Artikel

21. Mai 2009

In den Vierundzwanzig davor Stun­den bevor
das Gewit­ter sich im Groll mit Don­ner und Hagel nieder­lässt
ist das Kind unzufrieden in ein­er Unruhe gefan­gen
mit der sie stück­elt den Schlaf und die Nacht teilte als sei es Tag
zum Wach­sein mit Trä­nen
forderte die Schwest­er am Bett
den laut­en Mon­i­tor über den Hof
still wer­den zu lassen und
als die Vierundzwanzig vor dem ersten Blitz und Don­ner sich runter zählen
auf zwei Stun­den zuvor
wird sie ruhig und entspan­nt
sagte dem Leid das Aus
als sei es der schön­ste Nach­mit­tag
der sich bedeckt für uns mit Grau und Grum­meln
zum plöt­zlichen Regen begleit­et uns nach Haus
ins Trock­ene eilen wir mit der Gewis­sheit oder Ahnung
.,ihr Unfrieden der Vierundzwanzig war die Ent­ladung jet­zt.

Artikel

2. Juni 2009

Das Kind hat in der Nacht
um die Hun­dert im Puls geschlafen
oder um dreißig Schläge zu hoch
war gestellt der Rhyth­mus in der Minute

der Ruhe schenk­te ihr
keine Erhol­ung
und machte den Tag müde
für drei Stun­den im Tief­schlaf
ver­sanken meine Gedanken an den Som­mer
mit sein­er Hitze und ein dro­hen­des Gewit­ter jagte
die Epilep­sie zum Umschwung

nur mit Wind ohne Don­ner
rollte warme Luft über die Ter­rasse
durch den klaren Him­mel der Mond
im Dreivier­tel bracht­en mir die Ruhe
und die Erin­nerung an ein­er glim­menden Zigarette
mit deren vorüberge­hen­der Übelkeit.

Artikel

Intensivkind & Kindergarten: Wer zu streiken hat

Wer nun eigentlich zu streiken hat, kon­nten wir die ersten drei Tage der Woche nicht klären. Unser inte­gra­tiv­er Kinder­garten sollte, wollte oder hat nicht, wer auch immer das entsch­ied. Aber das Kind, es meinte, wenn die nicht streiken, dann bleibe halt ich zu Hause. Na, gemeint hat sie es wohl sel­ber nicht, es war wohl eher ein Infekt, Fieber und … Kein und, denn eine Ursache fand sich bish­er nicht und sagen kon­nte sie es auch nicht, wo es zwickt, ob Hals, Rachen oder im Bauch. Am Mittwoch war dann Schluss mit Fieber, pünk­tlich. Denn am Don­ner­stag war Abschlussfeier von den Vorschulkindern, da darf man nicht fehlen, auch wenn man die Par­ty ein­fach ver­schläft.

Der Abschied vom Fieber, da wird einem klar, es war es nicht allein. Sie schläft am Tage und in der Nacht sorgte die Unruhe, der Bauch für wache Stun­den. Kein Wun­der, wenn man den Tag ver­schlafen muss. Und heute, die Nacht war ruhiger, das Wet­ter lächelte erst und die Blät­ter der Bäume vorm Raum der Phys­io­ther­a­pie spiel­ten mit dem Son­nen­strahlen in ihrem Gesicht, lock­ten sie aus der Müdigkeit. Jet­zt sind es aber die grauen Wolken, die vom Regen bericht­en wollen. Ob sie wieder schläft. Ich werde es wohl erst wieder heute Nach­mit­tag erfahren.

Artikel

15. Mai 2009

Ist es die Hil­flosigkeit als das Kind weint um einen unbekan­nten Schmerzen deren Zuck­en ohne rhyth­mis­che Folge zu erwäh­nen bricht sich in einem Schrei ohne Laut der fehlen­den Stimme gebremst durch die Kanüle unter dem Kehlkopf geset­zt in der Luftröhre eröff­nen neue und alte Gedanken über den Tod der Trau­rigkeit über das Dasein mit der Frage was hätte bess­er sein kön­nen als keine Antwort und es wollte auch keine Antwort wegen der Gewis­sheit nicht bessern zu kön­nen oder braucht der Men­sch eben nur Hoff­nung die meine Hil­flosigkeit wieder bren­nen lässt.

Artikel

Obstipation: Movicol vs. Flohsamenschalen

Obsti­pa­tion oder auch Ver­stop­fung genan­nt, darunter lei­den nicht wenige ältere Leut. Und es ist auch ein häu­figes Prob­lem bei behin­derten Kindern, die nicht per Fuß durch die Gegend flitzen, son­dern dafür einen Roll­stuhl oder Bug­gy bedür­fen. Fehlende Bewe­gung, heißt es als Ursache. Nicht nur, so unsere Erfahrung, son­dern auch eine Sache der Ernährung und der Trinkmenge. Aber wenn das Kind schlecht isst, sicher­lich, dann kommt man hier auch nicht weit­er. Und was dann? Es gibt so einige Medika­mente, welche ein­mal die Peri­staltik erhöhen oder andere helfen, den Stuhl im Darm zu „ver­flüs­si­gen“.  

Weit­er­lesen

Artikel

Wenn der Schlaf die Nacht nicht findet

Schlafen Sie des Nachts gut durch? Wenn nicht, dann wis­sen Sie ja, welche Last man dann noch mit sich trägt, wenn man so in den Tag startet und volle Leis­tung brin­gen soll. Auf Dauer scheit­ert man, muss man. Bei vie­len Eltern mit behin­derten Kind ist dies aber All­t­ag und der Schlaf ist nicht etwa allein dadurch gestört, weil man über seine Sor­gen grü­belt. Nein, viel eher ist es das Kind selb­st, was die Unruhe in die Nachtruhe bringt. Bei den einem muss das Kind mehrfach gedreht wer­den, auf den Rück­en und dann wieder auf die andere Seite. Ist es dies, dann heißt es mit­ten im Traum raus in die Real­ität Pflege und wenn das Kind wieder die Ruhe gefun­den hat, kann man erneut ver­suchen den Schlaf zu find­en. 

Weit­er­lesen

Artikel

In den Schlaf geküsst und aufgewacht die Epilepsie

In den Schlaf geküsst habe ich sie. Nur ein Kuss mit einem Klack hab ich sie in dem Atem­still­stand geschickt, einem epilep­tis­chen Anfall von kurz­er Dauer und dann hat sie geschlafen, ange­dockt an die Beat­mung. Nicht lange, wirk­lich nicht lange schlief sie. Eine halbe Stunde vielle­icht, dann war sie, etwas lei­d­voll, wieder wach, suchte den Drachen, der sich ger­ade in ihr ver­steckt hat­te und irgend­wo, sei es im Bauch oder in den Beinen, schmerzte. Aber irgend­wann, man schaut nicht mehr auf die Uhr, fand sie die Schlaf wieder und wach hab ich sie geküsst. Nein, kon­nte ich nicht, die Epilep­sie kam schneller und riss ihre Arme hoch, drück­te das Kinn nach hin­ten. Einen guten Mor­gen, wenn man so sagen darf, der wurde es trotz­dem, schließlich verkün­de­ten die größeren Blitze im Gehirn erst gegen Mit­tag wieder ihr Dasein.

Artikel

Wenn man es hätte: Vorhersehbarkeit

Da lernt einem die Finanz­nachricht­en, eine Krise, sie brauche Vorherse­hbarkeit und Sicher­heit, um sie zu sta­bil­isieren – dies wün­schte ich mir auch mal  – Ich würde am Nach­mit­tag gerne vorherse­hen kön­nen, ob nun heute Abend kein Schmerzat­tack­en auf­tauchen, die man nicht beurteilen kann, wo man nur die Ohn­macht ken­nt.

Weit­er­lesen

Artikel

Die Unruhe, unklar dem Woher

Wieder die Konzen­tra­tion ver­loren für den Text, über das, was ich schreiben wollte, sollte. Das Kind weinte vor Schmerzen, schon der ganze Tag lief nicht, nur auf dem Arm wollte sie sein. Ein kom­mender Infekt? Eine Frage und keine Antwort. Die Luft im Bauch, kommt sie raus, es schafft Abhil­fe, für kurze Zeit. Der Abend, keine Ruhe, kein Schlaf und erst spät schloss sie die Augen, nach der Chemie gegen den Schmerz und gegen Bauchkrämpfe. Stört der But­ton. Ent­blockt, neu geblockt. Eine leichte Besserung trat ein und trotz­dem keine Antwort. Die Herzfre­quenz im Schlaf jet­zt zu hoch, höher als nor­mal. Das Warten am Bett mit ein­er neuen Schwest­er, die Hoff­nung, ein aufger­autes Ver­trauen auf eine ruhige Nacht.

Artikel

Intermezzo vs. Intensivstation

Ein halbes Jahr ist nun rum, ohne dass die Lady das nächtliche Innen­leben der Klinik erfahren musste. Doch sollte es nur bei einem hal­ben Jahr bleiben, denn gestern ging es mit den Hil­fen des Ret­tungswe­sens ab in die Klinik. Hyper­ven­ti­la­tion, Epilep­sie waren die Diag­nosen und heute gegen Mit­tag ging es wieder raus, zurück in die eige­nen vier Wände. Inter­mez­zo für ein Inten­sivkind, um ihrer Inten­sivs­ta­tion in der Klinik zu zeigen: “He, mich gibt es auch noch!”  

Weit­er­lesen

Artikel

Vom Kaffee zum Tee

Das hält kein­er aus. Hitzereko­rd von über 38 Grad in Deutsch­land und ich lege mir selb­st auf, keinen Kaf­fee oder kaf­feeähn­lich­es Getränk mehr zu trinken. Doch das hält man nicht aus als “Kof­fein­junkie”. Klar, der Genuss von Cap­puc­ci­no hat ein wenig über­hand genom­men, fünf große Tassen am Tag, für meine Ver­hält­nisse zuviel, gebe ich zu. Zuviel, da ich dann die Nei­gung spüre, nichts anderes mehr zu trinken, als vielle­icht noch chin­in­haltige Getränke.  

Weit­er­lesen

Artikel

Ein Jahr …

Gestern vor einem Jahr waren wir schon für zwei Tage zu Hause, mit ein­er geschädigten Lunge und Sauer­stoff über 1 bis 2 Liter in der Minute, doch dann ging es an diesem Tag mit dem Kranken­trans­port gegen Mit­tag wieder zurück in die Klinik. Atem­not und eine Unruhe, ein inner­er Kampf hat­te die Lady zu Hause nie zur Ruhe brin­gen kön­nen. Die Nächte waren mit zu wenig Schlaf gefüllt, der einzige Tag mit viel Leid und doch war sie ein­mal, bevor der Trans­port kam in die Klinik, auf ihrem Lagerungskeil ruhig und zufrieden. Sie lag am Fen­ster und die Sonne schien ihr ins Gesicht. Sie brachte die Ruhe.  

Weit­er­lesen

Artikel

Tage ohne Sonne

Es sind die Tage, wo man nicht dazu kommt, den Abwasch zu machen. Es sind die Tage, wo die Sonne sich hin­ter einem Grau ver­steckt und die Entschei­dung zum Regen trotz­dem nicht getrof­fen wird. Wenn dann an diesen Tagen das Kind wieder und wieder ihren Kör­p­er über­streckt, alle Muskeln ver­steift, schre­it ohne Stimme, ver­liert sich jedes Lächeln. Ein Kampf um nicht erkennbares ver­dreht sich in sich selb­st, ohne ein Schluss, zieht sich über Stun­den, wo man bei sich selb­st dann die Gedanken boykot­tieren muss, die erzählen: “Ich brech zusam­men. Ich muss raus.” und die Fan­tasie dazu Wege beschreibt, wie ein Raus möglich ist. Ein weit­er­er Kreis begin­nt sich zu drehen: Ein Raus ist nicht möglich, ein Zusam­men­bruch noch weniger und sie ist ein­fach zu schön, wenn sie wieder lächelt und ihren Mund ver­formt als will sie ein Kuss.

Artikel

Erschöpfung … der Ruf nach

dem Pflege­di­enst. Heute nach­mit­tag war die kleine Lady auf ein­mal so unlei­dlich wie lange nicht mehr. Nach zwei Stun­den Weinen, nach zwei Stun­den ohne einen Plan, wie ich oder wir sie aus ihrer Gefan­gen­schaft, ihrem Schmerz her­aus lösen kön­nen, kreuzen einen die Gedanken, ob dann nicht Fieber eher zu ertra­gen ist als dies. Doch ver­w­erfe ich schnell diese Idee und starte einen neuen Ver­such, ihr aus dem Kampf mit dem Schmerz, denn kein­er von uns lokalisieren, her­aus zu helfen …

Nach drei Stun­den taucht dann die Ahnung auf, worum es geht: ein Zahn will aus den Kiefer explodieren in langsamen Schrit­ten. Die Ahnung hil­ft einen kurzen Moment, wie auch Kamis­tad, ein Gel zur Lin­derung Zah­nungs­beschw­er­den. Am Ende, am Schluss kommt der Kampf wieder und meine Fin­ger greifen zum Schmerzmit­tel. Doch die Wirkung, sie lässt auf sich warten bis dann der Schlaf erzeugt wird durch Tavor, ein Ben­zo­di­azepin. Als dann die Schwest­er vom Pflege­di­enst kommt sind vier Stun­den Kampf, Weinen, Schreien … Sie schläft still, als sei nichts gewe­sen und jet­zt hof­fen wir auf eine ruhige Nacht.

Artikel

Kindergarten vs. Intensiv

Fieber – mal knapp vor der 41 ste­hen geblieben, Chemie hinein und nach Stun­den gesenkt. Fieber – Kind lauwarm abge­waschen und sie an der Luft trock­nen gelassen. Fieber und die Frage, warum ste­ht das Ven­til der Heizung auf vollem Durch­fluss, was bedeutet eine Zim­mertem­per­atur von min­destens 25 Grad und das bei ein­er Madame, die zu Hitzes­tau neigt und Wärme mit Unruhe ver­achtet.  

Weit­er­lesen

Artikel

Stille zu Fieber

War es noch die Stille, von der ich let­ztens schrieb, so ist es heute mor­gen die Ruhe nach einem anstren­gen­den Woch­enende mit dem Kinde. Ihre Imp­fung hat angeschla­gen, zu sehr. Die Impf­reak­tion war ein­deutig da: Fieber, Unruhe, Fieber, welch­es unstill­bar wurde in manchen Stun­den, wo keine Chemie mehr aus­re­ichte, ihr die Ruhe und Küh­le zu geben und dazu war noch Wochende und ihr Kinder­arzt in aller Ferne, so dass nur noch die Ambu­lanz der Kinderklinik bleibt. Fieber, für die Impf­reak­tion war es zu lange und ein Zeichen für einen Infekt gibt es nicht. Vierzig Grad, vielle­icht hat die Lady ihre eigene, atyp­is­che Impf­reak­tion, die eben heftiger ist als beim Durch­schnitt der anderen Kinder. Ich denke, auch wenn es endlich vor­bei wäre, wenn es doch vor­bei wäre, wir wer­den nie erfahren, was es wirk­lich war, was das Fieber brauchte, es sei den bei ein­er zukün­fti­gen Imp­fung spult sie wieder ein solch­es Pro­gramm ab, was uns und sie an die Gren­zen bringt und die Melodie der Angst um ihr Leben wieder deut­lich­er summt in unseren Ohren.