Eltern eines kranken Kindes: Einbezogen vs. unterstützt

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Ein­be­zo­gen vs. unter­stützt – Zwei Begriffe und was macht deren Unter­schied aus? Let­ztens bin ich bei ein­er Diskus­sion, bei der die pal­lia­tive-hos­pi­zliche Ver­sorgung von Schw­er­stkranken im Vorder­grund stand, auf die Ver­wen­dung der bei­den Wörter gestoßen: Ein­be­zo­gen wer­den soll­ten in der Hos­pizarbeit die Ange­höri­gen. Es ist ein Leitgedanke der Arbeit. Das Wort „unter­stützt“ wurde nicht ver­wen­det. Der Grund: Ein­be­zo­gen ste­he hier über unter­stützt. Zuerst kon­nte ich mit der Argu­men­ta­tion mit­ge­hen, doch dann wurde mir klar: Ein­be­zo­gen kann, je nach Kon­text, über unter­stützt ste­hen, doch ist seine Bedeu­tung bre­it­er. Dies im Sinne: Von unter­stützt bis hin zum Co-Ther­a­peut und Pflegeper­son.<--break->

Vielle­icht klingt es auch noch bei Erwach­se­nen anders, als wenn man von Eltern der kranken Kinder redet, die ein­be­zo­gen wer­den sollen. Bei den Ange­höri­gen von erkrank­ten Erwach­sene heißt es vielle­icht wirk­lich, dass die Ange­höri­gen unter­stützend mit betreut wer­den. Sie wer­den bei der Ther­a­pie, der Pflege ihrer kranken Mut­ter oder dem Ehe­gat­ten ein­be­zo­gen. Sie kön­nen mitre­den, sie kön­nen mit Entschei­dun­gen tra­gen und sie bekom­men Hil­festel­lun­gen von den „Pro­fes­sionellen“. Doch bei Eltern klingt „ein­be­zo­gen“ anders. Dafür brauche ich nur auf das Beispiel Phys­io­ther­a­pie ver­weisen. Eltern wer­den ein­be­zo­gen, in dem sie angeleit­et wer­den, welche ther­a­peutis­che Übun­gen sie auch zu Hause durch­führen soll­ten. Ich möchte das „soll­ten“ beto­nen, denn so macht manch­er Ther­a­peut den Eltern auch ein schlecht­es Gewis­sen, wenn sie sich nicht an die „Spiel­regeln“ hal­ten. Es ste­he die Reha­bil­i­ta­tion und Entwick­lung des Kindes dann auf dem Spiel.

Ein­be­zo­gen heißt zwar auch für Eltern, sie wer­den an Entschei­dun­gen über die näch­sten Ther­a­pi­eschritte nicht nur informiert, son­dern es wird um ihre Entschei­dung dazu gebeten. Etwas, wenn zum Beispiel um das The­ma Rean­i­ma­tion oder maschinelle Beat­mung geht, eine Last für die Eltern wer­den kann. Ein erwach­sen­er Schw­erkranker entschei­det entwed­er selb­st oder die Ange­höri­gen ken­nen seine Mei­n­ung. Es kann natür­lich, wie z.B. bei Wachko­ma-Patien­ten, auch anders sein

Mir stellt sich sog­ar die Frage, ob man gegenüber Eltern von schw­er kranken oder behin­derten Kindern über­haupt von „ein­be­zo­gen“ noch sprechen muss oder darf? Denn ohne die Eltern kön­nen in vie­len Fällen gar keine Schritte unter­nom­men wer­den oder eben die Pflege oder Betreu­ung klappt nicht gut. Ein­mal ken­nen die Eltern ihr Kind, deren Bedürfnisse. Zum anderen wis­sen sie über den Krankheitsver­lauf, die jet­zige und frühere Leben­squal­ität Bescheid und sind gefordert bei den Ther­a­pi­en, ihr Ja oder Nein zu for­mulieren. Sie müssen einge­bun­den wer­den.

Somit bleibt in der For­mulierung, wenn man mit ein­be­zo­gen auch unter­stützt meint, nichts anderes übrig, als auch von unter­stützt zu reden. Ein­be­zo­gen meint häu­fig im All­t­ag bei den Eltern auch etwas anderes als unter­stützt.

Ich freu mich über dein Kommentar

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Ein Blog, kleine "Skizzen" aus dem IntensivZimmer, der Führung in der Pflege, als pflegende Angehörige, dass DrumHerum, wie die Pflege "lebt", ihr gut tut, die Teilhabe wie in der Schule, was die Kranken-, die Sozialkassen ... Wir mitten drin mit der Linn, unserer IntensivLady ...

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