Charlott 1 (b)

Viele meinen, man sollte immer in Bewe­gung bleiben. Ich geb mir mühe, doch würde ich gern mal ne Pause machen. Das Kind, Kind sein lassen und ihn nicht immer als den kleinen Patien­ten sehen. Die Hälfte, wenn er doch nur zur hälfte Kind sein kön­nte, aber is nicht, is ein­fach nicht. Die Ärzte schauen ihn an und erzählen mir was an ihm nicht nor­mal, was krank ist. Als let­ztens ein Doc in der Klinik anf­ing, mir erneut die Liste von anor­mal bis hin zu untyp­isch abzus­pulen, meinte ich nur, ob wir jet­zt mit der Menge Punk­ten von unnor­mal im High­score aller Kinder hier sind. Er star­rte mich nur an und schloss seine Unter­suchung ohne Worte ab.  

  In Bewe­gung bleiben. Doch sind meine Wege durch die Stadt ein­tönig, wie ein­same Straßen, Feld­wege. Die Leute wer­den aus­ge­blendet wenn es Fritz schlecht geht, wenn er hus­tet in seine Kanüle, die ihm den Weg für die Luft zum atmen gibt und ich das Sekret aus der Kanüle absaugen muss. Wenn die Stadt voll ist oder ich in einem Café mit Hilde bin, kom­men die Kids angeschossen, star­ren in den Bug­gy und gehen wieder. Da bin ich immer ganz froh, wenn sie nicht meinen: “Mama, guck mal ein Baby.” Vier Jahre ist Fritz alt, aber schein­bar ist alles ein Baby, was in einem Bug­gy fährt. Den Kleinen kann man dies noch verziehn, doch wenn dann die Oma oder Mut­ter dies noch bestätigt, nee, und ich hoffe die kön­nen noch einen Bus von der Straßen­bahn unter­schei­den. Die größeren Kinder bleiben auch mal länger vor dem Bug­gy ste­hen und es rutscht dabei auch die Frage raus: “Was hat er denn.” und die Fin­ger zeigen auf die Kanüle. “Das ist ein Kanüle, die hängt in der Luftröhre.” “Und warum hat er die den?” “Er kann son­st nicht richtig atmen.” und wenn die Antwort zufrieden stel­lend war, schwirren sie ab. Viele meinen, man sollte immer in Bewe­gung bleiben. Ich geb mir mühe, doch würde ich gern mal ne Pause machen. Das Kind, Kind sein lassen und ihn nicht immer als den kleinen Patien­ten sehen. Die Hälfte, wenn er doch nur zur hälfte Kind sein kön­nte, aber is nicht, is ein­fach nicht. Die Ärzte schauen ihn an und erzählen mir was an ihm nicht nor­mal, was krank ist. Als let­ztens ein Doc in der Klinik anf­ing, mir erneut die Liste von anor­mal bis hin zu untyp­isch abzus­pulen, meinte ich nur, ob wir jet­zt mit der Menge Punk­ten von unnor­mal im High­score aller Kinder hier sind. Er star­rte mich nur an und schloss seine Unter­suchung ohne Worte ab. In Bewe­gung bleiben. Doch sind meine Wege durch die Stadt ein­tönig, wie ein­same Straßen, Feld­wege. Die Leute wer­den aus­ge­blendet wenn es Fritz schlecht geht, wenn er hus­tet in seine Kanüle, die ihm den Weg für die Luft zum atmen gibt und ich das Sekret aus der Kanüle absaugen muss. Wenn die Stadt voll ist oder ich in einem Café mit Hilde bin, kom­men die Kids angeschossen, star­ren in den Bug­gy und gehen wieder. Da bin ich immer ganz froh, wenn sie nicht meinen: “Mama, guck mal ein Baby.” Vier Jahre ist Fritz alt, aber schein­bar ist alles ein Baby, was in einem Bug­gy fährt. Den Kleinen kann man dies noch verziehn, doch wenn dann die Oma oder Mut­ter dies noch bestätigt, nee, und ich hoffe die kön­nen noch einen Bus von der Straßen­bahn unter­schei­den. Die größeren Kinder bleiben auch mal länger vor dem Bug­gy ste­hen und es rutscht dabei auch die Frage raus: “Was hat er denn.” und die Fin­ger zeigen auf die Kanüle. “Das ist ein Kanüle, die hängt in der Luftröhre.” “Und warum hat er die den?” “Er kann son­st nicht richtig atmen.” und wenn die Antwort zufrieden stel­lend war, schwirren sie ab.

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Dirk Strecker

Er arbeitet im und führt das PflegeTeam von Linn im Arbeitgebermodell (PflegeTeam bei Zitronenzucker) - gepaart mit seinen Erfahrung aus der Leitungsarbeit in ambulanten Kinderkrankenpflege / Intensivpflege. D.S. administriert Selbsthilfe-Webprojekte und wirkt vor Ort mit bei Themen der Selbsthilfe, Integration - Inklusion und der Kinderhospizarbeit. Er war Koordinator für den Kinderhospizdienst und berät jetzt beim Bundesverband Kinderhospiz.

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