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Kopfpauschale: Ihr Nein ist gefragt

Die Kopfpauschale wird, wenn ich es richtig verstehe, gewisse Weichen stellen für ein Gesundheitssystem mit der Ausrichtung in die private Versicherung. Also das Solidarprinzip von heute wird einmal von gestern sein.

Ein Problem, denn wenn die Krankenversicherung nicht mehr von allen getragen werden kann, wird sie für die einen unbezahlbar. Für die anderen gibt es dann nur noch eine Minimalversorgung und die Dritten mit gutem Verdienst können sich dann die wichtigen „Features“ dazu kaufen.

Also wie gut meine Krankheit behandelt werden kann ist eine Frage, wie viel Geld ich neben den „allgemeinen“ Lebenshaltungskosten noch besitze.

Kein angenehmes Bild, wenn man einmal chronisch erkrankt ist und eine Therapie bedarf, die mehrere tausend Euro verschlingt im Monat. Die Teilhabe an einer Krankenbehandlung nach den modernsten medizinischen Behandlungen wird schnell eine eigene Kostenfrage. Kann ich mir es leisten?

Ein Kind, bei dem die Frage aufkommt, mit einer Beatmung könnte es eine sehr gute Lebensqualität erreichen, könnte es an der Gesellschaft teilhaben und so sogar in die Schule gehen. Diese Frage wird dann, ob es die Beatmung bekommt oder nicht, wohl beantwortet werden mit dem, was meine Versicherung bereit ist zu zahlen. Habe ich den falschen Tarif, so heißt es, Pech gehabt.

Was wollen Sie? Köpfe gegen Kopfpauschale.

Autor

Mein Name ist Dirk Strecker und ich bin als "eingetragene" Pflegeperson tätig und begleite Selbsthilfe-Webprojekte. Vor Ort im Leben wirke ich mit bei Themen der Selbsthilfe, Integration, Inklusion und der Kinderhospizarbeit. Beruflich arbeite ich als Koordinator beim Thüringer Kinderhospizdienst und war mehrere Jahre in der Leitung der ambulanten Kinderkrankenpflege.

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