Jena, Frühförderung und ein Muss vor Ort?

J

Was wäre, wenn es auf­grund der jet­zi­gen, neuen Bedin­gun­gen für die Früh­förderung von behin­derten Kindern, es in Jena keine Früh­förder­stelle mehr gäbe? Ein Ding der Unmöglichkeit in ein­er Stadt mit 100.000 Ein­wohn­ern wür­den vielle­icht einige sagen. Schließlich, es gäbe nach dem Sozialge­set­zbuch doch ein Recht auf heilpäd­a­gogis­ch­er Früh­förderung. Ja, dies schon, wenn es da heißt:

(1) Heilpäd­a­gogis­che Leis­tun­gen nach § 55 Abs. 2 Nr. 2 wer­den erbracht, wenn nach fach­lich­er Erken­nt­nis zu erwarten ist, dass hier­durch 1. eine dro­hende Behin­derung abgewen­det oder der fortschre­i­t­ende Ver­lauf ein­er Behin­derung ver­langsamt oder 2. die Fol­gen ein­er Behin­derung beseit­igt oder gemildert wer­den kön­nen. Sie wer­den immer an schw­er­st­be­hin­derte und schw­er­st­mehrfach­be­hin­derte Kinder, die noch nicht eingeschult sind, erbracht. (2) In Verbindung mit Leis­tun­gen zur Früherken­nung und Früh­förderung (§ 30) und schul­vor­bere­i­t­en­den Maß­nah­men der Schul­träger wer­den heilpäd­a­gogis­che Leis­tun­gen als Kom­plexleis­tung erbracht.” § 56 SGB IX. aus bundesrecht.juris.de

<--break->

Daraus aber leit­et sich nicht ab, auch aus den anderen Para­graphen nicht, ob die Ver­sorgung vor Ort sein muss. Also ob eine Stadt in der Größenord­nung wie Jena eine Früh­förder­stelle erschaf­fen muss. Dies wäre dann eben eine Frage, wenn sich kein Träger find­et, der es machen möchte und dem bish­eri­gen Betreiber die Bedin­gun­gen für den Dienst zu schlecht sind. Er also Angst hat, es wirtschaftlich nicht bestre­it­en zu kön­nen. Nimmt man die Verord­nung zur Früherken­nung und Früh­förderung behin­dert­er und von Behin­derung bedro­hter Kinder (Früh­förderungsverord­nung – FrühV), so kommt man dem Muss zu ein­er Ein­rich­tung vor Ort schon ein Stück näher, wenn es dort heißt:

Inter­diszi­plinäre Früh­förder­stellen im Sinne dieser Verord­nung sind fam­i­lien- und wohnort­na­he Dien­ste und Ein­rich­tun­gen” § 3 FrühV aus bundesrecht.juris.de

Aber was heißt wiederum fam­i­lien- und wohnort­nah. Ich selb­st würde darunter ver­ste­hen, dass die Früh­förder­stelle keine 30 min ent­fer­nt ist und man sie gut mit öffentlichen Verkehrsmit­teln erre­icht. Eine Forderung, die sich auch auf die Bevölkerungs­dichte auf einem Ort oder Umkreis bezieht, wäre für mich aber ein­deutiger. Denn aus der Bevölkerungs­dichte kön­nte man einen Bedarf ableit­en: bei 50.000 Ein­wohn­ern mit XXX Kindern haben XX Kindern einen erhöht­en Förderbe­darf. Doch wozu möchte ich hier eine Antwort? Es geht, wie die let­zten Tage an sich, um die Phys­io­ther­a­pie in der inte­gra­tiv­en Kita unser­er Lady. Die soll in Zukun­ft über inter­diszi­plinäre Früh­förder­stellen laufen, so heißt es. Der Grund sei, weil so die Krankenkassen dann diese Leis­tung auch bezahlen wür­den. Doch ste­ht hier­bei noch vieles im Kon­junk­tiv, da es noch ver­schiedene Hür­den gibt. Aber ein richtiges Prob­lem wäre es, wenn es plöt­zlich keine Früh­förder­stelle mehr gäbe in Jena. Dazu auch nie­mand von der Stadt ein Muss sieht, diese zu erschaf­fen oder eben die beste­hende zu erhal­ten. Schließlich kön­nten ja auch umliegende Stellen Jena anfahren.

Ich freu mich über dein Kommentar

Über


Ein Blog, kleine "Skizzen" aus dem IntensivZimmer, der Führung in der Pflege, als pflegende Angehörige, dass DrumHerum, wie die Pflege "lebt", ihr gut tut, die Teilhabe wie in der Schule, was die Kranken-, die Sozialkassen ... Wir mitten drin mit der Linn, unserer IntensivLady ...

Archive

Kategorien

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden. Mehr Infos findest Du hinter Datenschutzerklärung

Schließen