Kasse zahlt nicht – erst mal Krankenhaus, Kinderhospiz oder Heim?

Stre­it mit der Krankenkasse gehört beim Inten­sivkind, also einem Kind mit einem beson­deren Pflegeaufwand, wohl ein­fach dazu. Bei uns ist es aktuell die Hos­pizpflege (mit Pri­or­ität eins). Bei ein­er anderen Fam­i­lie, deren BKK auch ihren Sitz  in Nor­drhein-West­falen hat, ist es die Finanzierung des Pflege­di­en­stes. Denn den haben sie gewech­selt, wie man lesen kann in der NWZ-Online (Kasse zahlt nicht für Pflege der tod­kranken Fri­da) v. 9.2.2009. Aber deren Krankenkasse lehnt die Kostenüber­nahme ab. <--break->

Der Wech­sel war nicht unbe­grün­det, denn so kündigte der alte Pflege­di­enst aus Per­son­alk­nap­pheit. Der neue, ja der neue bekommt kein Geld und dann dreht es sich wohl noch um einen hohen täglichen Stun­den­satz. Denn bei diesem kom­men wohl gute 20.000 Euro zusam­men im Monat an Kosten. Die möchte deren BKK also nicht zahlen. Der Lan­desver­band der BKK Nor­drhein-West­falen schlug vor das Kind:

” erst mal im Kranken­haus, Kinder­hos­piz oder Heim unterzubrin­gen” aus NWZ-Online (Kasse zahlt nicht für Pflege der tod­kranken Fri­da) v. 9.2.2009

Das Heim lehnt der Vater ab. Würde ich auch machen, schließlich ein vier­jähriges Mäd­chen  in einem Senioren­heim schlimm­sten­falls betreuen zu lassen, ist wohl nicht ger­ade kindgerecht. Dazu muss man eh erst­mal ein (Pflege-)Heim find­en. Die Idee mit dem Kranken­haus, nun die ist nicht allzu schlecht und ein Kinder­hos­piz wäre an sich auch okay. Doch beim Kinder­hos­piz geht gle­ich das Pflegegeld weg, wenn die Fam­i­lie es noch selb­st bekommt. Beim Kranken­haus bleibt es die ersten vier Wochen erst­mal erhal­ten. Doch ist die Ver­sorgung beim Kinder­hos­piz natür­lich opti­mal, so meine Erfahrung, liegt aber nicht vor Ort.  Aber ob deren BKK die Hos­pizpflege in NRW zahlen würde? Doch zum Glück arbeit­et der neue, sog­ar bil­ligere Pflege­di­enst erst­mal auf Kulanz. Dies geht aber sicher­lich nicht auf Dauer. Jet­zt frage ich mich noch, warum die Zeitung als Unterüber­schrift die Kosten gewählt hat:

Ver­sorgung von Vier­jähriger kostet 20 000 Euro pro Monat” ebd.

Hier geht es doch darum, dass eine notwendi­ge Ver­sorgung nicht genehmigt wird. Wie teuer dies ist, sollte nicht vor­rangig sein. Sicher­lich, die Wirtschaftlichkeit spielt eine gewisse Rolle, aber wenn man die Ver­sorgung von Schw­erkranken gle­ich mit den Kosten assozi­iert, so kann sich doch ganz schnell eine ablehnende Hal­tung ein­stellen bei dem einen oder anderen. Dies ins­beson­dere wenn eine (latente) Behin­derten­feindlichkeit schon vorhan­den ist. Jet­zt bin ich noch ges­pan­nt, wie es bei uns wer­den wird, denn im näch­sten Quar­tal wer­den wir die Pfleges­tun­den im Monat um zehn erhöhen. Das sind jet­zt keine 20.000 Euro, aber schon ein paar Hun­dert Euro mehr im Monat. Also keine beson­dere Erhöhung würde man meinen …

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