Krankenkasse: Versorgungspauschale gleich Flatrate und ableitende Inkontinenzprodukte

Ken­nen Sie Vergü­tungspauschale oder Pauschalver­sorgung im Gesund­heitswe­sen. Nein? Sie haben davon gehört oder sind ein “Experte” darin. Eine Vergü­tungspauschale beste­ht zum Beispiel in der Tra­cheostom­aver­sorgung bei vie­len Krankenkassen. Für mich als Pfle­gen­der stellt es sich dar wie eine Fla­trate: Für einen Monat bezahlt die Krankenkasse einen Betrag X an die Home­care­fir­ma Y. Diese deckt damit den Hil­f­s­mit­telbe­darf rund um das Tra­cheostoma ab.

Ver­mut­lich wird es mit der Pauschale für die/den Sach­bear­bei­t­erIn bei der Krankenkasse ein­fach­er. Sie / er muss nicht mehr den jew­eili­gen Ver­sorgung­sum­fang durch prüfen und hin­ter­fra­gen. Es kann auf Experten­wis­sen verzichtet wer­den. Der / die Sach­bear­bei­t­erIn bucht bei der Diag­nose Tra­cheotomie die “Fla­trate” Tra­cheostom­aver­sorgung bei der Home­care­fir­ma Y. Voraus­set­zung ist, die Home­care­fir­ma hat mit der Hil­f­s­mit­te­labteilung einen Ver­trag ver­han­delt. In diesem sind der Preis und alle Leis­tun­gen beschrieben.

Es zeigt sich, wie sich mir wieder­holt darstellt: Für “Poweruser”, also Tra­cheotomierte mit hohen Hil­f­s­mit­telbe­darf, wird die “Fla­trate” zum Prob­lem. Für “Users mit beson­deren Bedürfnis­sen” bildet die “Fla­trate” nicht gle­ich das ab, was auf­grund der Beson­der­heit­en gebraucht wird. Bei­de User-Grup­pen laufen in die Gefahr unter- oder fehlver­sorgt zu wer­den. Der Nor­mal-User sollte prüfen, dass er im Monat das erhält, was als reg­ulär­er Bedarf betra­chtet wird, zum Beispiel seine 1 – 2 ster­ilen Kanülen.

Und jet­zt? Jet­zt soll die “Fla­trate”, die Vergü­tungspauschale, für die Patien­ten mit ablei­t­en­den Inkon­ti­nen­zpro­duk­ten kom­men oder startet ger­ade durch. Also für Hil­f­s­mit­tel wie Blasenka­theter oder Urin­ableit­sys­teme.

Es ist für mich ver­ständlich, wenn es hierzu eine Widerrede gibt. Aus mein­er Erfahrung her­aus stimme ich dem zu, dass wir erwarten müssen, die medi­zinis­che Ver­sorgungsqual­ität der Patien­ten wird lei­den. Somit kann ich mich den Bedenken aus der Pressemit­teilung des BVMed e.V. anschließen.

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Dirk Strecker

Er arbeitet im und führt das PflegeTeam von Linn im Arbeitgebermodell (PflegeTeam bei Zitronenzucker) - gepaart mit seinen Erfahrung aus der Leitungsarbeit in ambulanten Kinderkrankenpflege / Intensivpflege. D.S. administriert Selbsthilfe-Webprojekte und wirkt vor Ort mit bei Themen der Selbsthilfe, Integration - Inklusion und der Kinderhospizarbeit. Er war Koordinator für den Kinderhospizdienst und berät jetzt beim Bundesverband Kinderhospiz.

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