Intermezzo vs. Intensivstation

Ein halbes Jahr ist nun rum, ohne dass die Lady das nächtliche Innen­leben der Klinik erfahren musste. Doch sollte es nur bei einem hal­ben Jahr bleiben, denn gestern ging es mit den Hil­fen des Ret­tungswe­sens ab in die Klinik. Hyper­ven­ti­la­tion, Epilep­sie waren die Diag­nosen und heute gegen Mit­tag ging es wieder raus, zurück in die eige­nen vier Wände. Inter­mez­zo für ein Inten­sivkind, um ihrer Inten­sivs­ta­tion in der Klinik zu zeigen: “He, mich gibt es auch noch!”  

Doch wenn das Zwis­chen­spiel so kurz war, war es denn von Nöten? Die Antwortet lautet ein ein­deutiges “Ja!” Ihr gestriger Kampf, ihre schnelle Atmung, wom­it sie es schaffte, trotz nor­maler Kanüle, eine Stimme zu bilden und zu schreien. Jedes Zuck­en und es kam immer wieder ein Zuck­en, verur­sacht­es ein neuen Schmerz, ein neues Schreien. An Ruhe war nicht mehr zu denken, trotz ihrer “Stan­dard­medika­mente” gegen die Unruhe und Schmerzen. Es blieb nur der Weg in die Klinik, auf dem sie dann ein­schlief mit der Chemie im Blut gegen akute epilep­tis­che Anfälle. Auf der sie dann die Nacht dort durch­schlief und uns heute Mor­gen begrüßte, als sei nichts gewe­sen. Vielle­icht wollte sie aber auch mal mit blauem Licht und den Klän­gen von Sire­nen zur Ruhe find­en, statt immer nur das Meeres­rauschen aus dem Akustikei im Bett. Wir wer­den es nie erfahren und hof­fen nur, eine Wieder­hol­ung bleibt uns erspart.

Teile diesen Beitrag

Dirk Strecker

Er arbeitet im und führt das PflegeTeam von Linn im Arbeitgebermodell (PflegeTeam bei Zitronenzucker) - gepaart mit seinen Erfahrung aus der Leitungsarbeit in ambulanten Kinderkrankenpflege / Intensivpflege. D.S. administriert Selbsthilfe-Webprojekte und wirkt vor Ort mit bei Themen der Selbsthilfe, Integration - Inklusion und der Kinderhospizarbeit. Er war Koordinator für den Kinderhospizdienst und berät jetzt beim Bundesverband Kinderhospiz.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.