Pflegeempfänger und dem Pflegekunden

Seit mei­ner Aus­bil­dungs­zeit, wenn auch mit Pau­sen, bin ich mit dem Fach­ge­biet Pfle­ge ver­wach­sen. Doch erst heu­te lern­te ich das Wort „Pfle­ge­emp­fän­ger“ ken­nen. In der Kli­nik spre­chen sie vom Pati­ent, in Pfle­ge­hei­men kenn ich den Begriff Heim­be­woh­ner oder Kli­ent. Im ambu­lan­ten Bereich lern­te ich die Wor­te Kun­de oder Pfle­ge­kun­de ken­nen. Geläu­fig war mir die / der Zupfle­gen­de oder die / der Gepflegte.

Der Begriff „Pfle­ge­emp­fän­ger“ klingt pro­fes­sio­nell wie Pfle­ge­kun­de und für mich steckt dar­in ein Bruch. Pro­fes­sio­nell, weil die „Pfle­ge“ als ein Pro­dukt ver­stan­den wird. Ich ver­ste­he die Pfle­ge nicht als ein abge­schlos­se­nes Pro­dukt1, es über­setzt sich für mich nicht aus der Bedeu­tung „sor­gen für“ oder „betreu­en“ 2. Doch stim­me ich für das Pro­dukt „Pfle­ge“, betrach­te ich ein­zel­ne, abge­schlos­se­ne Pfle­ge­ver­rich­tun­gen, zum Bei­spiel das endo­tra­chea­le Absau­gen. Es stellt ein Ergeb­nis durch eine Hand­lung dar: Der Schleim in der Luft­röh­re wur­de ent­fernt und der Gas­aus­tausch in der Lun­ge kann unge­hin­dert ver­lau­fen; die Sauer­stoff­sät­ti­gung auf dem Moni­tor steigt.

Lies mehr!

Pflegevollversicherung

Der Weg zu einer Voll­ver­si­che­rung der Pfle­ge und kei­ne “Teil­kas­ko” ist zu begrü­ßen. Sicher­lich, die­se Leis­tung wird es nicht zum Null­ta­rif geben. Es muss bei der Idee klar sein, die Pfle­ge eines Ange­hö­ri­gen wird zu einem Armuts­ri­si­ko für die Pfle­gen­den. Eine Voll­ver­si­che­rung bei rich­ti­ger Aus­ge­stal­tung die­ser wird zu einer sozia­len Absi­che­rung der Fami­lie. Denn wer pflegt, muss in vie­len Fäl­len sei­nen Job ver­las­sen und bei feh­len­den Ein­kom­men und Ver­mö­gen bleibt nur das ALG 2 oder Hartz  IV. Gut, gut, es gäbe das Pfle­ge­geld. Ein klei­ner Betrag gegen­über einen Fach­ar­bei­ter­lohn. Wenn dann noch bei einer Schwerst­pfle­ge Pfle­ge­dienst ein­ge­kauft wer­den muss, dann bleibt vom Pfle­ge­geld nicht viel übrig. Die Idee, ich pfle­ge mei­ne Mut­ter oder Toch­ter zu Hau­se, wird zu einem finan­zi­el­len Alp­traum. Der Aus­weg Pfle­ge­heim oder aber wir als Fami­lie sind schon unter die magi­sche Gren­ze vom Schon­ver­mö­gen gesprun­gen, dass end­lich das Sozi­al­amt die Pfle­ge gut mitfinanziert. 

Lies mehr!

Mit dem Intensivkind auf die Kur gehen

Mit dem Inten­siv­kind zur Kur fah­ren – ein Gedan­ke, den ich in unse­ren gesam­ten Leben­zeit vom der Madame nicht wei­ter bedacht hat­te. Es scheint / schien mir zu aus­sichts­los. Das The­ma wur­de von mir ver­drängt, das The­ma wur­de für mich ein Tabu. Ein schwerst­pfle­ge­be­dürf­ti­ges Kind und eine Kur ist No Go, es ist wie Inten­siv­kind und wir fah­ren alle vier zum Urlaub ins Aus­land, No Go.

Lies mehr!

Männertag, Roboter und Pflege(not)

Ges­tern war Män­ner­tag und haben Sie dar­an gedacht? So wie ich es ver­ste­he ist die­ser Tag nicht mit dem Her­ren­tag zu ver­wech­seln. Die Idee dahin­ter sei die Gesund­heit der Män­ner, bei dem ein aus­schwei­fen­der Alko­hol­kon­sum ein Kon­tra ist.

Den­ken wir an die Gesund­heit des Man­nes, dann sind wir vom Kran­ken­pfle­ge­be­ruf nicht weit ent­fernt. Es ist scha­de, dass die Män­ner­ge­sund­heit nicht ein The­ma war im „Radio­feuil­le­ton – Im Gespräch“ auf Dra­dio Kul­tur. Dage­gen schwapp­te das The­ma Alten- und Kran­ken­pfle­ge mit ein in der Gesprächs­run­de. Das Haupt­the­ma war „Mein per­sön­li­cher Robo­ter – Sci­ence Fic­tion oder bald Rea­li­tät?“ Es wur­de im Gespräch die Idee erläu­tert, dass man wohl Robo­ter in der Pfle­ge bei der Essens­auf­nah­me und der Kör­per­pfle­ge ein­set­zen kön­ne. Dies mit der Mei­nung, die Pfle­ge­kräf­te hät­ten dann mehr Zeit sich see­lisch um die Pati­en­ten zu kümmern.

Lies mehr!

Entlastungsangebote: Ich werd kein Pflegefall

Da beschließt der DBfK und die Bar­mer GEK eine Rah­men­ver­ein­ba­rung für die Ent­las­tung der pfle­gen­den Ange­hö­ri­gen, also mich, und ich fin­de neben der Nach­richt im Inter­net auf die Schnel­le nichts Ein­deu­ti­ges, was sie beschlos­sen haben. Ich bekom­me somit den Ein­druck, es geht an den Bedürf­nis­sen, mei­nen Bedürf­nis­sen vor­bei. Denn schon die­se Aus­sa­ge von Herrn Wag­ner des DBfK:

End­lich kön­nen pfle­gen­de Per­so­nen die­se drin­gend benö­tig­te Leis­tung bean­spru­chen, um nicht selbst zum Pfle­ge­fall zu wer­den.“ aus: Biblio­med – News: DBfK und Bar­mer GEK wol­len Ange­hö­ri­ge ent­las­ten. 28.6.2012 https://​www​.biblio​med​.de/​n​e​w​s​/​-​/​c​o​n​t​e​n​t​/​d​e​t​a​i​l​/​705767. abge­ru­fen 29.6.2012

wir­ken auf mich unglaub­wür­dig, wenn nicht ein­deu­tig (kom­men­de) Leis­tun­gen benannt wer­den und bei sol­chen Ver­trä­gen kei­ne Mit­ar­beit von Betrof­fe­nen erkenn­bar ist, die es auch orga­ni­siert gibt wie „wir pfle­gen“.

Lies mehr!

Pflegenotstand vs. Vergütung der Krankenpflege

Über 70.000 Tref­fer zeigt aktu­ell Goog­le an, wenn ich die Zei­chen­ket­te „Pfle­ge­not­stand Deutsch­land“ ein­ge­be. Ein aktu­el­les The­ma, mit bedingt durch den Fach­kräf­te­man­gel. Der Pfle­ge­not­stand, so darf ich erwar­ten, wird sich wei­ter ver­schär­fen, wenn die Ver­gü­tung der Alten- und Kran­ken­pfle­ge nach unten geschraubt wird. Dies geschah aktu­ell in Meck­len­burg-Vor­pom­mern durch einen Schieds­spruch bei den Ver­hand­lun­gen der Ver­gü­tung Häus­li­cher Krankenpflege.

Lies mehr!

Pflegehilfsmittel nicht oder doch ärztliches Rezept

Gar nicht so ein­fach, den Inkon­ti­nenz-Bett­schutz – den wie­der ver­wend­ba­ren – bei der Pfle­ge­kas­se zu bean­tra­gen. Da lese ich auf den Web­sei­ten, ich bräuch­te kein ärzt­li­ches Rezept. Also müss­te ich nur bei der Pfle­ge­kas­se anru­fen und dann regelt es sich. Es ist ein Pfle­ge­hilfs­mit­tel, was den Leis­tun­gen der Pfle­ge­kas­se zu geord­net wird. Von der Apo­the­ke bekom­me ich dazu sogar ein For­mu­lar, ein ärzt­li­ches Rezept sei nicht nötig.

Lies mehr!

Die Pflegekraft zu Hause

Haben Sie sich schon Gedan­ken gemacht über Ihre zukünf­ti­ge Pfle­ge­si­tua­ti­on. Nein?! Sie soll­ten es, wich­tig ist Ihr Wohn­raum, den der soll­te ein Zim­mer zu viel haben. Kei­ne Besen­kam­mer, nein, es … 

Lies mehr!

Gute Pflege, guter Lohn und die Pflegenot

Gute Pfle­ge möch­te gut ent­lohnt wer­den. Eine Losung, die beim Fach­kräf­te­man­gel auf dem Pfle­ge­markt logisch sein soll­te. Wenn Fach­kräf­te gebraucht wer­den und die­se unzu­rei­chend gefun­den wer­den, steigt deren Wert und somit dürf­te ihnen ein höhe­res Gehalt als bis­her sowie bes­se­re sozia­le Leis­tun­gen zu ste­hen vom Arbeitgeber.

Auch wenn Pfle­ge­diens­te, Kran­ken­häu­ser oder Pfle­ge­hei­me dies erken­nen, ist denen wie­der­um die Hand zum Han­deln gebun­den. Wer einen guten Lohn zah­len möch­te, muss ent­spre­chen­de Ein­nah­men haben. Ein­nah­men, die auch gebraucht wer­den, um das ein­ge­stell­te Per­so­nal gut zu schu­len und wei­ter zu bil­den, eine For­de­rung von der Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin Ursu­la von der Ley­en (CDU). Der For­de­rung stim­me ich zu, genau­so den Punkt fami­li­en­freund­li­che Arbeitsplätze.

Alles The­men, die mit einer guten Finan­zie­rung der Pfle­ge durch­führ­bar sind. Fami­li­en­freund­lich könn­te zum Bei­spiel die Schaf­fung von Betriebs­kin­der­gär­ten sein. Gute Finan­zie­rung – wer soll das bezah­len? Die Kran­ken- und Pfle­ge­kas­sen müs­sen mit knap­pen Finanz­mit­teln arbei­ten, den Kom­mu­nen mit ihren Sozi­al­äm­tern gehe es auch nicht besser.

Heißt dies dann gute Pfle­ge, guter Lohn und wir wis­sen nicht, wie wir es finanzieren? 

Lies mehr!

Fachkraft in der Pflege

Wenn Sie in die Auto­werk­statt fah­ren, möch­ten sie sicher­lich gewiss sein, wer sich dort als Fach­kraft beti­telt, ver­fügt auch über die Aus­bil­dung hier­zu. Sagen Sie Ja? Ich hof­fe es. Was erwar­ten Sie, wenn man von einer Pfle­ge­fach­kraft spricht? Ich per­sön­lich – gut, ich kom­me aus Kran­ken­pfle­ge – sehe in einer Pfle­ge­fach­kraft eine Per­son, die eine mehr­jäh­ri­ge Aus­bil­dung hin­ter sich hat wie eben bei einem Fach­ar­bei­ter üblich.

Doch wird der Begriff Fach­kraft nicht so ange­wen­det, son­dern auch schon ein­ge­setzt für klei­ne Kur­se für Nicht­pfle­ge­be­ru­fe. Etwas, was mit den schwie­ri­gen Ruf der (Kinder-)Krankenpflege bzw. Alten­pfle­ge sicher­lich zu schaf­fen hat. Aber auch wird einem schnell die Aus­sa­ge ver­lei­det, Pfle­ge kann doch jeder. Geprägt wird die mit durch die lau­fen­de Poli­tik über Hilfs­kräf­te und Aus­bil­dungs­vor­aus­set­zung für den Pflegeberuf.

Lies mehr!

Pflegenoten und zum Teuer in der Pflege

Haben Sie sich ihren Pfle­ge­dienst nach Pfle­ge­no­ten aus­ge­sucht? Ich bin da vor­sich­tig und ver­traue ihr eher den Kri­te­ri­en, die man über die Selbst­hif­le oder dem Pfle­ge­stütz­punkt bekommt. Das bes­te Bei­spiel über die schlech­te Qua­li­tät des Noten­sys­tems kam mir heu­te zwi­schen “die Finger”:

Selbst ekla­tan­te Pfle­ge­män­gel – etwa bei der Wund­ver­sor­gung oder beim Essen und Trin­ken – kön­nen durch eher zweit­ran­gi­ge Merk­ma­le wie etwa ein hüb­sches Zim­mer aus­ge­gli­chen wer­den.” Pfle­ge­ver­si­che­rung wird teu­rer. aerz​te​blatt​.de. 21.11.2010.

Lies mehr!

Pflege – die Armutsfalle

Pfle­ge­not­stand – dies ist die Sei­te vom Fach­kräf­te­man­gel und ver­traut man so eini­gen Ana­lys­ten mit ihren Blick auf die aktu­el­le Bun­des­po­li­tik, so rei­ten wir wei­ter in den Not­stand hin­ein. Den … 

Lies mehr!

Gesundheitsuni Jena vs. Schwerstpflege

Die Gesund­heits­uni in Jena – ein Pro­gramm für Pati­en­ten und pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge, wie aber auch den Pro­fi aus dem Fach „Gesund­heit“. Doch es ist ein­fach die Zeit, die mir fehlt, dass ich mich bei sol­chen Wis­sens­kur­se für die (Selbst-)Pflege fit machen kann oder eben ein­fach um den eige­nen Hori­zont zu erwei­tern. Könn­te ich mei­nen, doch ist es nicht die Zeit primär.

Lies mehr!

Hauptschule & Krankenpflege: Der Pflegenotstand

Der eine oder ande­re wird es sicher­lich erfah­ren haben, Vor­au­set­zung für die Kran­ken­pfle­ge-Aus­bil­dung ist nicht mehr der Real­schul­ab­schluss, son­dern es reicht der Hauptschulabschluss.

Ein trau­ri­ger Schritt – die Moti­va­ti­on der Poli­tik, so wie ich es ver­nahm, sei der Pfle­ge­not­stand. Schluss­fol­ge­re ich rich­tig, dann heißt dies, wir brau­chen für die­sen Beruf kein gut qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal. Ich will nicht sagen, dass Haupt­schü­le­rIn­nen kei­nen guten Job machen wür­den oder war­um gibt es über­haupt noch den Realschulabschluss.

Lies mehr!

Das Risiko: Die Investition in ein Pflegeheim

Über das Image von Pfle­ge­heim – naja, muss man dar­über wirk­lich noch reden, aber was inter­es­sant ist, Hei­me wer­den für die Inves­to­ren zu einem Risi­ko­ge­schäft. Der Grund  ist sim­pel: Das … 

Lies mehr!

Pflegeabos beim Discounter

Der Preis guter Pfle­ge soll mög­lichst bil­lig sein. Zumin­dest wenn man der Umfra­ge vom Nach­rich­ten­ma­ga­zin “pro­fil” (AT) glau­ben möch­te, denn dort wür­den 70 Pro­zent der Öster­rei­cher bil­li­ge Pfle­ge­kräf­te aus dem Ost­block befür­wor­ten. Doch bil­lig heißt auch ohne Aus­bil­dung in der moder­nen Pfle­ge und Lohn­dum­ping für die dor­ti­gen pro­fes­sio­nel­len Pfle­ge­kräf­te und somit Ver­schlech­te­rung der Krankenpflege. 

Lies mehr!