpflege Nr. 3 für den April diesen Jahres. Nachteil, so meint der Jurist, sei, ich hätte es nur gefaxt. Ja leider, doch bisher ging alles gut mit dem Faxgerät und der Verbindung nach Düsseldorf, sowie die Widersprüche wurden auch immer als Fax akzeptiert. Schließlich, ein Brief kann auch nicht ankommen, wenn er nicht gerade per Einschreiben auf die Reise geht. Nun und was heißt dies? Einmal heißt es, sich zu ärgern und die Sache nicht auf sich beruhen zu lassen, sondern ein Schreiben aufsetzen und auf diesen „Tatbestand“ hinweisen.

Außerdem wäre es doch fast ein Wunder für die Kasse, dass wir keinen Widerspruch eingelegt hätten, denn so stellt sich mir langsam die Frage, ob ein Widerspruch nicht langsam zum System der Kommunikation gehört und irgendwie ein Selbstläufer geworden ist. Also Alltag, so würde es sicherlich jemand anderes betiteln. Aber der Brief heute kam auch mit der Frage, ob wir unseren aktuellen Widerspruch zur letzten Ablehnung der Hospizpflege ruhen lassen wollen wegen der laufenden Klage. Ich selbst glaube, dies geht nicht, da jeder Hospizaufenthalt, wie jeder Krankenhausaufenthalt, immer eine separate „Angelegenheit“ ist. Daneben sind die Richtlinien über die Palliativversorgung auch erst jetzt in Kraft getreten, welche Grundsätze darstellen und vielleicht haben wir ja jetzt eine Chance vor dem Widerspruchssausschuss der Krankenkasse oder heißt dies, dieser Ausschuss wird auch diesmal unseren Widerspruch, obwohl er „weitere“ Argumente beinhaltet, einen fetten Daumen nach unten zeigen? Sprich, wir haben eh keine Chance, außer dass wir die Entscheidung vom Sozialgericht abwarten in ein oder drei Jahren. Und dies stellt auch noch ein Problem dar, denn mit dieser Wartezeit kann unsere häusliche Situation auf Dauer nicht stabilisiert werden. Wenn dann unser Kind stirbt und wir „zufällig“ mit dem spontanen Todesereignis im Hospiz sind, dann gibt es auch keine Hospizpflege. Oder wir bekommen keinen Aufenthalt mehr, weil die Kostenlage ungeklärt ist, obwohl es bei den anderen Kindern mit dem gleichen Syndrom, von denen wir erfuhren, damit klappt.

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