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Du bist schön blöd, wenn du in die Pflege gehst

Beatmungschlauch am Kind mit Monitor - Intensivpflege

Das Image der Pflege ist wohl in der Poli­tik schlecht gestellt. Zum einen ver­ste­he ich die Hudelei um den Coro­na-Bonus nicht. Den bekom­men nicht alle Pflege­fachkräfte und einige Abteilun­gen kämpfen jet­zt darum. Dann fol­gt das neue Inten­sivpflegege­setz, IPreG genan­nt, was die außerklin­is­che Pflege mit Pflege­fachkräften im pri­vat­en Haushalt wie bei uns dis­qual­i­fiziert.

In der Häus­lichkeit find­et Betrug statt und sie sei zu teuer. Selb­st­bes­timmtes Leben, wenn du inten­sive Pflege brauchtst, gibt es nur im Heim.

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Holt die PflegeZeit aus der Depression?

Straße im Sonnenuntergang

Da hat es Peng gemacht, die Falle schnappte zu und schwups war ich in der Depres­sion. Ich muss Dich, liebe Leser­schaft, ent­täuschen, so „ein­fach“ lief es nicht ab. Die Depres­sion (oder das Burn-out) hat sich langsam angeschlichen, mich verän­dert, mich ver­dreht, wie ich auf die Welt schaue. Wenn ich auf die let­zten Jahre blicke, kön­nte es vor drei oder vier Jahre ges­tartet sein. 

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Pflegemanagement aktuell – Pflegende Angehörige wittern Reichtum

Nach der Mel­dung oder eher dem Kom­men­tar von “Pflege­m­an­age­ment aktuell” von der Redak­tion Ver­lag PRO Pflege­m­an­age­ment kön­nte ich eine Gold­gräber­stim­mung erleben, also Reich­tum erhof­fen. Die / der Autor_In schlägt sog­ar vor den Pflegegel­danspruch ersat­z­los zu stre­ichen. So lasse sich ein Miss­brauch von Pflegegeld vor­beu­gen: http://bit.ly/2dDwBal

Ich bin irri­tiert. Hat die Redak­tion Angst, dass deren Leser_Innen, ver­mut­lich Leitun­gen von Pflege­di­en­sten, keine Aufträge für ihre Fir­ma mehr gener­ieren kön­nen?

Ich stelle klar: Beim Pflegegeld han­delt es sich um eine Ehre­namt­sentschädi­gung, um nichts mehr. Eine Entschädi­gung, die keine Lohn­er­satz­zahlung darstellt wie zum Beispiel das (Kinder-)Krankengeld. In welch­er Real­ität lebt die Redak­tion? Das wir pfle­gende Ange­hörige, wir Eltern unsere (schw­er-) kranken Kinder oder Kinder mit Behin­derung nicht pfle­gen wür­den? Das wir das Pflegegeld ein­stre­ichen, neben unseren Leben­sun­ter­halt aus Job, Rente oder Arbeit­slosen­geld. Wir dann diesen Geld­be­trag aufs Kon­to pack­en und ab in den Süden reisen. Sor­ry, unsere Welt sieht anders aus. Weit­er­lesen

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Verordnung vom Hilfsmittel: Der Anwenderbedarf zählt!

Kinderbett beengtAus mein­er Erfahrung muss bei der Verord­nung eines Hil­f­s­mit­tels immer die/der Hilfsmittelanwender_in in den Blick genom­men wer­den. Also die Per­son, welche das Hil­f­s­mit­tel bedi­ent. Dies kön­nen neben dem Patien­ten die Ange­höri­gen oder die Pflegekräfte sein

Die Notwendigkeit eines Hil­f­s­mit­tel richtet sich somit nach der Indika­tion, warum wird es benötigt, nach den Fähigkeit­en des erkrank­ten / behin­derten Men­schen wie auch der/dem Anwen­derin:

  • Kann der Betrof­fene oder die/der Anwender_in das Hil­f­s­mit­tel nicht oder nur unzure­ichend bedi­enen, wird das Hil­f­s­mit­tel nicht einge­set­zt. Dazu zählt neben der tech­nis­chen Bedi­enung auch die Hand­habung und der Kör­p­er- oder Kraftein­satz. Zum Beispiel, wenn der Roll­stuhl gefahren wird.
  • In welchen Ver­hält­nis ste­ht der Zeitaufwand für die Vor­bere­itung der Hil­f­s­mit­tel­nutzung gegenüber der Nutzungszeit des Hil­f­s­mit­tels. Wenn die Vor- und Nach­bere­itung zu lange dauert, beste­ht eine hohe Nei­gung, dass Hil­f­s­mit­tel nicht einzuset­zen, ins­beson­dere wenn der ther­a­peutis­che Nutzen nicht klar erkennbar ist.
  • Nicht zu unter­schätzen ist die Ästhetik eines Hil­f­s­mit­tels. Viele Ange­hörige oder Betrof­fene nehmen die Behin­derung nicht gle­ich gut an und verbinden oder erleben sie als eine Ver­schlechterung der Leben­squal­ität. Andere erleben die Behin­derung als einen Man­gel, wodurch sie sich nicht ins öffentliche Leben trauen. Wenn ein Hil­f­s­mit­tel auf­grund dessen Designs, die Behin­derung „betont“, kann es diese Leben­se­in­stel­lung und den damit ver­bun­de­nen Erleben ver­stärken und zu ein­er Ablehnung des Hil­f­s­mit­tels führen.

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Pflegedienst & Angehörige: Ein Interview mit dem Portal Pflegehilfe

Was denken die Akteure der Gesund­heits- und Pflegewirtschaft über die Ange­höhri­gen, über die Entwick­lung und den Gegeben­heit­en in der pro­fes­sionellen Alten- und Krankenpflege in Deutsch­land? – Eine Frage, die ich mir häu­fig stelle, wenn ich bei der Net­zreise, auf Twit­ter oder Google+ auf ver­schieden­ste Unternehmung rund um die Pflege tre­ffe.

Vor kurzem hat­te sich der Kon­takt mit Johannes Haas, Geschäfts­führer der Pflege­hil­fe, ergeben. Ich habe die Chance genutzt, nachzufra­gen in einem Inter­view:

1.Wie stellt sich aus ihrer Sicht der Pflegenotstand dar?

Der Pflegenot­stand hat sich seit der Grün­dung der Pflege­hil­fe sig­nifikant ver­stärkt und nimmt vol­lkom­men neue Aus­maße an. Es ist hin­länglich bekan­nt, dass die Rekru­tierung von qual­i­fiziertem Per­son­al der eigentliche Eng­pass für Dien­stleis­ter in der Pflege ist. Neu ist eine Entwick­lung, die jet­zt auch auf die umliegen­den Län­der ausstrahlt. So haben Agen­turen, die die Betreu­ung von Senioren mit osteu­ropäis­chem Per­son­al anbi­eten große Prob­leme geeignetes Per­son­al, beispiel­sweise in Polen, zu find­en.

Aus mein­er Sicht hat diese Entwick­lung aber auch etwas Pos­i­tives. Langsam, aber stetig, stiegen die Anmerkung und die Löhne in der Pflege. Wir sind da noch lange nicht da, was ich per­sön­lich für gerecht­fer­tigt erachte, aber die Ten­denz ist zumin­d­est aus Sicht der Pflegekräfte die richtige.

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Intensivkind zu Hause: Lernen Sie die Pflege II.

Puppe in halb PuppenbuggyIn dem Beitrag „Inten­sivkind zu Hause: Ler­nen Sie die Pflege!“1 stelle sich die Frage, wie kann ich als Mut­ter oder Vater in die Pflege meines chro­nisch kranken Kind eingear­beit­et wer­den.

Start in der Klinik

Kommt es zu ein­er lan­gan­hal­tenden „Pfle­ge­si­t­u­a­tion“ beim Inten­sivkind, geht dies häu­fig mit einem Klinikaufen­thalt ein­her. Somit kann die erste Einar­beitung in die spezielle Pflege schon auf Sta­tion stat­tfind­en und dies sollte es auch. Denn zum einen muss bei einem Inten­sivkind erfasst wer­den, wie weit kön­nen die Eltern die Pflege selb­st übernehmen, für welche Maß­nah­men braucht es einen Pflege­di­enst.

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Intesivkind zu Hause: Lernen Sie die Pflege!

Tracheotomie im PuppenwagenSie wollen mit Ihrem schw­er kranken Inten­sivkind nach Hause oder Sie sind mit einem Pflege­di­enst Zuhause: Ler­nen Sie die Pflege, die kom­plette von Ihrem Inten­sivkind. Sei es das Windeln wech­seln, sondieren von Nahrung, Füt­tern und die gesamte Behand­lungspflege wie das Absaugen über die Tra­chealka­nüle, das Absaugen über den Mund oder über die Nase, sei es die Bedi­enung eines zen­tralen Venenka­theters, das Anstöpseln der Infu­sion­slö­sung oder der par­enteralen Ernährung, der Ver­bandswech­sel vom Port, die Beat­mungspflege.

Jet­zt höre ich einen Auf­schrei viel­er besorgter Eltern oder Ange­höri­gen. Die Behand­lungspflege, das geht nicht, an die Tra­chealka­nüle traue ich mich nicht ran, an den zen­tralen Venen­zu­gang, da höre ich nur die Arzt­stimme. Oh nein, wenn da was schief geht, ich kön­nte es mir nie verzei­hen. Ich höre Ihre Bedenken, ich kenne ich Bedenken, Ihre eventuelle Angst. Ich kenne Ihre hohe Achtung vor dieser medi­zinis­chen Inten­sivther­a­pie und sie ist wichtig. Ich achte dies, aber lassen Sie mich dazu eine Frage stellen: Wollen Sie für Ihr Kind die beste Pflege, eine Pflege mit hoher Qual­ität zu Hause?

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Pflegereform: Mehr Geld nicht Leistung und wer weiß es

2015-02-01 Puppe krankFür das Jahr 2015 heißt es, wir bekom­men ein Mehr an Pflegegeld fürs Inten­sivkind [1] – stimmt schon und dann fol­gt das große Aber: Wenn wir mit unseren Pflegegeld einzelne Leis­tun­gen vom Pflege­di­enst erhal­ten wollen, wird wohl nicht mehr übrig sein für uns als zuvor, vielle­icht sog­ar weniger. Oder anders gesagt, wir kön­nen uns trotz dem Plus nicht mehr Leis­tun­gen einkaufen als zuvor, oder sog­ar weniger. Denn es gibt Preisan­pas­sun­gen in Bay­ern für die Pflegeleis­tun­gen der Pflege­di­en­ste ( Vergü­tungsvere­in­barun­gen nach § 89 SGB XI), was auch uns bet­rifft. Ich bin ges­pan­nt, wie hoch let­z­tendlich die Preisan­pas­sung ist. Die Zahlen fehlen mir noch.

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Pflegende Angehöriger nur Kümmerer oder mehr als das

Ich bin eine einge­tra­gene Pflegeper­son und bei „good-care.de“ wurde mein Rolle erweit­ert oder eingeschränkt. Je nach dem, welche Blick­winkel ich ein­nehmen will: Ich sei ein Küm­mer­er. Als Laienpflegekraft pflege ich nicht, son­dern küm­mere mich, denn als Laie in der Pflege würde ich nicht das unter Pflege ver­ste­hen, was die pro­fes­sionellen Pflege­fachkräfte als Pflege anse­hen. Weit­er­lesen

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Palliativ & Co.: Die Lebensverlängerung – mögliche

Wo begin­nt die Pal­lia­tivmedi­zin? Nun, sicher­lich dort, wo man weiß, die Möglichkeit ein­er Heilung der Krankheit beste­ht nicht: In mehr oder weniger kurz­er Zeit führt diese Krankheit in den Tod. Die Pal­lia­tivmedi­zin küm­mert sich also nicht mehr um die Suche nach einen Heilmit­tel, son­dern schaut, wie sie möglichst eine gute Leben­squal­ität für den Men­schen her­stellen kann in den let­zten “Leben­sta­gen”. Kurz: Es find­et eine Symp­tombe­hand­lung z.B. von Schmerzen statt. Daneben muss sie sich aber auch die Frage stellen: Wie weit ist eine pal­lia­tive Maß­nahme lebensver­längernd und ist eine mögliche Lebensver­längerung auch von Inter­esse aller Seit­en, also dem schw­er Kranken, den Ange­höri­gen und den ver­sor­gen­den Fachkräften wie Ärzte oder Pfleger?
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