Pflegenoten mit Nöten

Das Pflegenoten nicht die Qual­ität der Pflege ein­fach wider­spiegeln kön­nen, ist eigentlich logisch, wenn man die For­mu­la­re betra­chtet, welche die Note berech­nen. Für Her­rn Pro­fes­sor Dorschn­er sind sie sog­ar irreführend, so geht es aus einem Zeitungs­bericht her­vor. In dem Artikel heißt es:

Aus den schon im Inter­net veröf­fentlicht­en Qual­itäts­bericht­en geht her­vor, dass Heime trotz teils gravierend schlechter Einzel­noten bei wichti­gen Kri­te­rien wie Pro­phy­laxe gegen Wund­liegen, Maß­nah­men gegen Inkon­ti­nenz und Medika­menten- oder Flüs­sigkeitsver­sorgung gute oder sehr gute Gesamt­noten für die Pflege erhiel­ten.” aus: Wis­senschaftler: Pflegenoten sind irreführend. Freies Wort 10.01.2010.

Warum? Man kann eben auch mit guter Hauswirtschaft punk­ten gegenüber schlechter Pflege. Wäre vielle­icht nicht so schlimm, wenn man sich an der Einzel­be­w­er­tung ori­en­tiert als Heim­be­wohn­er und so sich entschei­det, was einem lieber ist: Gutes Essen mit wun­den Po oder eine mit­tlere Mahlzeit, aber dafür keine Kon­trak­tur.

Und falls man als Pflege­di­en­stleis­ter mal schlecht abschnei­det, sollte man mal schauen, ob der Qual­itäts­bericht (auch Trans­parenzbericht genan­nt) nicht Fehler aufweist oder eben aufweisen kön­nte. Falls der Bericht auch vol­lkom­men kor­rekt ist, kön­nte man, ver­ste­he ich es richtig, die Veröf­fentlichung der Pflegekasse im Inter­net angreifen und somit wohl erst­mal ver­hin­dern bis zum Haupt­sachev­er­fahren vor Gericht. Dies mit dem Argu­ment Ruf­schädi­gung.

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