Pflegezirkus // Gestalte die Intensivpflege mit Lebenslimitierung und Behinderung - der Suche der Identität im Mann-Sein darin //

Behinderung & Krankenhaus: Belange der Betroffenen berücksichtigen!

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Der deut­sche Ethik­rat hat­te die Woche die vor­kom­men­de schlech­te Kran­ken­haus­ver­sor­gung von Behin­der­ten kri­ti­siert. Zurecht und begrü­ßens­wert, denn es ist ein Grund, war­um wir und ande­re mit einem Inten­siv­kind ver­su­chen die Kli­ni­ken zu ver­mei­den: Was durch den Pfle­ge­dienst Zuhau­se geleis­tet wird, kann in der Kli­nik durch den Per­so­nal­schlüs­sel in vie­len Fäl­len nur unzu­rei­chend umge­setzt wer­den. Die­ser Fakt wur­de uns in der letz­ten Kri­se im Kin­der­hos­piz vor 14 Tagen wie­der bewusst.

Die Grün­de einer schlech­ten Ver­sor­gung in der Kli­nik sind bekannt: die schlech­te Per­so­nal­aus­stat­tung und das feh­len­de Wis­sen über die Pfle­ge von Men­schen mit mehr­fa­chen Behin­de­run­gen, zum Bei­spiel in der Kommunikation.

Ein guter Weg des Gesetz­ge­bers wäre gewe­sen, das alle Men­schen mit Behin­de­rung, die über einen Pfle­ge­dienst ver­sorgt wer­den bis zu 24 Stun­den täg­lich, die­sen in die Kli­nik mit­neh­men kön­nen. Dies darf aber nur die Grup­pe der Betrof­fe­nen, wel­che selbst Arbeit­ge­ber sind von ihren Assis­ten­ten / Pfle­ge­kräf­ten. Wer einen Pfle­ge­dienst hat, der als Sach­leis­tung von der Kran­ken­kas­se, der Pfle­ge­kas­se und dem Sozi­al­amt bezahlt wird, muss es selbst finan­zie­ren. Dies ist sicher­lich für die meis­ten Ver­si­cher­ten nicht zu leis­ten. Initia­ti­ven für ein Ja, alle Men­schen mit Behin­de­run­gen dür­fen ihre Pfle­gen­den mit in die Kli­nik neh­men, sind bis­her geschei­tert.

Auch wenn es zu einer bes­se­ren Per­so­nal­aus­stat­tung in der Kli­nik käme, sehe ich es wei­ter­hin als nötig, dass Men­schen mit Behin­de­rung ihre Pfle­ge­fach­kräf­te mit­neh­men können:

  • die­se Per­so­nal­kräf­te sind in der kom­ple­xen Pfle­ge des Betrof­fe­nen eingearbeitet
  • wis­sen und beherr­schen die beson­de­re Kom­mu­ni­ka­ti­on mit ihren Patienten
  • die spe­zi­el­le Kran­ken­be­ob­ach­tung zur Ver­mei­dung von lebens­be­droh­li­chen Zustän­den wird gesichert
  • heim­be­atme­te Pati­en­ten kön­nen bei aus­rei­chen­der Sta­bi­li­tät auf “Normal”-Station ohne eine Gefähr­dung der Patientensicherheit
  • der Pfle­ge­dienst kann sein Per­so­nal durch­gän­gig beschäf­ti­gen; even­tu­el­le Kün­di­gun­gen durch einen län­ge­ren Weg­fall des Arbeits­plat­zes beim Pati­en­ten wer­den ver­mie­den. Ein Ver­lust des Per­so­nals kann bedeu­ten, dass der Pati­ent in der Kli­nik blei­ben muss, bis das häus­li­che Pfle­ge­team wie­der steht.

Sicher­lich steht ihr das Argu­ment der Dop­pel­fi­nan­zie­rung der Pfle­ge durch die Kos­ten­trä­ger. Dage­gen lässt sich hal­ten, dass für die­se Pati­en­ten­grup­pe eine geson­der­te Finan­zie­rung ent­wi­ckelt wer­den kann. Hin­zu wäre es für die Kli­ni­ken ent­span­nend, da sie für die­se Pati­en­ten­grup­pe kein Per­so­nal vor­hal­ten müss­ten und trotz­dem ihr Leis­tun­gen anbie­ten können.

Die Idee des Ethik­ra­tes, jedes Kran­ken­haus soll­te einen Behin­der­ten­be­auf­trag­ten bekom­men, klingt nett. Doch wenn die­ser nur die Stel­lung bekommt, sagen zu dür­fen, wie etwas sein soll­te und nicht mehr bewir­ken kann, sehe ich als schwie­rig an. Es muss gesi­cher­te Qua­li­täts­stan­dards geben, die auch eine siche­re und gute Ver­sor­gung von Men­schen mit mehr­fa­chen Behin­de­run­gen gewähr­leis­ten. Qua­li­täts­stan­dards, die ein­ge­klagt wer­den kön­nen. Und die wich­tigs­te For­de­rung bleibt für alle Pati­en­ten: Kei­ne Ein­spa­run­gen beim Per­so­nal, die auf Kos­ten der Pati­en­ten­si­cher­heit geht. Dies erzeugt nicht nur eine Unter­ver­sor­gung von Pati­en­ten, son­dern treibt auch die Feh­ler­quo­te hoch.

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Ein Blog, kleine "Skizzen" aus dem IntensivZimmer, der Führung in der Pflege, als pflegende Angehörige, dass DrumHerum, wie die Pflege "lebt", ihr gut tut, die Teilhabe wie in der Schule, was die Kranken-, die Sozialkassen ... Wir mitten drin mit der Linn, unserer IntensivLady ...

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