Intensivkind & Sommerferien: Zwei Wochen mit Bruch

Die Som­mer­fe­rien vom Inten­sivkind waren durchge­plant. In jed­er Woche gab es für sie gute Pflege und eine päd­a­gogis­che Führung und Förderung. Ob im Kinder­hos­piz oder im Hort und dann kam zwei Wochen vor den Ferien eine Betreu­ungsab­sage. Die Grund­lage unser­er voll­ständi­gen Pla­nung bekam Lück­en. Der fam­i­lienent­las­tende Dienst der Behin­derten­hil­fe hat unser Kind wieder aus­ge­plant. Sie hät­ten uns nicht erre­icht für weit­ere Absprachen. Unsere Tele­fon­num­mer hätte nicht ges­timmt. Okay, nicht okay.  Die Erk­lärung war / ist für uns nicht schlüs­sig, alter­na­tiv hat­ten sie unsere Postadresse. Wir ver­standen nicht, warum sie nicht in das Ferien­pro­jekt des Dien­stes mit einge­plant wurde. Ich war irri­tiert und bestürzt. Schließlich gibt es keine Alter­na­tive für diese zwei Wochen Som­mer­fe­rien, keine alter­na­tiv­en Ferien­pro­jek­te für ein schw­er­st­mehrfach behin­dertes Kind.  Das Inten­sivkind wird zuhause bleiben müssen. 

Ein Brief an den fam­i­lienent­las­ten­den Dienst musste her, ein Brief und eine Antwort kam in den Ferien. Ergeb­nis: Das Inten­sivkind ließe sich doch ein­pla­nen, aber es sei zu spät um die benötigten finanziellen Hil­fen beim Amt zu bekom­men. Denn diese hat­ten wir, bis auf den Fahr­di­enst, nicht beantragt. Wir braucht­en vor den Ferien eben diesen Tele­fo­nan­ruf, wie, wo und was über­haupt beantragt wer­den muss. Wie gesagt, zu diesem Tele­fonat kam es nicht vor den Ferien. Die Alter­na­tive wäre jet­zt gewe­sen, wir kön­nen an dieser Ferien­be­treu­ung als Selb­stzahler teil­nehmen. Wir lehn­ten es ab, denn für dieses Ferien­pro­jekt  mussten wir schon die Grundpflege bezahlen. Hinzu ver­ste­hen wir den Wider­spruch nicht, warum das Inten­sivkind erst “aus­ge­plant” wird und dann kann sie doch am fam­i­lienent­las­ten­den Dienst teil­nehmen. Alter­na­tive zwei: Wir beantra­gen, trotz Urlaub­szeit im Amt, die finanziellen Hil­fen für den fam­i­lienent­las­ten­den Dienst. Dieser Antrag blieb ohne Ergeb­nis, denn es kam keine Antwort vom Inte­gra­tionsamt.

Ohne Antwort vom Amt, ohne unser Inten­sivkind startete somit die Ferien­zeit beim fam­i­lienent­las­ten­den Dienst. Damit war die Kreativ­ität des Per­son­als vom Kinderkrankenpflege­di­enst gefragt, mit dem Inten­sivkind am Tag auf Tour zu gehen. Das Wet­ter erk­lärte regelmäßig ein Nein für eine som­mer­liche Aktiv­ität und doch war sie gut ver­sorgt. Der Dank geht an den Pflege­di­enst.

Aber eine weit­ere Frage bleibt offen: Wie weit ist der fam­i­lienent­las­tende Dienst für schw­er­st­mehrfach behin­derte Kinder offen? Scheit­ern wir beim näch­sten mal auch? Ich kann es nicht beant­worten, aber ich brauche eine Antwort für die näch­sten Ferien ohne Schul­hort. Auch wenn unser Inten­sivkind inte­gra­tiv / inklu­siv beschult wird, ist dies doch kein Nein für spezialis­erte exk­ludierte Leis­tun­gen der Behin­derten­hil­fe, oder?

Frosch in  LuftEin schw­er­st­mehrfach­be­hin­dertes Kind gut in den Ferien unter zubekom­men ist nicht nur für uns schwierig. Viele Eltern von Kindern mit schw­er­er Behin­derung bericht­en über die Prob­leme, ihr Kind in den Ferien fremd­be­treuen zu lassen. Zum einen fehlen die passenden Ange­bote, die Hil­fen sind zu weit weg. Zum anderen deck­en die Zeit­en der Ferien­spiele oder -pro­jek­te nicht die gesamten Ferien ab. Dazu kom­men die finanziellen Belas­tun­gen, denn bei einem behin­derten Kind muss, neben den Teil­nah­mege­bühren, die Pflege und/oder Begleitung finanziert wer­den. Übern­immt dies nicht das Amt, dann bekommt die eine oder andere Fam­i­lie finanzielle Prob­leme. Sechs Wochen Ferien, solange kann in der Regel nie­mand von sein­er Arbeit fern­bleiben. Sei es allein schon wegen des finanziellen Aus­falls, der Jahresurlaub ist in der Regel weitaus kürz­er. Eine Fremd­be­treu­ung durch den Nach­barn oder den Großel­tern scheit­ert zu meist. Der Pflegeaufwand und/oder die beson­dere päd­a­gogis­che Führung erfordert aus­ge­bildetes / befähigtes Per­son­al.

Das Faz­it: Die Ferien mit dem behin­derten Kind kön­nen für die Fam­i­lien zu Belas­tung wer­den mit einen wirtschaftlichen Risiko.

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