Physiotherapie & Verordnung – Wer sagt es dem Arzt

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Ein Arztrezept, das kann schon für Wirbel sor­gen. Dies­mal geht es nicht um die Verord­nung eines Hil­f­s­mit­tels und die Frage der Ablehnung eines Solchen und dem fol­gen­den Wider­spruch bei der Krankenkasse. Nein, die let­zten größeren Verord­nun­gen in dieser „Sparte“ der Krankenkasse wur­den bejaht wie der Lifter fürs Bad oder den Hil­fen für die Kom­mu­nika­tion. Es dreht sich jet­zt auch gar nicht um den Part der Krankenkasse, son­dern um das medi­zinis­chen Zen­trum, was uns die Phys­io­ther­a­pie-Rezepte ausstellt.

Fünf mal die Woche erhält das Inten­sivkind in der Kita Phys­io­ther­a­pie. Diese Maß­nahme ist begrün­det und der Bedarf stellt auch kein bish­er Infrage. Ein Prob­lem ist neuerd­ings aber, wer darf bekan­nt geben beim Zen­trums, dass die laufende Verord­nung nur noch fünf Sitzun­gen geht und ein neues Rezept gebraucht wird für die weit­ere Ther­a­pie.

Das Zen­trum möchte jet­zt, dass wir Eltern bei Ihnen anrufen und ein neues  Rezept beauf­tra­gen. Bish­er rief die Ein­rich­tung an, rechtzeit­ig. Worin liegt hier aber der Unter­schied? Eigentlich nur darin, dass uns Eltern eine ver­mei­d­bare Auf­gabe mehr aufge­drückt wird und dies ist sog­ar mit einem Risiko behaftet. Wer anruft, ist dies nicht egal? Anders wäre es, wenn das Kind immer erst wieder dem Arzt vorgestellt wer­den müsste. Dieses ist aber aktuell nicht notwendig.

Und warum müssen wir uns Eltern bis ins kle­in­ste Detail um alles sel­ber küm­mern? Man ist doch im All­t­ag eh schon durch die ganze Bürokratie belastet. Bei den einem Amt braucht es ein neuen Antrag, dann fehlt plöt­zlich der Krankenkasse ein Rezept oder einem Home-Care-Ser­vice. Manch­mal genügt ein Anruf oder ein Fax und manch­mal braucht es auch ein Gespräch mit dem Arzt. Dies „kostet“ Zeit und Ner­ven, das Inten­sivkind hat schon seinen eige­nen Todo-Kalen­der, und trotz­dem ver­gisst man eine Auf­gabe. Dazu gesellt sich dann noch das The­ma „Rund um den Wider­spruch“.

In der „über­mächti­gen“ Bürokratie liegt auch das Risiko für die Verord­nung der Phys­io­ther­a­pie: In der Schnelle beim abholen im Kinder­garten wird einem mit­geteilt, wir brauchen ein neues Rezept. Wenn wir gegen 16.30 Uhr dann zu Hause sind, so ist häu­fig nie­mand mir im Zen­trum. Also nimmt man sich vor, denn näch­sten Tag anzu­rufen. Wie gesagt, man nimmt es sich vor, doch der mor­gendliche Stress sorgt fürs Vergessen und plöt­zlich ist es wieder Nach­mit­tag. Dann braucht man plöt­zlich für ein Medika­ment eine neue Verord­nung und man ärg­ert sich über eine Ablehnung. Das Rezept für die Phys­io­ther­a­pie hat man längst ver­drängt. Ver­gisst man es ganz, so kommt es zur unge­woll­ten Unter­brechung der Phys­io­ther­a­pie, da dass geliebte Rezept fehlt. Was ist daran falsch, wenn sich die Ein­rich­tung selb­st darum bemüht beim medi­zinis­chen Zen­trum?

Falsch wäre es, wenn nur der Patient selb­st und der Sorge­berechtigte neue Verord­nun­gen „beauf­tra­gen“ kön­nen. Doch let­z­tendlich kön­nen sie es gar nicht „beauf­tra­gen“, son­dern nur dem Arzt bekan­nt geben, das bish­erige Rezept ist nicht mehr gültig. Wenn es mit der Phys­io­ther­a­pie weit­er gehen soll, dann brauchen wir ein Neues. Der Arzt muss dann entschei­den bzw. er hat festzustellen, braucht der Patient weit­er Phys­io­ther­a­pie und verord­net gegebe­nen­falls diese.

Es ist für uns Eltern ein­fach eine nette Geste, wenn sich um solche kleinen Auf­gaben, das Fol­gerezept, die Ther­a­peuten selb­st küm­mern, wenn klar ist, die Ther­a­pie geht weit­er. Ob wir es nun den Arzt melden oder die Ein­rich­tung, stellt doch kein Unter­schied dar. Der Arzt muss eh darüber entschei­den, was notwendig ist, was nicht. Anders läge der Fall, wenn fleißige Richtlin­ien-Schreiber fix­iert haben, nur der Patient selb­st oder dessen Vor­mund darf bekan­nt geben, die Verord­nung gilt nur noch fünf Sitzun­gen. Mir ist das Beste­hen dieser Maß­gabe nicht bekan­nt und es wäre auch eine Richtlin­ie, die den All­t­ag von Schw­er­st­be­hin­derten nicht berück­sichtigt.

Um eine kon­stante Sicherung der Behand­lung zu gewährleis­ten, so braucht es auch eine Zusam­me­nar­beit aller, die ärztlich, pflegerisch oder ther­a­peutisch tätig sind. Sicher­lich, es darf hier­bei der Patient oder dessen Fam­i­lie nicht ent­mündigt wer­den. Denn die Fam­i­lie braucht auch den Überblick, was alles gemacht wer­den soll und wird. Denn let­z­tendlich trägt der Patient selb­st oder der Sorge­berechtigte wiederum die Ver­ant­wor­tung für das ther­a­peutis­che Geschehen und muss die kom­mende Ver­sorgung befür­worten und das Geschehene gegen­ze­ich­nen. 

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Ein Blog, kleine "Skizzen" aus dem IntensivZimmer, der Führung in der Pflege, als pflegende Angehörige, dass DrumHerum, wie die Pflege "lebt", ihr gut tut, die Teilhabe wie in der Schule, was die Kranken-, die Sozialkassen ... Wir mitten drin mit der Linn, unserer IntensivLady ...

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