Pflegedienst & Angehörige: Ein Interview mit dem Portal Pflegehilfe

Was den­ken die Akteu­re der Gesund­heits- und Pfle­ge­wirt­schaft über die Ange­höh­ri­gen, über die Ent­wick­lung und den Gege­ben­hei­ten in der pro­fes­sio­nel­len Alten- und Kran­ken­pfle­ge in Deutsch­land? – Eine Fra­ge, die ich mir häu­fig stel­le, wenn ich bei der Netz­rei­se, auf Twit­ter oder Goog­le+ auf ver­schie­dens­te Unter­neh­mung rund um die Pfle­ge treffe.

johannes haas berater

Vor kur­zem hat­te sich der Kon­takt mit Johan­nes Haas, Geschäfts­füh­rer der Pfle­ge­hil­fe, erge­ben. Ich habe die Chan­ce genutzt, nach­zu­fra­gen in einem Interview:

1.Wie stellt sich aus ihrer Sicht der Pflegenotstand dar?

Der Pfle­ge­not­stand hat sich seit der Grün­dung der Pfle­ge­hil­fe signi­fi­kant ver­stärkt und nimmt voll­kom­men neue Aus­ma­ße an. Es ist hin­läng­lich bekannt, dass die Rekru­tie­rung von qua­li­fi­zier­tem Per­so­nal der eigent­li­che Eng­pass für Dienst­leis­ter in der Pfle­ge ist. Neu ist eine Ent­wick­lung, die jetzt auch auf die umlie­gen­den Län­der aus­strahlt. So haben Agen­tu­ren, die die Betreu­ung von Senio­ren mit ost­eu­ro­päi­schem Per­so­nal anbie­ten gro­ße Pro­ble­me geeig­ne­tes Per­so­nal, bei­spiels­wei­se in Polen, zu finden.

Aus mei­ner Sicht hat die­se Ent­wick­lung aber auch etwas Posi­ti­ves. Lang­sam, aber ste­tig, stie­gen die Anmer­kung und die Löh­ne in der Pfle­ge. Wir sind da noch lan­ge nicht da, was ich per­sön­lich für gerecht­fer­tigt erach­te, aber die Ten­denz ist zumin­dest aus Sicht der Pfle­ge­kräf­te die richtige.

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Intensivkind & Pflegedienst: Teambesprechung im eigenen Haus

Sommer 2015 auf SonnenhutWer als Eltern eines Inten­siv­kin­des ein gutes Ver­hält­nis zu sei­nem Pfle­ge­dienst haben will, wird schnell mer­ken oder auch wis­sen: Es braucht Spiel­re­geln. Ja, die 24-Stun­den-Inten­siv­pfle­ge / Beatmungs­pfle­ge bricht in eure Pri­vat­sphä­re ein, sorgt für Unord­nung. Du wun­derst dich als Mut­ter oder Vater, war­um du häu­fig Unru­he spürst, dich unsi­cher fühlst oder unver­stan­den. Du erlebst eine Ahnung, es ist nicht nur die Erkran­kung des Kindes.

Je nach häus­li­cher Gege­ben­heit beschnei­det der Inten­siv­pfle­ge­dienst dein Bedürf­nis nach Ruhe, Rück­zug, Allein­sein und sogar dein Gehört wer­den. Was tun? Ein Weg ist, die Ant­wort zu suchen, brauchst du wirk­lich 24-Stun­den einen Pfle­ge­dienst am Tag? Eine Stun­den­re­du­zie­rung kann für Ent­span­nung sor­gen, doch brauchst du auch die Sicher­heit, du bekommst dein erkrank­tes Kind gut ver­sorgt. Aber, und hier set­ze ich ein Aber, auch bei weni­ger Stun­den am Tag ist der Ein­bruch in die Pri­vat­sphä­re da, der Ein­bruch in dei­ne Kom­pe­tenz als Vater oder Mut­ter, dein/e Kind/er gut und sicher ver­sor­gen zu kön­nen. Du brauchst den Pfle­ge­dienst, damit du von der Last der Pfle­ge run­ter kom­men kannst, Ruhe fin­dest. Ein Kon­flikt, ein unlös­ba­rer Konflikt.

Spiel­re­geln mit den Pfle­ge­dienst, „Rol­len­be­wusst­sein“ (ich als Pfle­ge­per­son mit Pfle­ge­dienst) und eine „gewis­se“ Sicht und Reflek­ti­on auf die Lebens­si­tua­ti­on kann die Unlös­bar­keit mil­dern, erträg­lich machen und Wege zei­gen, die­se zu bewäl­ti­gen. Eine Gelas­sen­heit damit zu fin­den – es könn­te mög­lich sein.

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Intensivkind & Pflegedienst: Wertschätzung mit Zuhören

Letz­te Woche bin ich über „Das klei­ne ABC der Medi­en­nut­zung“ von www​.blick​wech​sel​.org gestol­pert. Da wur­de mir wie­der klar, wie sol­che „ein­fa­chen“ Tipps auch sehr hilf­reich sein kön­nen im Inten­siv­Zim­mer, also im Umgang zwi­schen den Eltern und den Pfle­ge­fach­kräf­ten vom Pflegedienst.

Das ABC star­tet mit dem A:

Auf­merk­sam zuhö­ren – Sei­en Sie offen für die Medi­en­erleb­nis­se ihrer Kin­der. Fra­gen Sie nach, wenn Ihr Kind etwas erzählt, spre­chen sie mit­ein­an­der. So hel­fen Sie ihrem Kind, Inhal­te zu ver­ste­hen, sie ein­zu­ord­nen und zu ver­ar­bei­ten. (aus: Das klei­ne ABC der Medi­en­nut­zung. Blick­wech­sel. Ver­ein für Medi­en und Kul­tur­päd­ago­gik. Flyer)

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Mehr Pflegegeld – weniger Pflegegeld

In der letz­ten Pfle­ge­re­form zum 1.1.2015 wur­de auch das Pfle­ge­geld erhöht. Wer aber über das Pfle­ge­geld sei­ne Pfle­ge von einem Pfle­ge­dienst emp­fängt, wird in eini­gen Gebie­ten Deutsch­lands erfah­ren haben: Die Prei­se der Pfle­ge­an­bie­ter haben sich mehr erhöht als das Pflegegeld:

Berech­nun­gen des PKV-Ver­bands zufol­ge sind die Pfle­ge­kos­ten im Schnitt um 107 Euro gestie­gen, die Leis­tun­gen in der Pfle­ge­stu­fe 3 haben sich um 62 Euro erhöht.” aus: NRW hat die teu­ers­ten Pfle­ge­hei­me. https://​www​.sta​ti​on24​.de/​n​e​w​s​/​-​/​c​o​n​t​e​n​t​/​d​e​t​a​i​l​/​11806502 Abruf: 15.4.15

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Intensivkind zu Hause: Lernen Sie die Pflege II.

Puppe in halb PuppenbuggyIn dem Bei­trag „Inten­siv­kind zu Hau­se: Ler­nen Sie die Pfle­ge!“1 stel­le sich die Fra­ge, wie kann ich als Mut­ter oder Vater in die Pfle­ge mei­nes chro­nisch kran­ken Kind ein­ge­ar­bei­tet werden.

Start in der Klinik

Kommt es zu einer lang­an­hal­ten­den „Pfle­ge­si­tua­ti­on“ beim Inten­siv­kind, geht dies häu­fig mit einem Kli­nik­auf­ent­halt ein­her. Somit kann die ers­te Ein­ar­bei­tung in die spe­zi­el­le Pfle­ge schon auf Sta­ti­on statt­fin­den und dies soll­te es auch. Denn zum einen muss bei einem Inten­siv­kind erfasst wer­den, wie weit kön­nen die Eltern die Pfle­ge selbst über­neh­men, für wel­che Maß­nah­men braucht es einen Pflegedienst.

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Pflegeempfänger und dem Pflegekunden

Seit mei­ner Aus­bil­dungs­zeit, wenn auch mit Pau­sen, bin ich mit dem Fach­ge­biet Pfle­ge ver­wach­sen. Doch erst heu­te lern­te ich das Wort „Pfle­ge­emp­fän­ger“ ken­nen. In der Kli­nik spre­chen sie vom Pati­ent, in Pfle­ge­hei­men kenn ich den Begriff Heim­be­woh­ner oder Kli­ent. Im ambu­lan­ten Bereich lern­te ich die Wor­te Kun­de oder Pfle­ge­kun­de ken­nen. Geläu­fig war mir die / der Zupfle­gen­de oder die / der Gepflegte.

Der Begriff „Pfle­ge­emp­fän­ger“ klingt pro­fes­sio­nell wie Pfle­ge­kun­de und für mich steckt dar­in ein Bruch. Pro­fes­sio­nell, weil die „Pfle­ge“ als ein Pro­dukt ver­stan­den wird. Ich ver­ste­he die Pfle­ge nicht als ein abge­schlos­se­nes Pro­dukt1, es über­setzt sich für mich nicht aus der Bedeu­tung „sor­gen für“ oder „betreu­en“ 2. Doch stim­me ich für das Pro­dukt „Pfle­ge“, betrach­te ich ein­zel­ne, abge­schlos­se­ne Pfle­ge­ver­rich­tun­gen, zum Bei­spiel das endo­tra­chea­le Absau­gen. Es stellt ein Ergeb­nis durch eine Hand­lung dar: Der Schleim in der Luft­röh­re wur­de ent­fernt und der Gas­aus­tausch in der Lun­ge kann unge­hin­dert ver­lau­fen; die Sauer­stoff­sät­ti­gung auf dem Moni­tor steigt.

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Elternbefragung und die Entlastungsangebote für die Familien

Letz­tes Jahr wur­de vom Kin­der­netz­werk eine Stu­die vor­ge­stellt, die ver­sucht hat, die Pro­ble­me, Belas­tun­gen und büro­kra­ti­schen Hür­den her­aus zu arbei­ten. Der „Stu­di­en­ge­gen­stand“ waren die Fami­li­en mit einem chro­nisch kran­ken und / oder behin­der­ten Kind. Davon gibt es rund zwei Mil­lio­nen Kin­der in Deutschland.

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Intesivkind zu Hause: Lernen Sie die Pflege!

Tracheotomie im PuppenwagenSie wol­len mit Ihrem schwer kran­ken Inten­siv­kind nach Hau­se oder Sie sind mit einem Pfle­ge­dienst Zuhau­se: Ler­nen Sie die Pfle­ge, die kom­plet­te von Ihrem Inten­siv­kind. Sei es das Win­deln wech­seln, son­die­ren von Nah­rung, Füt­tern und die gesam­te Behand­lungs­pfle­ge wie das Absau­gen über die Tra­che­al­ka­nü­le, das Absau­gen über den Mund oder über die Nase, sei es die Bedie­nung eines zen­tra­len Venen­ka­the­ters, das Anstöp­seln der Infu­si­ons­lö­sung oder der par­en­te­ra­len Ernäh­rung, der Ver­bands­wech­sel vom Port, die Beatmungspflege.

Jetzt höre ich einen Auf­schrei vie­ler besorg­ter Eltern oder Ange­hö­ri­gen. Die Behand­lungs­pfle­ge, das geht nicht, an die Tra­che­al­ka­nü­le traue ich mich nicht ran, an den zen­tra­len Venen­zu­gang, da höre ich nur die Arzt­stim­me. Oh nein, wenn da was schief geht, ich könn­te es mir nie ver­zei­hen. Ich höre Ihre Beden­ken, ich ken­ne ich Beden­ken, Ihre even­tu­el­le Angst. Ich ken­ne Ihre hohe Ach­tung vor die­ser medi­zi­ni­schen Inten­siv­the­ra­pie und sie ist wich­tig. Ich ach­te dies, aber las­sen Sie mich dazu eine Fra­ge stel­len: Wol­len Sie für Ihr Kind die bes­te Pfle­ge, eine Pfle­ge mit hoher Qua­li­tät zu Hause?

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Pflegereform: Mehr Geld nicht Leistung und wer weiß es

2015-02-01 Puppe krankFür das Jahr 2015 heißt es, wir bekom­men ein Mehr an Pfle­ge­geld fürs Inten­siv­kind [1] – stimmt schon und dann folgt das gro­ße Aber: Wenn wir mit unse­ren Pfle­ge­geld ein­zel­ne Leis­tun­gen vom Pfle­ge­dienst erhal­ten wol­len, wird wohl nicht mehr übrig sein für uns als zuvor, viel­leicht sogar weni­ger. Oder anders gesagt, wir kön­nen uns trotz dem Plus nicht mehr Leis­tun­gen ein­kau­fen als zuvor, oder sogar weni­ger. Denn es gibt Preis­an­pas­sun­gen in Bay­ern für die Pfle­ge­leis­tun­gen der Pfle­ge­diens­te ( Ver­gü­tungs­ver­ein­ba­run­gen nach § 89 SGB XI), was auch uns betrifft. Ich bin gespannt, wie hoch letzt­end­lich die Preis­an­pas­sung ist. Die Zah­len feh­len mir noch.

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Orthopädie, Wertschätzung und Rollstuhl

Puppe tracheotomiertDie­se Woche hat­te unser Inten­siv­kind sei­nen Ter­min beim Ortho­pä­den. Die ers­te Reak­ti­on des Arz­tes war eine sehr posi­ti­ve Aus­sa­ge: Im Roll­stuhl sitzt die Madame gut. Ja, da könn­te ich mei­nen, die lan­ge Bau­zeit vom Roll­stuhl. 1

Nein, die­se Zeit hat sich nicht gelohnt. Denn es zeig­te sich deut­lich bei der fol­gen­den ärzt­li­chen Unter­su­chung die Ver­schlech­te­rung der Sko­lio­se. Als eine mög­li­che Ursa­che sehen wir die lan­ge War­te­zeit auf den Roll­stuhl, da in die­ser Zeit sie kei­ne gute Sitz­ver­sor­gung hat­te. Das Inten­siv­kind muss gut geführt beim Sit­zen, da sie nicht selbst­stän­dig sit­zen kann. Ansons­ten sackt ihr Ober­kör­per zusammen.

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Konflikt: Sozialarbeit und Patientenwahlrecht

Dienst­leis­ter ist nicht gleich Dienst­leis­ter. Sie ken­nen es sicher­lich als Kun­de,  wenn sie ihr Auto in die Werk­statt brin­gen oder einen Tisch­ler beauf­tra­gen. Sie wäh­len ihre Werk­statt, sie wäh­len die­sen einen Tisch­ler aus. Als Pati­ent oder Ver­si­cher­ter besteht auch ein Wahl­recht, sei es die Arzt­wahl, die Wahl des Sani­täts­hau­ses oder des Pfle­ge­diens­tes. Doch zu ihren „all­täg­li­chen“ Wahl­recht als Kun­de gibt es als gesetz­lich Kran­ken­ver­si­cher­ter einen Unter­schied. Der Ver­si­cher­te kann wäh­len, ja,  ihm wur­de auch ein sol­ches Recht ein­ge­räumt, doch der Auf­trag­ge­ber für den Dienst­leis­ter ist die Kran­ken­kas­se. Die Kran­ken­ver­si­che­rung prüft, unter ande­rem, die Wirt­schaft­lich­keit Ihrer Dienst­leis­ter-Wahl. Ist Ihre Wahl als Ver­si­cher­ter nicht wirt­schaft­lich oder die Kran­ken­kas­se kommt mit dem Dienst­leis­ter auf kei­nen Kon­sens, kei­nen Ver­trag, dann wird es mit ihrem Wahl­recht als Ver­si­cher­ter schwie­rig. Ob dies zu lösen ist, ist ein ande­res Thema.

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Intensivkind & Sommerferien: Zwei Wochen mit Bruch

1408792999 thumb Die Som­mer­fe­ri­en vom Inten­siv­kind waren durch­ge­plant. In jeder Woche gab es für sie gute Pfle­ge und eine päd­ago­gi­sche Füh­rung und För­de­rung. Ob im Kin­der­hos­piz oder im Hort und dann kam zwei Wochen vor den Feri­en eine Betreu­ungs­ab­sa­ge. Die Grund­la­ge unse­rer voll­stän­di­gen Pla­nung bekam Lücken. Der fami­li­en­ent­las­ten­de Dienst der Behin­der­ten­hil­fe hat unser Kind wie­der aus­ge­plant. Sie hät­ten uns nicht erreicht für wei­te­re Abspra­chen. Unse­re Tele­fon­num­mer hät­te nicht gestimmt. Okay, nicht okay.  Die Erklä­rung war / ist für uns nicht schlüs­sig, alter­na­tiv hat­ten sie unse­re Post­adres­se. Wir ver­stan­den nicht, war­um sie nicht in das Feri­en­pro­jekt des Diens­tes mit ein­ge­plant wur­de. Ich war irri­tiert und bestürzt. Schließ­lich gibt es kei­ne Alter­na­ti­ve für die­se zwei Wochen Som­mer­fe­ri­en, kei­ne alter­na­ti­ven Feri­en­pro­jek­te für ein schwerst­mehr­fach behin­der­tes Kind.  Das Inten­siv­kind wird zuhau­se blei­ben müssen. 

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Intensivkind & Pflegedienst: Die Entscheider im Sorgerecht Lebensqualität

Wie­der­holt tref­fe ich auf die erzäh­len­de Erfah­rung, dass der Pfle­ge­dienst mit dem Arzt über ein Inten­siv­kind die The­ra­pie ver­han­delt. Die Eltern wer­den nicht eingebunden.
„Geht gar nicht“ klin­gelt es gleich bei mir und ich höre ande­re Eltern als Bestätigung.

Puppe mit Katheter im Haar
Pup­pe mit Kathe­ter im Haar

Sicher­lich, der Pfle­ge­dienst muss dem Arzt eine Rück­mel­dung geben. Er oder die Ärz­tin hat über die Ver­ord­nung die Auf­ga­ben benannt, was ein Pfle­ge­dienst zu leis­ten habe. Die Kran­ken­kas­se hat den aus­ge­wähl­ten Pfle­ge­dienst beauf­tragt. Kann der Pfle­ge­dienst den ver­ord­ne­ten Pfle­ge­um­fang nicht erfül­len, dann muss der Arzt infor­miert wer­den und mit sei­nen Pati­en­ten die Gestal­tung der Pfle­ge besprechen. 

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Stärkung der Eltern – Elternkompetenz

Es ist das Pro­jekt, was ich vor zehn Jah­ren sehr gut hät­te gebrau­chen kön­nen. Eltern­men­to­ren – in der Lebens­si­tua­ti­on mit einem behin­der­ten Kind erfah­re­ne Eltern beglei­ten ande­re betrof­fe­ne Eltern.

Die­se Woche war ich in Stutt­gart und ich war ein­ge­la­den, die Akteu­re der Eltern­stif­tung Baden-Würt­tem­berg ken­nen zu ler­nen. Sie schu­len Eltern zu Men­to­ren, die ande­re Eltern unter­stüt­zen und hel­fen ihre „rich­ti­ge“ Rol­le ken­nen zu ler­nen und anzu­neh­men, ver­kürzt gesagt. Dort mit dem beson­de­ren Blick auf die Schule.

Bei der Vor­stel­lung fand ich schnell die Ver­bin­dung, die Nähe zu den Fami­li­en­be­glei­tern von Kin­der­hos­piz­diens­ten. Doch haben Kin­der­hos­piz­diens­te eine Ein­schrän­kung. Ihr Ziel­kli­en­tel sind Fami­li­en mit einem lebens­ver­kürzt erkrank­tem Kind. Dies ist aber nur eine Grup­pe von Fami­li­en mit behin­der­ten Kin­dern. Vie­le Kin­der mit beson­de­ren Bedürf­nis­sen sind frei von einer lebens­b­re­grenz­ten Pro­gno­se. Auch für die­se Eltern kann eine ehren­amt­li­che Beglei­tung sehr hilf­reich sein. Sie kann die Kom­pe­tenz der Eltern stärken.

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Behinderung & Krankenhaus: Belange der Betroffenen berücksichtigen!

Der deut­sche Ethik­rat hat­te die Woche die vor­kom­men­de schlech­te Kran­ken­haus­ver­sor­gung von Behin­der­ten kri­ti­siert. Zurecht und begrü­ßens­wert, denn es ist ein Grund, war­um wir und ande­re mit einem Inten­siv­kind ver­su­chen die Kli­ni­ken zu ver­mei­den: Was durch den Pfle­ge­dienst Zuhau­se geleis­tet wird, kann in der Kli­nik durch den Per­so­nal­schlüs­sel in vie­len Fäl­len nur unzu­rei­chend umge­setzt wer­den. Die­ser Fakt wur­de uns in der letz­ten Kri­se im Kin­der­hos­piz vor 14 Tagen wie­der bewusst.

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Intensivkind & Pflegedienst: Konflikt mit der Medikamentengabe

Aktu­ell bekommt das Inten­siv­kind zu sie­ben ver­schie­de­nen Zei­ten Medi­ka­men­te. Dies alles im Blick zu hal­ten fällt manch­mal schwer, obwohl die Men­ge der unter­schied­li­chen Medi­ka­men­te über­schau­bar ist. Es besteht neben dem Pfle­ge­all­tag ein All­tag zwei und drei, wie Geschwis­ter­kind und Beruf.

Eine Hil­fe und Erleich­te­rung für uns Eltern ist das Vor­stel­len der Medi­ka­men­te vom Pfle­ge­dienst. Es funk­tio­niert, da wir die ver­schie­de­nen Tablet­ten ken­nen. Alle Medi­ka­men­te sind unter­schied­lich, sei es nur durch eine Ein­ker­bung auf der Tablet­te. Es braucht bei uns nur die alar­mie­ren­de Uhr, um kei­ne Medi­ka­men­ten­ga­be zu verpassen.

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DeVilbiss-Absauggerät & Intensivkind: Mobilität fürs Wohnzimmer

Seit 2005 haben wir für das Absau­gen vom Sekret den Tra­che­o­port. Der Tra­che­o­port ist schmal und besitzt zwei Behäl­ter. Einer davon fängt das abge­saug­te Mate­ri­al auf, der ande­re ent­hält das Spül­was­ser für den Absaug­schlauch. Doch hat der Tra­che­o­port zwei, drei Mängel:

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  • der Sog zum Sau­gen ist nicht opti­mal einstellbar
  • der Ein­aus­schal­ter hält nicht lange.
  • Ein drit­ter Punkt ist sei­ne Laut­stär­ke, wel­che nicht kom­pa­ti­bel ist mit der Epi­lep­sie. Wenn der Absau­ger ein­ge­schal­tet wird, so kann er einen epi­lep­ti­schen Anfall aus­lö­sen (trig­gern).

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Mit Krise startet der Herbst

Der Start in den Herbst war nicht geglückt oder viel­leicht doch? Wir haben eine Kri­se über­stan­den, auf die wir hät­ten ver­zich­ten kön­nen, die wir nicht brauch­ten. Mit­te Sep­tem­ber bekam unser Inten­siv­kind eine Lun­gen­ent­zün­dung und weil dies nicht reicht, zeig­te die Epi­lep­sie ein­mal mehr, was sie leis­ten kön­ne. Eine Kri­se, die klar stell­te, mit der Schu­le ist erst­mal Schluss und die Inten­siv­sta­ti­on könn­te der nächs­te Weg sein. Könnte.

2013-10_tambach-d_01 Fie­ber, zwei­stünd­li­che Inha­la­tio­nen, ein wei­te­res Anti­epi­lep­ti­kum, ein Anti­bio­ti­kum und Sauer­stoff bestimm­ten den „neu­en“ Tages­ab­lauf. Zum Glück fiel kei­ne Pfle­ge­fach­kraft durch eige­nes Krank aus, denn unser All­tag (Beruf und Geschwis­ter­kind) muss­te auf­recht erhal­ten wer­den. Dies raub­te Ener­gie, denn wenn wir nach Hau­se kamen muss­ten die „Regie­an­wei­sun­gen“ im häus­li­chen Inten­siv­Zim­mer neu geord­net, über­prüft und auf­ge­tre­te­ne Feh­ler nach­ge­bes­sert werden.

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SAPV: Wie, welche schwerkranken Kinder bekommen Zugang

Es wur­den wei­te­re Schrit­te gemacht für die Ver­sor­gung von lebens­li­mi­tiert erkrank­ten Kin­dern, wie unserm Inten­siv­kind. Die Emp­feh­lung wur­de erar­bei­tet zur Aus­ge­stal­tung der Ver­sor­gungs­kon­zep­te für die Spe­zia­li­sier­ten ambu­lan­ten Pal­lia­tiv­ver­sor­gung (SAPV) von Kin­dern und Jugend­li­chen. Es wur­de erar­bei­tet von den Spit­zen­ver­band der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen (GKV), die Deut­schen Gesell­schaft für Pal­lia­tiv­me­di­zin (DGP) und dem Deut­schen Hos­piz- und Pal­lia­tiv­Ver­band (DHPV), mode­riert vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit. Dies klingt ins­ge­samt sehr mäch­tig, erkenn­bar ist auf den ers­ten Blick nicht, ob und wel­che Ver­bän­de der pal­lia­ti­ven / pfle­ge­ri­schen Kin­der­ver­sor­gung betei­ligt waren wie der Bun­des­ver­band Kin­der­hos­piz oder der Kin­der­kran­ken­pfle­ge wie der Bun­des­ver­band häus­li­che Kin­der­kran­ken­pfle­ge(1). Im zwei­ten Blick taucht zumin­dest der Deut­sche Kin­der­hos­piz­ver­ein als Mit­glied vom DHPV auf.

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Nachtrag: 12.5.13 – Tag der Pflegenden

Am 12.5. war nicht nur Mut­ter­tag, son­dern auch Tag der Pfle­gen­den. Ein Tag, wenn auch nach­träg­lich, möch­te ich mei­nen Dank aus­spre­chen an die Pfle­gen­den beim Inten­siv­kind. Sei­en es die Pfle­ge­fach­kräf­te vom Pfle­ge­dienst, in den Kli­ni­ken oder dem Kinderhospiz.

Ohne Euch wür­de es dem Inten­siv­kind sicher­lich nicht so gut erge­hen. Ohne Eure stän­dig Obacht hät­te sie zum Bei­spiel durch die stän­di­gen Aspi­ra­tio­nen eine Lun­gen­ent­zün­dung nach der nächs­ten gehabt, mit jeder ein Schritt näher an die Lebens­be­gren­zung. Ohne Euch könn­te das Inten­siv­kind nicht in die Schu­le und ohne Euch wür­den wir unse­ren All­tag nicht bewäl­ti­gen. Ob dann noch unser Kind bei uns wäre?

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