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Krankenkasse vs. Häusliche Kinderkrankenpflege: Wenn es um die Stunden geht

Wieder­holt erlebe oder höre ich von dem “Kampf” viel­er Fam­i­lien mit ihrer Krankenkasse um die Genehmi­gung der ärztlich verord­neten Pfleges­tun­den oder den gewün­scht­en Kinderkrankenpflege­di­enst. Wenn die Krankenkasse wirk­lich Kosten sparen will, so meine Ver­mu­tung, wäre ein “gemein­samer” Weg sin­nvoll.

Die Häus­liche Kinderkrankenpflege wie auch die außerklin­is­che häus­liche Inten­siv-Krankenpflege wird gerne als kosten­in­ten­siv bew­ertet. Dies mag sein, wenn man es als einzel­nen Posten in der Krankenkasse betra­chtet. Diese Leis­tung wird pro Pfleges­tunde abgerech­net und dazu kön­nte noch die Anfahrt berech­net wer­den. Oder anders, es bedarf mehrere einzelne gesunde Ver­sicherte im Monat, um die Pflege eines Inten­siv­pa­tien­ten im gle­ichen Zeitraum zu finanzieren. Kranken­ver­sicherun­gen sind Wirtschaft­sun­ternehmen, die Ein­nah­men soll­ten höher sein als die Aus­gaben oder wieder anders, das Pro­dukt “Kranken­ver­sicherung” sollte mit einem guten Gewinn verkauft wer­den. Schließlich möchte die Ver­sicherung von ihren Pro­duk­ten “leben kön­nen”. Weit­er­lesen

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Essen im Bett – Sondenkost verteilt

Wir lern­ten doch als Kind: Man isst nicht im Bett. Die Gründe der Eltern dafür waren wohl eher dem Sauberkeitswillen geschuldet als dem gesund­heitlichen Nutzen. Und sie hat­ten recht. Denn wen ein­mal Son­den­nahrung ins Bett gelaufen ist, weiß dies. Es muss sich nur die Steck­verbindung zwis­chen der Nahrungssonde oder But­ton lösen vom Nahrungspumpen­sys­tem, dann fließt die teure Nahrung ins Bett. Nicht nur das.

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Großeltern, Kinderhospiz und das Private

Sieben Jahre ist das Inten­sivkind alt und wir haben uns nie getren­nt, sehe ich ab von den Nächt­en auf den Inten­sivs­ta­tio­nen, in der Rehak­linik und ein oder zwei Nächt­en zuhause mit Pflege­di­enst. Es war keine Tren­nung über eine län­gere Zeit, über mehrere hun­dert Kilo­me­ter und jet­zt ist das Inten­sivZ­im­mer still. Ohne Kind, keine Pflege­fachkraft und keine säusel­nde Beat­mungs­mas­chine. Es ist gut so – zu ein­er gesun­den Beziehung gehört die Tren­nung, das Allein­sein voneinan­der … Weit­er­lesen

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Intensivkind vs. neuer Blog lesenswert

Das Inten­sivkind – es ist ein Nis­chen­the­ma und es gesellt sich ein neuer Blog dazu: «Das andere Leben von Johan­na». Die ersten bei­den Artikel sind sehr lesenswert und mir stellt sich die Frage: Hat das The­ma schw­er krankes / schw­er­stpflegebedürftiges Kind eine Chance aus der gesellschaftlichen Nis­che her­aus zu kom­men? Nein! Eine grausige Antwort und somit kommt das Warum. Es verbessert nicht die Leben­squal­ität der Massen oder befriedigt nicht deren Bedürfnisse. Im Gegen­teil, die Kon­fronta­tion mit dem, wie das Leben ver­laufen kann, sorgt für Dis­tanz. Die eigene Exis­tenz sollte ohne Leid alle Sta­tio­nen passieren. Weit­er­lesen

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Integration & Kita: Vor die Tür gesetzt

Nicht jede Inte­gra­tion in einem Kinder­garten klappt. Manch­mal, ins­beson­dere bei schw­er betrof­fe­nen Kindern, muss man sich tren­nen, also eine andere Ein­rich­tung suchen für das Kind oder es muss doch zu Hause bleiben, was für die Eltern eine immense Belas­tung ist, auch finanziell, wenn ein Ver­di­ener dadurch aus­fällt. <--break->

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Verantwortung in Schuld

Sie zu tra­gen, sie auf uns zu nehmen. Dem Richter, dem Kläger unsere Ver­ant­wortlichkeit in unserem Tun und Han­deln erk­lären. Schuld, ich zitiere aus Duden, Deutsches Uni­ver­sal Wörter­buch S. 1357:

Schuld … 2. (o. Pl.) bes­timmtes Ver­hal­ten, bes­timmte Tat, wom­it jmd. gegen Werte, Nor­men ver­stößt; began­ge­nes Unrecht, sit­tlich­es Ver­sagen, straf­bare Ver­fehlung …”

Es gibt Tage, da wird man sie nie von sich weisen kön­nen. Die Schuld und ihre Frage nach dem Warum. Ich sehe auf die Bilder ermorde­ter Men­schen, die Pho­tos von getöteten Kindern, nack­ten Frauen mit ver­hungertem Leib, bloßgestellt und ohne einen Schim­mer von Würde. Wie weit liegt dies in mein­er Ver­ant­wor­tung. Trage ich die Schuld, die meine Vor­fahren, meine Mit­men­schen sich aufge­bürdet haben. Ich sage ja, ich trage die Ver­ant­wor­tung als Men­sch, dass jeglich­es Leid gegenüber anderen Men­schen, Lebe­we­sen abgewen­det wird. Denn so stellt sich mir die Frage: Wenn der Men­sch sich nicht für das Leben ein­set­zt, ist sein Leben dann nicht verwirkt?ie Geburt unseres Kindes stand an und der Weg mit dem Auto ging in eine andere Stadt. Mit dem Weg durch das Wass­er ent­deck­te meine Tochter die Welt. Doch dann begann ihr Weg eine andere Rich­tung, ihre Rich­tung. Etwas stimmte nicht, das war nach kurz­er Zeit klar und über die Zeit kristallisierte sich eine beschreibende Diag­nose her­aus, die hieß Behin­derung. Für uns Ver­ant­wor­tung und Schuld.

Uns wurde ein­mal die Schuld zugewiesen, indi­rekt: Wasserge­burt – ihr schlechter Lebensstart könne von dort kom­men? Indi­rekt, weil über den Weg der Frage; und dann fol­gte immer wieder die gle­iche Frage: War die Schwanger­schaft nor­mal? Und manch­mal etwas direk­ter: das Beobacht­bare an dem jun­gen Men­schen kön­nte auch von einen Dro­genabusus in der Schwanger­schaft kom­men. Ein Geschmack auf der Zunge haftet sich an: Trä­nen, die nicht nach außen kom­men dür­fen. Trä­nen, die der fra­gen­den Gemein­schaft nicht die richtige Antwort geben würde. Denn so spricht eine jede solche Frage davon, eine Schuld zu for­mulieren, dass ein Leben nicht die Norm der 97% von allen hat.

Ver­ant­wor­tung soll damit klar definiert wer­den: Der Schuldige hat die Ver­ant­wor­tung zu tra­gen zu 100%. Würde man das Leben akzep­tieren, wie es ist, heißt, dass es einem Chaos unter­liegt. Chaos, aus dessen es her­vorge­gan­gen ist, heißt, dass die Muta­tion, das nicht-Wach­s­tum, das Wuch­ern eines Tumors zum Leben gehört, wom­it man allem Leben gegenüber in Ver­ant­wor­tung ste­ht. Doch für das Leben, für das du die Schuld übern­immst, trägst du 100%. Die ganze Ver­ant­wor­tung, die ganze Schuld. Wir haben uns entsch­ieden, das Leben unser­er Tochter anzunehmen. Doch, so wis­sen wir, ist dieser Wille schon vorher geboren wor­den. Er wurde gezeugt mit dem Augen­blick, dass ein Kind von uns in unser Leben treten darf.

Ich hörte von ein­er Mut­ter mit behin­dertem Kind, dass sie sich bewusst dafür entsch­ieden hat, dass sie ihr Kind annimmt. Ich ver­suchte zu ver­ste­hen und fragte, was dies hieße. Sie erk­lärte, dass sie über die Behin­derung wusste, bevor der neue Men­sch geboren war. Abtreiben, wozu man ihr riet, verneinte sie. Wenig später fügte sie an das Gesagte an: Jet­zt habe sie das Gefühl, dass die Leute, die ihr die Abtrei­bung vorschlu­gen, ihr das Gefühl geben, selb­st Schuld an ihrem jet­zi­gen “schw­eren” Dasein zu sein. Sie sei Schuld und müsse die Ver­ant­wor­tung tra­gen, dass sie nicht nur 24 Stun­den in 7 Tagen der Woche für Kind da sein muss, son­dern sie muss es pfle­gen wie ein Profi und das Leid des Kindes mit tra­gen ohne eine Schul­ter zum anlehnen beim Ver­schnaufen, ohne ein Dank oder Lächeln. Schuld sei sie und müsse die Ver­ant­wor­tung tra­gen, dass sie Bar­ri­eren über­winden muss, damit sie dem Kind eine Teil­nahme am gesellschaftlichen Leben schaf­fen kann. Sie muss Bar­ri­eren beseit­i­gen, um an die nötige Förderung zu kom­men und dass sie selb­st als Mut­ter wirtschaftlich sowie gesund­heitlich keinen Schaden erhält.

Ich stelle die Frage vom Schuld­freis­pruch. Also die Befreiung von der Ver­ant­wor­tung gegenüber einem anderem Objekt, Men­sch, Lebe­we­sen. Was brauche ich, damit ich von der Ver­ant­wor­tung für einen behin­derten, kranken, alten Men­schen frei gesprochen werde. Diese Gesellschaft bietet eine Möglichkeit: das Heim oder auch häu­fig das Kranken­haus. Es klingt unkom­pliziert und hat den Beigeschack, dass es sog­ar akzep­tiert sei von der Gesellschaft. Schließlich könne man ja seine Lebens­gestal­tung nicht opfern für ein anderes. Let­ztens erzählte mir eine Kinderkrankenpflegerin, dass es Eltern gibt, die ihr Kind zu Sylvester in die Klinik steck­en, damit sie ungestört feiern kön­nen.