Pflegebedürftigkeit bet­rifft nicht nur den, der die deutsche Sprache beherrscht, son­dern es kann alle tre­f­fen, eben auch Migranten. Doch kann es schwierig sein in unserem Sozial­sys­tem an die Leis­tung her­an zu kom­men, wenn man sie nicht ken­nt. Die Beratung der Behör­den oder Krankenkassen kann, wenn sie es machen, sehr unter­schiedlich in ihrer Aus­führlichkeit und Qual­ität sein. Abhil­fe zur Aufk­lärung kön­nte eine  Broschüre schaf­fen, die auch in anderen Sprachen über die Leis­tun­gen der Pflegev­er­sicherung aufk­lärt. Das Land Hes­sen hat jet­zt die Broschüre “Pflegebedürftig – Was ist zu tun?” in türkisch, rus­sisch und englisch her­aus gebracht.

Doch muss man sich bewusst sein, dass die Erk­lärung ein­er Leis­tung im Text für den Betrof­fe­nen auch unzure­ichend sein kann. Deut­lich wird dies, wenn sich dazu noch ein ganz­er Mix mis­cht aus unter­schiedlichen Erfahrun­gen von anderen Betrof­fe­nen, zum Beispiel ab wann es welche Pflegestufe gäbe. Und ger­ade die Begutach­tung zur Pflegestufe eines anders sprachi­gen Men­schen kön­nte zu einem Prob­lem wer­den, wenn der Pflegeaufwand durch die “fehlen­den” Worte nicht aus­re­ichend gut dargestellt wer­den kann. Am Ende gibt es nicht die “richtige” Pflegestufe und somit nicht die ange­sproch­enen Leis­tun­gen. Wenn die Betrof­fe­nen dann nicht um die Möglichkeit vom Wider­spruch wis­sen, bleiben diese ohne die notwendi­gen Leis­tun­gen. (Dabei geht es nicht nur um die Ken­nt­nis der Rechtsmit­tel, son­dern auch dem Ver­ste­hen oder Annehmen dieser, also dass der Weg über Wider­sprüche zu dem Sys­tem “ganz nor­mal” dazu gehört bzw. hier der Betrof­fene die Möglichkeit erhält, die Notwendigkeit der Leis­tung noch ein­mal erk­lären zu kön­nen.)