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Mülleimer für Windeln

Für die Pflege eines Kindes oder Ange­höri­gen und die Hausar­beit kann man schon sein Geld beim Händler divers­er net­ter Pro­duk­te lassen, ange­fan­gen bei den ver­schieden­sten Putzmit­teln, die sich auf bes­timmte Gegen­stände oder Räume spezial­isieren, über die Seifen oder Cremes für die ver­schieden­sten Lebensla­gen vom Kind bis zum Sin­gle und nicht zu vergessen, unser Händler bietet nicht nur den Mülleimer fürs Bio oder den Rest­müll an, son­dern auch den Eimer für die vollen Windeln.

Und beim Windeleimer gibt es eben die ver­schieden­sten Mod­elle, die alle das Wichtig­ste bieten möcht­en: Geruch­sneu­tral nach außen möcht­en sie sein, damit die häus­liche Atmo­sphäre angenehm beduftet bleibt und die beste Fre­undin beim spon­ta­nen Besuch nicht wieder kehrt macht auf dem Tür­vor­leger und uns ein­lädt in das Café an der Straße­necke. Der Windeleimer sei also die Lösung für diese oder ähn­liche Prob­leme, die Ret­tung pfle­gen­der Ange­höriger oder Eltern vor der endgülti­gen sozialen Isolierung. Doch hat die Pro­duk­t­palette „Windeleimer“ ihre Tück­en nicht nur im Preis, der auch beim Zube­hör so seine „Stärke“ hat. Nein, viele Pro­duk­te, wie sie mir auf den Bild­schirm kamen in den Web­shops find­et man nur in der Baby-Sparte. Aber Baby­windeln sind klein­er als Kinder­windeln und diese sind wiederum klein­er als Windeln für Erwach­sene.

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Häusliche Krankenpflege oder Sterbebegleitung

Vielle­icht bekom­men wir deshalb keine Hos­pizpflege bezahlt, weil die BKK die Kosten für die häus­liche Behand­lungspflege übern­immt. Denn so liest man von einem beinah “umge­dreht­en” Fall: Einem beat­meten Kleinkind mit sehr geringer Lebenser­wartung, welch­es in eine Wohnge­mein­schaft für beat­mete Kinder aus der Klinik ver­legt wurde. Doch lebte es länger als die Prog­nose vorher­sah und es brauchte wegen der Beat­mung eine ständi­ge pflegerische Beobach­tung. Die Krankenkasse, die AOK Bay­ern, lehnte aber die volle Kostenüber­nahme der häus­lichen Krankenpflege vom Pflege­di­enst ab. Die Begrün­dung:

Die aber ver­weist darauf, dass sie zwar für die Kostenüber­nahme bei ein­er Behand­lungspflege, nicht aber bei ein­er ambu­lanten Ster­be­be­gleitung zuständig sei.” aus: AOK will Beat­mung vom Kleinkind nicht bezahlen. sueddeutsche.de: münch­enex­tra. 30.04.09

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Urlaub, Reha und der Wellness-Faktor

Es kön­nte ziem­lich schief laufen, wenn man die Well­ness-Kuren aus dem Lifestyle-Mag­a­zin mit der Reha­bil­i­ta­tion von Men­schen mit Behin­derung gle­ich set­zt. Obwohl, wenn man diese “Ankündi­gung” zur REHAB INTERNATIONAL im Mai liest, kön­nte man solche Zusam­men­hänge schon bauen. Die Über­schrift dort fragt: “Kön­nen Men­schen mit Behin­derung in den Urlaub fahren?” und im Text fol­gt: “Reha­bil­i­ta­tion erspart den Pflege­fall”. Urlaub und Reha, eine nette und vielle­icht auch gewün­schte Kom­bi­na­tion viel­er. <--break->

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Wenn der Schlaf die Nacht nicht findet

Schlafen Sie des Nachts gut durch? Wenn nicht, dann wis­sen Sie ja, welche Last man dann noch mit sich trägt, wenn man so in den Tag startet und volle Leis­tung brin­gen soll. Auf Dauer scheit­ert man, muss man. Bei vie­len Eltern mit behin­derten Kind ist dies aber All­t­ag und der Schlaf ist nicht etwa allein dadurch gestört, weil man über seine Sor­gen grü­belt. Nein, viel eher ist es das Kind selb­st, was die Unruhe in die Nachtruhe bringt. Bei den einem muss das Kind mehrfach gedreht wer­den, auf den Rück­en und dann wieder auf die andere Seite. Ist es dies, dann heißt es mit­ten im Traum raus in die Real­ität Pflege und wenn das Kind wieder die Ruhe gefun­den hat, kann man erneut ver­suchen den Schlaf zu find­en. 

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Kinderhospiz & Co.: Ein Zurück aus der Sternenbrücke

Ein Lächeln und ein trä­nen­des Auge. Dies ist immer der Abschied und gestern war er. Es ging vom Nor­den, dem Kinder­hos­piz “Ster­nen­brücke” zurück nach Jena. Wir roll­ten fast quer durch die Repub­lik und ver­ab­schiede­ten dabei nun endgültig den Som­mer durch den kalten Wind, der über die Auto­bahn fegte.

Ein trä­nen­des Auge, hätte man nicht länger dort ver­weilen kön­nen? Sicher­lich, man sah gle­ich wieder die Anstren­gung auf sich zu kom­men: Die Epilep­sie beim Kinde hat mal wieder gezeigt, was sie zu sagen hat, die Nase läuft unen­twegt und ein Tag vor der Abreise zeigte das Kind, dass es auch mal den ganzen Tag abwe­send sein kann, ohne erkennbare Ursache. Die Idee eines anhal­tenden Anfalls lag auf der Zunge. Ein Abschieds­gruß fürs Hos­piz vom Kinde, wohl um zu zeigen, wo wir im Leben ste­hen.

Eine Heim­fahrt und es ließ einem nicht der Gedanke los, ob denn nun der let­zte Wider­spruch zur Ablehnung der Hos­pizpflege bear­beit­et wurde. Doch der Briefkas­ten, wie auch die gesam­melte Post auf dem Küchen­tisch vernein­ten dies. Dafür gab es eine Antwort auf die Peti­tion an den deutschen Bun­destag zur Ablehnung der Hos­pizpflege, zusam­menge­fasst: Eine behör­den­fre­undliche Aus­sage; die Peti­tion ist gescheit­ert. Aber vielle­icht ist auch dies nicht umson­st, wenn man es als Spiel­ball sieht, welch­er dann an ein­er neuen Adresse gegeben wer­den muss. Schließlich, man möchte auch nicht, dass alle Mühen mit dem The­ma so ein­fach ver­sanden, als hätte man nur einen Auf­satz geschrieben, der kurz bew­ertet wird und dann für immer im Schrank ver­schwindet. Also für die Katz, wie es heißt, war es sicher­lich nicht. Denn wie son­st hätte ich die Möglichkeit gehabt, mich in dieses The­ma einzuar­beit­en, in dem man einen Dis­put einge­ht.

Ein Lächeln? Die Zeit von über vierzehn Tagen sagten einen auch, man möchte wieder mal die gesamte Kon­trolle über die Pflege beim Kinde haben. Nicht das man danach süchtig ist oder man keinen Sinn im Leben mehr hat, außer sein Inten­sivkind zu pfle­gen. Oh nein, aber wenn das Kind solche Krisen sich “leis­tet” wie den Tag der Abwe­sen­heit, sucht man die Ursachen und fragt sich auch, ob alles mit dem Medika­mentengaben so richtig läuft. Ein Mis­strauen? Als Antwort gebe ich ein halbes Ja, auf­grund mein­er eige­nen Erfahrung als Pflegeper­son, wie schnell man bei den Medika­menten etwas durcheinan­der brin­gen kann, indem man etwas ver­gisst, ein paar Tropfen zu viel in die Tasse fall­en kön­nen oder weil die Zeit­en für die Gabe nicht einge­hal­ten wer­den. Aber es ist nur ein halbes Ja, da man vom Ver­stand schon ein Ver­trauen hat gegenüber den Schwest­ern, doch das Gefühl, es nicht genau zu wis­sen, sich trotz­dem immer wieder ein­hakt.

Doch auch trägt man nach zwei Wochen eine Ahnung, eine Idee mit sich: So wichtig, wie die Sta­bil­isierung ist, die Gespräche und der pal­lia­tive “Blick” der Fach­leute, genau­so wichtig ist es wohl auch, nach ein­er Zeit wieder einen Abstand vom Kinder­hos­piz zu bekom­men. Der Ver­gle­ich eines solchen Aufen­thaltes mit dem all­ge­mein gülti­gen Begriff von Urlaub hinkt, milde gesagt. Doch dieser Frage werde ich dem­nächst erst eine Antwort geben kön­nen.

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Start ins Kinderhospiz – Ist es die Pflege?

Knappe sechs Stun­den dauert die Fahrt nach Ham­burg, wenn der Asphalt frei ist, die Baustellen den Fluss der fahren­den Karosse­rien nicht zu sehr zusam­men­drück­en, dass man darin steck­en bleibt. Wir blieben ver­schont vom Still­stand. Das Kinde hätte es uns auch auf ihre Weise übel genom­men, trotz eines kleinen Schnupfen, der sie etwas nieder­drück­te in den Schlaf. Und Ham­burg? Sie, liebe Leser, ken­nen sicher­lich die Antwort: Kinder­hos­piz.

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Pflegeabos beim Discounter

Der Preis guter Pflege soll möglichst bil­lig sein. Zumin­d­est wenn man der Umfrage vom Nachricht­en­magazin “pro­fil” (AT) glauben möchte, denn dort wür­den 70 Prozent der Öster­re­ich­er bil­lige Pflegekräfte aus dem Ost­block befür­worten. Doch bil­lig heißt auch ohne Aus­bil­dung in der mod­er­nen Pflege und Lohn­dump­ing für die dor­ti­gen pro­fes­sionellen Pflegekräfte und somit Ver­schlechterung der Krankenpflege.  

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Wie können wir in Zukunft unsere Miete und Essen zahlen? (III)

Wie sieht die aktuelle Lage aus? Doch erst­mal einen Dank für die Unter­stützung aller. Zwar hat der Ober­bürg­er­meis­ter Dr. Röh­linger bish­er noch nicht reagiert. jenar­beit schweigt, nein das Amt schweigt nicht, son­dern es schickt mir gestern ein Schreiben zu, dass ich auch im näch­sten Semes­ter, ab April 2006, weit­er­hin meine Lebenssicherung als Dar­lehen erhalte.

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6.45 Uhr

Immer um 6.45 Uhr mor­gens, immer. Es gibt keinen Ausweg. Um 7.00 Uhr will der Pflege­di­enst hin­ter sich die Woh­nungstür schließen und wir wer­den dann wieder Fam­i­lie. Kein Ausweg. Der Weck­er schrillt mor­gens seine Melodie. Die Melodie zieht in die Ohren, drückt sich ins Hirn ohne einen fre­undlichen Gruß. Auf­ste­hen brüllt die Moralin­stanz, son­st ist es pein­lich, wenn die Schwest­er nicht pünk­tlich unsere Woh­nung ver­lassen kann oder uns sog­ar weck­en muss. 6.45 Uhr, Jeden mor­gen, ob Sam­stag, ob Feiertag und klage bloß nicht. Die Kinder der anderen ste­hen auch früh im Bett und … Die Kinder der anderen nimmt man dann mit ins eigene Bett und tit­uliert es als Kuscheln. Guten Mor­gen, kaum öffnet man die Tür vom Schlaf zum Flur, knackt es im Kopf und Kälte durch­fließt einen. Schluß mit dem Pri­vat, ab hier begin­nt das öffentliche Leben, wie in ein­er Wohnge­mein­schaft, wo die Eltern des Fre­un­des mit über­nacht­en. Doch gehen die Eltern wieder, bis auf irgend­wann, am Ende des Semes­ters, und der Pflege­di­enst geht auch, kommt aber Abends wieder. Und bis dahin ist alles pri­vat, zumin­d­est bis man selb­st das Haus ver­lässt oder der Paket­di­enst klin­gelt. Ganz pri­vat formt sich der Tag, zieht sich zur Nacht und um 21 Uhr: Die Pflegekraft läutet, ein trock­enes Guten Abend stellt die Öffentlichkeit her , außer ich schließe die Tür zum Flur, zur umwacht­en Madame.

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Wie können wir in Zukunft unsere Miete und Essen zahlen? (II)

Update: als PDF-Datei der offene Brief (pdf)und eine tiefer­ge­hende Erk­lärung (pdf) zum, ich hoffe, besseren Ver­ständ­nis. Update II:unter FAQ find­et Ihr Antworten zu Fra­gen zu diesem The­ma. Für die Stadtver­wal­tung der Stadt Jena bin ich immer noch nicht ALG II berechtigt und auch nicht geeignet für die Sozial­hil­fe. Dies bedeutet, let­z­tendlich, ich bin für sie auch nicht hil­febedürftig, obwohl ich meinen Leben­sun­ter­halt nicht aus eige­nen Kräften bestre­it­en kann und auch nicht aus­re­ichend Hil­fe von ander­er Seite erlange (BAFöG gibt es halt nur, wenn man zur Uni oder zur Schule geht). Aber sie erken­nen an, dass ich kred­itwürdig bin und so “drück­en” sie mir ein Dar­lehen auf. Kred­itwürdig und doch kön­nen wir keinen Kred­it abzahlen. Irgend­wie wider­spricht sich das alles und es treibt einen zur Verzwei­flung. Hinzu macht die Stadt Jena mir das Recht auf Elternzeit stre­it­ig, mein­er Mei­n­ung nach, da sie mich in ein­er finanziell ungesicherten Sit­u­a­tion lassen. Wie bitte soll ich mit Exis­ten­z­sor­gen das Inten­sivkind noch gut pfle­gen?  

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Armes Kind in Deutschland

oder bess­er Kind armer Eltern. Dabei war mir schon klar, wenn ein­er von uns die Pflege oder Erziehung des Kindes am Tage zu Hause übern­immt, dass man da nicht von wohlhabend wird, ins­beson­dere wenn bei­de sich noch dem Studi­um wid­men wollen oder auch müssen, zwecks Aus­bil­dungsab­schluss. Aber man wird arm, zumin­d­est wenn ich dem Geschehen glauben darf, was mir auf der Ombudsstelle für Hartz IV passiert ist:  

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Kaffee und Rollenverständnis

Schlecht gemahlen­er Kaf­fee, auf dieser Basis soll man einen Weblog schreiben, ins­beson­dere auch dann, wenn man noch Teile von Bohnen zwis­chen die Zähne bekommt. Schlecht gemahlen ist wie: Was für eine Rolle nehme ich ein: Eigentlich beurlaubter Stu­dent. Doch diese Rolle kann ich gle­ich stre­ichen, wenn ich das Kinderpflege­bett neben an, im Inten­sivZ­im­mer sehe. Nun, Vater oder Papa. Oh ja, das kommt mein­er aktuellen Rolle näher, doch hat diese Rolle den päd­a­gogis­chen Charak­ter ver­loren. Aber dazu hat sie die den Krankenpflegers erhal­ten. Doch möchte ich mich, darin selb­st aus­ge­bildet, nicht zu Hause als Krankenpfleger definieren. 

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Der Dienstag, mitten

Ein Tag wie jed­er und … Es gibt kein und und es gibt kein: es ist wie jeden Tag. Ein Aus­sage, die in meinem Leben noch nie eine Wahrheit gefun­den hat. Ein­mal lag es mit an der fehlen­den zeitlichen Struk­tur im All­t­ag, ein ander­er Grund ist die Furcht, jed­er Tag ver­läuft nun ein­mal genau­so wie die Tage zuvor. Jet­zt, also heute, muss ich ein­fach ein zeitliche Struk­tur schaf­fen für die Madame, was heißt: feste Zeit­en für die Nahrung, feste Zeit­en zum Schlafen und Waschen. Jeden Tag die gle­ichen Zeit­en. Selb­st in Kreis­cha, in der Rehak­linik, wo sich vieles wieder­holt, sog­ar die Geschicht­en, ist jed­er Tag anders, zumin­d­est in der Erin­nerung. 

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