Intensivkind & Pflegedienst: Die Verordnung

Sie haben gedacht, sie kämen drum herum. Bloß keinen Pflegedienst zu Hause, aber was macht man, wenn die Schwester nun eines Morgens doch klingelt, oder eben abends, sich platziert direkt neben Ihrem Schlafzimmer in Ihrer Dreiraumwohnung. Sie hoffen nur, ihr Blick ist gerichtet auf den Monitor, wenn Sie nachts mal schnell auf die Toilette müssen, da die Blasse drückt und Sie schon Angst haben, sie platzt gleich. Bloß keine falsche Scham, würde vielleicht Ihr netter Nachbar antworten. Es ist Ihr Liebling wegen seiner guten Ratschläge. Der hat jahrelang in irgendwelchen Wohngemeinschaften gelebt und jetzt, was ist mit ihm jetzt? Sie brauchen keine Antworten. Sie trauen sich nicht an der Bastion Schwester vorbei. Sie können auch die Zeit abwarten, wenn der Monitor piept oder die Schwester die Parameter der Beatmung überprüft. Dann schnell zur Toilette geschlichen …

Sie merken schon, ich greife vor. Den Startschuss, damit überhaupt der Pflegedienst bei Ihnen klingelt, setzt ihr Kind mit seinen unschönen Lebenskrisen. Krisen, welche ständig eine Interventionsbereitschaft voraussetzen, um die bestehende Gesundheit zu schützen, an sich das Leben zu erhalten. Es klingt alles wieder viel zu kompliziert oder eben schwierig. Einfacher ist es doch, wenn wir von den harten Fakten reden, was den einen oder anderen aber wieder erschreckt. Sei es drum. Also zum Beispiel wenn Ihr Kind ständig oder häufig krampft, dabei blau wird, weil die Atmung aussetzt und Sie den Beatmungsbeutel auf das Gesicht drücken müssen. Sie pressen mit einer Hand die Luft aus dem Beutel mehrfach ins Kind rein, bis es seine ursprüngliche Farbe zurück erhält. Passiert dies Ihnen unvorbereitet mehrfach am Tag oder in der Nacht, dann holen Sie sich eine Verordnung von Ihrem Kinderarzt über häusliche Kinderkrankenpflege.

Doch was nützt Ihnen diese, wenn Sie keinen Pflegedienst an der Hand haben, der auch Kinder betreut über mehrere Stunden am Tag. Dies ist wichtig: Es geht um eine Betreuung über eine Zeiteinheit und nicht nach Maßnahme. Warum? Na, wie schon erwähnt. Ihr Kind wird Ihnen wohl kaum sagen Punkt 12 Uhr oder 23 Uhr 25 bekomme ich meinen nächsten Anfall oder gerade dann muss ich abgesaugt werden. Es kann, wie das tracheale Absaugen, jeden Augenblick passieren. Wird der Pflegedienst nach Maßnahme bezahlt, da wird bei Ihnen keine Schwester sitzen bleiben wollen. Die Zeit zwischen den Maßnahmen würde nicht bezahlt werden.

Sie haben die Verordnung, Sie haben telefoniert, haben einen Pflegedienst nach dem anderen angefragt, haben das Internet durchforstet und einen Dienst gefunden. Meinen Glückwunsch, zu Zeiten des Pflegenotstandes, je nach Wohnort, kann es schon schwierig sein. Doch schicken Sie die Verordnung nicht einfach denen zu, sondern die sollten sich Ihnen auch vorstellen, persönlich. Schließlich, Sie müssen mit denen, je nach Verordnung, viel Zeit auf 50, 70 oder 100 qm verbringen, besser gesagt Ihr Kind. Das sollte sich schon irgendwie gut anfühlen beim ersten Treff.

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