TV: Der Suizid und das Zeigbare

Nun, dass der assistierte Suizid und der Profit nahe neben einander stehen, sollte spätestens jetzt klar werden, wenn der Suizid von Craig Ewert im nächsten Fernsehkanal, diesmal in DE, gezeigt wird. Die Einschaltquoten bringen es, spätestens nach der Sendung ist man als Sender durch die andere Presse im Munde. Eine ethische Grenze vom Zeigbaren gibt es nicht mehr und dann wundert sich die Welt, wenn ein 19 Jähriger Jugendliche mit Depression sich vor laufender Webcam das Leben nimmt und keiner der Zuschauer (es sollen 1500 gewesen sein) „schreitet“ ein …  

Ist es dann nur noch eine Frage der Zeit, bis der assistierte Suizid im Live-Fernsehen kommt? Schließlich reicht es nicht mehr aus Dokus zu drehen, wo Eltern unter Tränen versuchen ihre Kinder vor der Kamera gerade zu „biegen“. Die Leute vor dem Bildschirm brauchen wohl einen härteren Kick, um auf die nötige Konzentration zu kommen vor der Kiste, um eine Sendung von Anfang bis Ende, inklusive Werbung, zu schauen und diesen „Kick“ muss man wohl bedenkenlos bedienen, damit man als Sender auch geschaut wird. Der Tod und das Sterben, es wird wohl weiter ein Tabuthema bleiben, da der Zuschauer sicherlich nur das an sich heranlässt, was er sehen will und er vielleicht auch immer im Zweifel mit sich steht, ob das Gezeigte auch wahr ist, da eine ethische „Schallmauer“ durchbrochen wird, wenn es Wirklichkeit wäre.

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