Auf der Web­seite von carekonzept wird die Frage beant­wortet: Wann müssen Ange­hörige die Behand­lungspflege durch­führen. Die Antwort sei ein­fach: Ange­hörige müssen dies nicht, da man sie nicht zwin­gen könne. Hört sich doch pos­i­tiv an, aber so ein­fach ist es in der häus­lichen Kinderkrankenpflege nicht, so erzählt es mir meine Erfahrung.

Denn der erste Frage für die ambu­lante Kinderk­in­ten­sivkrankenpflege ist, wird denn die ärztliche Verord­nung von der Krankenkasse in ihrem Umfang anerkan­nt. Wie Umfang?

Ein Exkurs: Die “reg­uläre” ambu­lante Krankenpflege arbeit­et nach einem Leis­tungskat­a­log, wo jede einzelne Leis­tung aufge­führt wird und danach wird sie auch berech­net. Kinder, z.B. mit ein­er ther­a­piere­sisten­ten aktiv­en Epilep­sie, brauchen aber eine ständi­ge spezial­isierte Kranken­beobach­tung rund um die Uhr. Viele Eltern leis­ten dies selb­st. Sie brauche aber auch ihren Schlaf oder das Geschwis­terkind fordert seine Aufmerk­samkeit. Damit die ständi­ge Kranken­beobach­tung für das Epilep­siekind gewährleis­tet, wird häus­liche Kinderkrankenpflege über mehrere Stun­den am Tag verord­net. Aber da Eltern diese spezielle Kranken­beobach­tung schon “kön­nen”, wird eben auch von der einen oder anderen Krankenkasse die Behand­lungspflege gar nicht oder nicht im ganzen Umfang genehmigt.

Die genan­nten Gründe im Beitrag von carekonzept:

  1. der zu Pfle­gende muss bere­it sein, sich von seinem Ange­höri­gen pfle­gen zu lassen und
  2. der pfle­gende Ange­hörige muss mit der Durch­führung der Pflege ein­ver­standen sein. aus: http://pflegeberatung-aachen.de/2011/09/01/wann-mussen-angehorige-die-behandlungspflege-durchfuhren/

klin­gen nicht passend bei der Kinderkrankenpflege. Punkt 1. ist zum Beispiel auf ein Kleinkind nicht anzuwen­den, was bei seinen Eltern lebt. Beim Punkt 2 wird es schwierig mit der Begrün­dung, wenn die Eltern die Durch­führung der Behand­lungspflege schon übernehmen.

Doch kön­nen Eltern eines inten­sivpflichti­gen Kindes darauf eine Argu­men­ta­tion auf­bauen, wenn sie in Wider­spruch gehen müssen:

  • Sie sind psy­chisch nicht in der Lage rund um die Uhr die Behand­lungspflege bei ihrem Kind durchzuführen
  • Es kön­nen auch keine anderen Per­so­n­en aus dem Haushalt zur Krankenpflege des Kindes herange­zo­gen wer­den. Es ist eine Ver­sorgung über Fach­pflegekräfte notwendig bei Abwe­sen­heit der Eltern
  • Find­et die Behand­lungspflege nicht statt, so kann es die ärztliche Behand­lung gefährden und lebens­bedrohliche Zustände kön­nen nicht rechtzeit­ig abgewen­det wer­den. (Ein Bestä­ti­gungss­chreiben vom Arzt ist empfehlenswert.)

Die Erfahrung erzählt mir dann noch, dass die Krankenkassen auch als weit­eren oder ersten Schritt den gewün­scht­en Kinderkrankenpflege­di­enst ablehnen. Es sei zu teuer pro Stunde. Aber das ist eine andere Sach­lage. Welche Erfahrung oder Tipps habt Ihr?