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Anruf(e)

Heute hat­te Jena doch mal seinen, wenn auch kleinen, Win­tere­in­bruch, was bedeutet ca. 2 Stun­den Schneefall, der eine Schneedecke auf den Boden legte, wo fast jed­er Grashalm noch sicht­bar war. Tja, der Schnee bleibt halt im West­en. In diese Rich­tung habe ich heute auch tele­foniert, denn dort sind alle Ver­sorgungs­fir­men von der Madame ansäs­sig, samt der Tech­nik im Inten­sivZ­im­mer. Es ist die Krankenkasse, der Sauer­stof­fliefer­ant, der Home­Care – Ser­vice für die Beat­mung­stech­nik, die Son­den­nahrung. 

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Erster Advent null Komma

Erster Advent, nein eigentlich ist es schon der zweite erste Advent für die Lady in ihrem Leben. Ein und dreivier­tel Jahr ist sie alt und ich kön­nte jet­zt ein Resümee über die ver­gan­gene Zeit mit ihr hier able­gen. Und wozu? Die Zeit tickt weit­er, den ersten Schnee in diesem Herb­st haben wir uns ins Gesicht wehen lassen. Aber hier in Jena, da bleibt nicht viel über mit Win­tere­in­bruch, ger­ade jet­zt, wo in anderen Bun­deslän­der das Chaos durch Schnee und Eis die Ober­hand gewon­nen hat. Hier herrscht der All­t­ag, es scheint die Sonne und ein paar Wolken ziehen vor­bei; die Nadel vom Ther­mome­ter am Fen­ster ste­ht mal unter, mal ober­halb der Null. Resümee? Ich bitte im Augen­blick darum, keines schreiben zu müssen. Denn allein schon mit diesem Ziel stürzen sich all meine Gedanken auf einen Ver­gle­ich. Wie ist es mit einem gesun­den und gut entwick­el­ten Kind in dem Alter? Ich kann, ich möchte nichts ver­gle­ichen, da ich selb­st kein zweites Kind um mir herum habe. Resümee? Nein, natür­lich muss das nicht gle­ich ein Ver­gle­ich sein, ist dem ent­ge­gen zu hal­ten, aber es ist immer das erste, woran man denkt.

Intensivkind – Was?

Was ist ein Inten­sivkind? Eine Frage, die gle­ich am Anfang, vor dem ersten Artikel hier hätte gek­lärt gemusst. Doch, man möge mir verzei­hen, so habe ich den Anfang unser­er Geschichte auch erst später begrif­f­en und akzep­tiert. Somit ist es wie bei einem Hooli­gan, wenn dieser in den Bus steigt und erst drin­nen erken­nt, dass die geg­ner­ische Partei dort anwe­send ist und die Fäuste aus­holen zum Schlag. Der Ver­gle­ich hingt ein wenig, auch wenn man sich so an manchen Tagen von seinen Schick­sal getreten fühlt, in eine Ecke gedrängt, wo die Tür samt Fluchtweg versper­rt ist.  

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Die Sonne vs. dunkler November

Die Sonne hat­te ger­ade die Wolken weg geschoben und jet­zt stellt sich mir die Frage, geht es nun raus oder lasse ich die kleine Madame in ihrem Ther­a­pi­es­tuhl sitzen. Der Aufwand, sie jet­zt aus dem Stuhl ins Bett zu heben, dann anzuziehen, die Absaugung und den Sauer­stoff an den Rehabug­gy zu basteln. Lohnt sich das? Denn dann, bevor ich die Tür öffne, erbricht das Kind wieder, muss zwis­chen­durch mehrmals abge­saugt wer­den und wegen dem Erbrechen nochmal umge­zo­gen wer­den. Ja und dann, wenn ich mir endlich meine paar Schicht­en Stoff über gezo­gen habe ist die Sonne ver­schwun­den hin­ter der näch­sten Ansamm­lung von grauen Wolken, die den Schnee brin­gen sollen. …

Nach dem Totensonntag

Jet­zt, heute sind wir vier Wochen lang zu Hause nach der Rehak­linik und ich habe immer noch nicht die Frage beant­wortet, was ein Inten­sivkind aus­macht. Zumin­d­est, so viel ist vie­len von Ihnen, liebe Leser, bewusst: Es ist mit Krankheit verknüpft, so wie in unserem Fall. … Doch jet­zt, um weit­er auszu­holen, stört mich ein Gedanke viel mehr: Wei­h­nacht­en, Advent rückt ganz nah und wie mache ich es mir gemütlich mit dem ganzen tech­nis­chen “Aufwand” im Inten­sivZ­im­mer, mit dem Pflege­di­enst? Bis Ende des Jahres, so war immer meine Vorstel­lung, da müssen alle wichti­gen Dinge gek­lärt sein, alle Schulden getil­gt und die Gedanken soll­ten auf einen neuen Start gee­icht sein; in welch­er Rich­tung soll das Leben weit­er gehen. Und Advent heißt: Als erstes wer­den die Kerzen her­vor gekramt und ein paar Tropfen vom ätherischen Öl “Weihrauch”, gemis­cht mit Zimt, auf die Schale der Duft­lampe fall­en gelassen. Ste­ht die Ambi­ente, ohne grüne Zweige, dann müsste nur noch unsere kleine Madame sich ein wenig auf die Wei­h­nacht ein­stim­men lassen. Doch dies wird schw­er, trotz des Schlum­mer­lichts aus bil­li­gen Salzkristal­lam­p­en, trotz meines einre­den auf ihr, wie man sich jet­zt zu fühlen hat. Sie macht ihr eigenes “Ding”, als hätte sie nie von Wei­h­nacht­en gehört, und das war es, halt Inten­sivkind neb­st schw­er­er Wahrnehmungsstörung

Mit Blaulicht nach Haus

Endlich daheim – Mittwoch, dies war der Tag der Ankun­ft Zuhause mit Blaulicht. Eine Reise von über 185 km aus Sach­sen nach Thürin­gen. Nun, Zuhause ste­ht es jet­zt, das Inten­sivz­im­mer mit Beat­mungs­bett. Wenn es doch etwas wäre, worauf man stolz sein kön­nte? Nein, man ist es nicht. Daheim eingetrof­fen und es ist alles wieder wie neu, auch wenn ich die kleine Lady fast voll­ständig in der Rehak­linik selb­st ver­sorgt habe.

In den eige­nen “vier Wän­den”, da ist alles anders. Es gibt zum einen neue Tech­nik, die man ken­nen und ver­ste­hen ler­nen muss, irgend­wie, zum anderen treten neue “Gesichter” zu uns ins Leben, von Fir­men, die diese Tech­nik hin­stellen und “sup­port­en”. Daheim – Im Kinderz­im­mer ste­ht ein zu großes Pflege­bett, eines für ein Schulkind, mit ein­er zu kleinen Matratze. Darin liegt dann die kleine Lady und ver­liert sich in diesem, für sie, zu großem Bett. Und doch, wir sind zu Hause, mit Schnupfen, und des Nachts nicht mehr allein. Der Pflege­di­enst übern­immt, wenn wir schlafen, das Kind uns ab.

UPDATE (16.06.07): Das zu große Pflege­bett war nur ein Not­be­helf und wurde ein oder zwei Wochen später umge­tauscht in die beantragte Größe von 140 x 70 cm.