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Integration – Sonderweg oder Aufgabe

Inte­gra­tion ist eine gesellschaftliche Auf­gabe. Zumin­d­est wird dies von dem einen oder anderen gesagt. Eine gesellschaftliche Auf­gabe, denn die einen müssen die Struk­turen schaf­fen, sei es der bar­ri­ere­freie Zugang, sei es die Moti­va­tion, Men­schen mit Hand­i­cap die Hand zu reichen und sie zwis­chen die anderen zu set­zen. Mein Blick darauf erk­lärt mir, dass Inte­gra­tion oder eben Inklu­sion nicht ein­fach bedeutet, das Kind im Roll­stuhl geht jet­zt auf die “nor­male” Schule. Es ist mehr – wenn anders sein in unser­er Gesellschaft nicht nor­mal ist, so müssen die Kinder darauf vor­bere­it­et wer­den. Sie bere­it­en wiederum das The­ma Zuhause auf.

Eine gesellschaftliche Auf­gabe, eben zu erk­lären, jed­er Men­sch entspricht kein­er Norm oder eben anders: Man kann bei jedem Defizite find­en und sie dann so darstellen, dass der­jenige doch nicht “ganz rund läuft”.

Aber auch für die Zuge­höri­gen oder eben für die Eltern ist der Weg mit Inte­gra­tion ein Auf­trag, wenn sie wollen, dass sie auf der Straße nicht mehr mit Mitleid angeschaut wer­den. Je mehr sie Präsens in dem All­t­ag der anderen ihren Platz find­en, desto mehr wird ein behin­dertes Kind keine Attrak­tion, desto mehr kann man sich auch von diesem “Son­der­weg” lösen, über­all wo man auf­taucht, etwas beson­deres zu sein.

 

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Fernsehen, Shows und die Organspende

Jet­zt geht es rund, wenn vier kranke Men­schen für Ein­schaltquoten sor­gen wollen / sollen im nieder­ländis­chen Fernse­hen mit einem The­ma, dass eigentlich, ja eigentlich, einen sen­si­blen Umgang erfordert, die Organspende.Ob man da noch von Spende reden kann, mag ich zu bezweifeln und ich wüsste nicht, warum man sich dies anschauen muss, wenn ein jed­er der Sklave vom anderen wird oder muss man es sich doch anschauen, da es die hochgelobte Zivilge­sellschaft endlich mal so darstellt, wie es manche pro­vokante Filme nicht schaf­fen. Und muss ich dann erwarten, dass die Fernsehmach­er schon die näch­ste Show im Schub­fach haben: “Du, Schw­erkranker, wenn Du in unser­er Show tausend Punk­te erre­ichst, dann kaufen wir die Niere von diesem Asi­at­en, aber wenn du, Schw­erkranker noch Pub­likum­sliebling wirst, dann haben wir schon einen Spender für dich aus Osteu­ropas, garantiert ohne AIDS.”

Nun, manche mögen bei der Show eine Sen­si­bil­isierung der Bevölkerung erken­nen, reden von der Aufdeck­ung von Missstän­den und eines Altersentschei­des, wo also der junge Bub als Empfänger vom Organ dem alten Her­rn oder der älteren Dame vorge­zo­gen wird. Dies sei keine medi­zinis­chen Indika­tion, heißt es. Doch bildet das Alter eine medi­zinis­che Indika­tion hier­bei ab, denn bei ein­er Organspende, zum Beispiel der Niere, wird nicht ein­fach ein Organ verpflanzt, son­dern, neben den Risiken ein­er schw­eren OP, schließt es eine lange Phase mit Medika­menten (Immun­sup­pres­si­va und Antibi­oti­ka) danach ein. Diese Arzneistoffe sind eben kein Hus­ten­mit­tel, son­dern haben häu­fig schwere Neben­wirkun­gen, dies kann ein alter Men­sch, welch­er häu­fig noch andere Medika­mente bekommt, schlechter ver­tra­gen, wodurch der Erfolg der Trans­plan­ta­tion viel geringer ist. Erfolg bedeutet eben, der Kör­p­er nimmt das Organ an für lange Zeit. Nimmt er es nur kurz an oder gar nicht, nun, dann braucht der Men­sch wieder ein neues Organ.
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