Drei Ängste wegen dem Coronavirus Sars-CoV‑2

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Als guter Kerl muss „Mann“ für sei­ne Fami­lie sor­gen und sie schüt­zen kön­nen, so das tra­di­tio­nel­le Män­ner­bild. Doch der Virus Coro­na Sars-CoV‑2 zeich­net eine ande­re Sto­ry und ver­ängs­tigt mich: Mit den tra­di­tio­nel­len Waf­fen des Man­nes wie sei­ne Fäus­te, Mes­ser oder Gewehr, da wird er schei­tern gegen Sars-CoV‑2.

Die Waf­fen sind Iso­la­ti­on und Desinfektion.

Zwei Waf­fen, zwei Din­ge, die wie eine Illu­si­on wir­ken in unse­rem Pfle­ge­Zim­mer oder bei ande­ren Fami­li­en mit außer­kli­ni­scher Inten­siv­pfle­ge. Sie sind nicht oder in Zukunft schwer ein­zu­set­zen. Warum?

Ich erle­be eine Angst, dreifach:

  1. Die Angst, nicht des­in­fi­zie­ren zu können.
  • Die Leu­te kau­fen nicht nur die Nudel­re­ga­le leer, son­dern auch die Des­in­fek­ti­ons­mit­tel, Mund­schutz und Hand­schu­he. Im Online­han­del und in der Apo­the­ke vor Ort gibt es kein Des­in­fek­ti­ons­mit­tel mehr.
  • In der ambu­lan­ten Inten­siv­pfle­ge braucht es für den Schutz der Pfle­ge­kräf­te und der Pati­en­ten eine siche­re Hygie­ne. Denn vie­le schwer erkrank­te Men­schen sind Immun­ge­schwächt oder haben ange­leg­te Kör­per­öff­nun­gen zur The­ra­pie wie ein Luft­röh­ren­schnitt oder Magensonde. 
  • Selbst wenn die Pati­en­ten in die­ser Pan­de­mie eine Arzt­pra­xis auf­su­chen, kann es kri­tisch wer­den. Auch bei denen wer­den die Hygie­ne­pro­duk­te zur Man­gel­wa­re (in Zukunft).
  1. Die Angst, kein Kli­nik­bett zu bekommen.
  • Durch die (kom­men­de) hohe Zahl an Covid-19 Erkran­kun­gen wer­den vie­le Kli­nik­bet­ten belegt sein. Sind kei­ne Bet­ten frei, dann kön­nen die Pati­en­ten in der außer­kli­ni­schen Inten­siv­pfle­ge nicht sta­tio­när auf­ge­nom­men wer­den, wenn die­se eine Kri­se haben.
  1. Die Angst, unse­re Toch­ter kann an einer Lun­gen­ent­zün­dung sterben
  • Die Leu­te kau­fen nicht nur die Nudel­re­ga­le leer, son­dern auch die Des­in­fek­ti­ons­mit­tel, Mund­schutz und Hand­schu­he. Im Online­han­del und in der Apo­the­ke vor Ort gibt es kein Des­in­fek­ti­ons­mit­tel mehr.
  • In der ambu­lan­ten Inten­siv­pfle­ge braucht es für den Schutz der Pfle­ge­kräf­te und der Pati­en­ten eine siche­re Hygie­ne. Denn vie­le schwer erkrank­te Men­schen sind Immun­ge­schwächt oder haben ange­leg­te Kör­per­öff­nun­gen zur The­ra­pie wie ein Luft­röh­ren­schnitt oder Magensonde. 
  • Selbst wenn die Pati­en­ten in die­ser Pan­de­mie eine Arzt­pra­xis auf­su­chen, kann es kri­tisch wer­den. Auch bei denen wer­den die Hygie­ne­pro­duk­te zur Man­gel­wa­re (in Zukunft).

Drei Ängs­te. Ich kann unse­re Toch­ter vor den Coro­na­vi­rus Sars-CoV‑2 nicht sicher schüt­zen. Ande­ren Fami­li­en mit Inten­siv­pa­ti­en­ten zu Hau­se wird es ähn­lich erge­hen. Als Mann, als Vater bleibt mir nichts, als die­se Kri­se zu akzep­tie­ren, wie sie ist.

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Haar in der Sonne

Bin ich hilflos?

Ich fin­de kei­ne Lösung gegen die­sen Virus. Es zeigt sich mir der Weg, Sars-CoV‑2 wird auch uns infi­zie­ren, ob wir es wol­len oder nicht. Die Schät­zun­gen besa­gen, dass wohl 70 % der Bevöl­ke­rung die­se Infek­ti­on durch­ma­chen, ob mild oder mit schwe­ren Symptomen.

Bin ich ohnmächtig?

Wir kön­nen unse­re Toch­ter nicht vor der Welt iso­lie­ren. Denn allein als Fami­lie schaf­fen wir es nicht unse­re Toch­ter zu pfle­gen, weil sie eine rund-um-die-Uhr Inten­siv­pfle­ge bedarf. Jeden Tag kom­men die Pfle­ge­fach­kräf­te zu uns aus „der Welt“ da draußen.

Dazu gesellt sich: Bald fehlt es uns an den Werk­zeu­gen, den Waf­fen der Hygie­ne wie Des­in­fek­ti­ons­mit­tel, Hand­schu­he oder Mundschutz.

Okay, die­se Hygie­ne­pro­duk­te sind noch vor­han­den. Aber hält die­se Kri­se an und es gibt kein Des­in­fek­ti­ons­mit­tel und Mund­schutz zu kau­fen, dann kön­nen wir nicht sicher hygie­nisch arbeiten.

Die Pfle­ge­fach­kräf­te und wir kön­nen sie nicht aus­rei­chend vor den „bösen“ Kei­men und Viren schützen.

Für eine Iso­la­ti­on wie im Kran­ken­haus ist unse­re Woh­nung mit ambu­lan­ter Inten­siv­pfle­ge nicht aus. Wir haben kei­ne Schleu­se und zu wenig Wohn­platz, um eine 100 % Iso­lie­rung umzu­set­zen. Aber kön­nen oder wol­len wir sie auch von uns, der Fami­lie, iso­lie­ren? Ist dies über­haupt sinnig?

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Ein Blog, klei­ne “Skiz­zen” aus dem Inten­siv­Zim­mer, der Füh­rung in der Pfle­ge, als pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge, dass Drum­Her­um, wie die Pfle­ge “lebt”, ihr gut tut, die Teil­ha­be wie in der Schu­le, was die Kranken‑, die Sozi­al­kas­sen … Wir mit­ten drin mit der Linn, unse­rer IntensivLady …

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