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Schwerstkrank – eine Last für die Gesellschaft

Was bewegt die Men­schen, welche die Frage stellen, ob Schw­er­stkranke den Suizid anstreben dür­fen, wenn sie meinen, sie fall­en den Ange­höri­gen und der Gesellschaft finanziell zur Last?

Für mich bein­hal­tet diese Frage auch Fol­gende: Wie weit haben Schw­er­stkranke eigentlich ein Recht darauf, dass ihre krankheits­be­d­ingten “Mehrkosten” von der Gesellschaft getra­gen wer­den? Denn es klingt schon merk­würdig, wenn Men­schen meinen, sie wollen ster­ben, weil sie der Gesellschaft eine Last bilden. Aber sind nicht auch sie die Gesellschaft und auch sie, welche aufzeigen, wie wichtig und gewinnbrin­gend die Für­sorge ist für uns alle. Weit­er­lesen

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Kinderradio: Das Tabu Tod

Man redet nicht gerne über den Tod. Warum? Nun eine kleine Antwort liefert einem der Kakadu, das Kinder­pro­gramm von Deutsch­landra­dio Kul­tur. Es sei eben, weil wir nicht gerne über unschöne Dinge reden, eben weil auch die Angst dahin­ter lauert, es könne dann einen selb­st tre­f­fen. Das dieses Tabu nicht richtig ist, wird eini­gen klar, wenn sie damit in Berührung kom­men. Und reden darüber hil­ft mit diesem Tabu “Ster­ben und Tod” umzuge­hen. Aber auch wie man mit dem seel­is­chen Schmerz umge­hen kann, wenn nun ein beson­der­er Mit­men­sch nicht mehr unter uns weilt, sei es vielle­icht der Groß­vater – darüber sprach man auch in der Sendung des Kakadu am Fre­itag, den 27. Feb­ru­ar, mit den jüng­sten Zuhör­er vom Kul­tur­ra­dio. Nach­hören kann man dies über die Web­seite der Sendung. Ein genan­ntes Bild, wie man das Ster­ben betra­cht­en kann, hat mir beson­ders gefall­en: Als sei der Weg zum Tod eine Reise auf eine schwarze Wand zu, welche sich dann aber mehr und mehr öffnet und es warm wird, fre­undlich und hell … Aus­ges­part wurde in dieser hal­ben Stunde aber auch nicht das The­ma Lebens­müdigkeit bei den alten Men­schen und das frei­willige Ster­ben wollen und wie man dem auch in bes­timmten Fällen begeg­nen kann.

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Palliativ vs. Suizid: ARTE: Geburt und Tod

Mit­tra­gen und Aushal­ten – dies sind die wichtig­sten Wörter, welche ich in dem gestri­gen Fernse­hbeitrag auf ARTE “Geburt und Tod” (Wdh. am Sam­stag) mit­nahm. The­ma war die Geburt in der Klinik, deren Umgang mit Schmerzen, und als “Kon­trast” die Pal­lia­tivs­ta­tion im gle­ichen Haus mit deren Schmerzther­a­pie, wovon ein Teil der Patien­ten, wenn sie gut eingestellt sind mit Medika­menten wie Mor­phin­derivate, entwed­er die Sta­tion ver­lassen kön­nen oder ihren let­zten Weg in ein Hos­piz bestre­it­en. Es war kein groß angekündigter Beitrag, so wie ich es ver­nahm, aber, wie ich finde, ein wichtiger Beitrag um das Ja für den assistierten Suizid ein­mal in eine andere Rich­tung zu lenken, denn so wurde gezeigt, wie schw­er kranke Patien­ten mit nur noch kurz­er Lebenser­wartung wieder an Leben­squal­ität gewin­nen, wenn ihnen die Schmerzen genom­men wer­den. <--break->

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Ein gescheiterter Unternehmer gleich Ja zur Sterbehilfe?

Anne Will, die Sendung vom 11.01.09, habe ich wohl ver­passt. Nein, ich habe sie bewusst nicht gese­hen, denn mir gefiel schon die Anmod­er­a­tion nicht. Der Fre­itod und das Recht darauf, aufge­hangen an einem Suizid eines bekan­nten Großun­ternehmers. Mein erster Gedanke, dies kann nicht gut sein und es lässt sich auch nicht alles in ein solch­es Fernse­hfor­mat pressen. Ein­er­seits ver­stand ich auch die Aufre­gung nicht. Schließlich sei es nichts ungewöhn­lich­es, wenn sich gescheit­erte Geschäftsmän­ner das Leben nehmen. Sie ste­hen sozusagen vor dem Aus, ihr Werk, ihr Kön­nen ist gescheit­ert.

Ander­er­seits empfinde ich es auch ver­let­zend auf­grund ein­er per­sön­lich­es Krise eines bekan­nten Men­schen, der darin kein Ausweg mehr sah als den Tod, dieses The­ma medi­al auszuschlacht­en bis hin zur Ster­be­hil­fe-Debat­te und der Ver­such der Euthanasie-Ver­harm­lo­sung eines Disku­tan­ten, wie ich es wohl nach­le­sen durfte im Blog:Biopolitik.

Ob der gestor­bene Unternehmer für die Ster­be­hil­fe gewe­sen wäre, bloß weil er sich das Leben nahm, finde ich zu kurz gefasst, um daraus gle­ich eine daran angelehnte Sendung zu basteln. Der Men­sch in ein­er solchen Sit­u­a­tion ist in ein­er schw­eren Krise, wie in einem Tun­nel gefan­gen. Nicht umson­st gehört der Suizid zum ärztlichen Not­fall. Es ist ein seel­is­ch­er Aus­nah­mezu­s­tand, nur noch den Weg zu sehen, sein Leben zu ver­nicht­en, eben vielle­icht weil man nicht mehr in den Spiegel schauen kann. Weil man sich schämt oder das Leben nur als eine erdrück­ende leere, aber schwere, Last empfind­et. Für die Ange­höri­gen taucht dann die Frage auf: Was hätte man machen kann, um den Suizid zu ver­hin­dern? Was habe ich falsch gemacht? Genau­so zu kurz gedacht finde ich, diese The­men ohne eine tiefer­ge­hende Auseinan­der­set­zung, wie es zum Beispiel ARTE am The­menabend gestal­tet, an sich unglück­lich. Denn für dieses The­ma gehört mehr dazu, als nur Zuschauerquoten zu erzeu­gen mit den Schlag­wörtern wie Recht auf Fre­itod, wie es mir noch in den Ohren liegt aus der Ankündi­gung.

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Der Jungbrunnen und die Selektion des Lebens

Hat­ten Sie schon mal über eine Rück­en­mark­strans­plan­ta­tion oder ‑spende nach gedacht? Das vielle­icht schon, aber bitte … Bei ARTE kam es gestern in der Sendung “100 Jahr’, volles Haar …” vor und dies zur Behand­lung der Leukämie. Sicher­lich, es ist nur ein Über­set­zungs­fehler und soll Knochen­mark heißen. Die Wörter sind ja fast genau­so lang, da kann es schon mal vorkom­men. 

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Das Tabu im (assistierten) Suizid

Der Suizid, seit der Pubertät streift einem das The­ma, nicht nur, es war gegen­wär­tig. Der sich das Leben nahm, den kan­nte man über drei Eck­en. Erst let­ztens erfuhr ich, dass sich ein ehe­ma­liger Mitschüler nach der Schule das Leben nahm. Der Suizid­ver­such schien mir zu der Zeit als etwas Nor­males. Von einem Tabu kon­nte man reden, oder eben auch nicht. Tabuisiert war der Suizid in der DDR, zu hoch war die Zahl und dies ger­ade unter Jugendlichen, zu eingeschränkt waren die Lebens­möglichkeit­en, die einem dazu trieben. Hat­te man sich ein­mal falsch poli­tisch posi­tion­iert, so war das Ergeb­nis ein Nein von oben im Lebensweg, ob es ums Abitur, Studi­um oder um die Lehre ging, und nicht nur dies. Nun, meine Pubertät begann in der DDR, durch­zog die Wende und endete nach der Wiedervere­ini­gung.

Trotz­dem, das The­ma blieb, in der Krankenpflege war und ist es eine nor­male Äußerung von vie­len älteren Patien­ten, die keine Kraft und keine Lebenslust mehr ver­spürten. Und ein Tabu blieb es trotz­dem, denn nie­mand lehrte einem darüber etwas. Es war ein Tabu genau­so wie es nor­mal war oder ist, dass Dro­gen­ab­hängige sich mit ihren Sucht­stoff ver­suchen, dem Leben ein Ende zu set­zen. Der Blick über das Leben ist zu einem Tun­nel gewor­den, man sieht nicht mehr die blühen­den Blu­men, die Sonne, wie sie kommt und geht oder bess­er: 

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TV: Der Suizid und das Zeigbare

Nun, dass der assistierte Suizid und der Prof­it nahe neben einan­der ste­hen, sollte spätestens jet­zt klar wer­den, wenn der Suizid von Craig Ewert im näch­sten Fernsehkanal, dies­mal in DE, gezeigt wird. Die Ein­schaltquoten brin­gen es, spätestens nach der Sendung ist man als Sender durch die andere Presse im Munde. Eine ethis­che Gren­ze vom Zeig­baren gibt es nicht mehr und dann wun­dert sich die Welt, wenn ein 19 Jähriger Jugendliche mit Depres­sion sich vor laufend­er Web­cam das Leben nimmt und kein­er der Zuschauer (es sollen 1500 gewe­sen sein) “schre­it­et” ein …  

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Anitepileptika: Ändert das Wesen bis zum Suizid

Das Antiepilep­ti­ka zu Wesensverän­derun­gen führen kön­nen, erfahre ich immer wieder von anderen Eltern mit Epilep­siekinder im realen Leben, also in der Kita oder Selb­sthil­fe. Wesensverän­dert? Nun ein Kind war bei einem Medika­ment ständig am Lachen. So viel Lachen, das war nicht nor­mal, meinte die Mut­ter und als es das Mit­tel aus­geschlichen wurde, war die Stim­mung wieder im Bere­ich nor­mal: Lachen, wenn es was zu lachen gibt, weinen, wenn es einem schlecht erge­ht. Bei einem anderen Mit­tel weinte, schre­ite er immer nur – eben verän­dert in seinem natür­lichen Wesen, dies­mal in die andere Rich­tung. Somit wurde auch wieder dies Mit­tel gegen Epilep­sie aus­geschlichen.

Aber es ist nicht nur das, son­dern unter der Ther­a­pie bei Antiepilep­ti­ka steigt auch die Suizidal­ität, wie jet­zt das Ärzteblatt berichtete, also die “Nei­gung”, sein Leben been­den zu wollen.  Soll man da nun froh sein drüber, wenn man ein behin­dertes Kind hat, welch­es dies in eine Tat nicht umset­zen kann? Sicher­lich nicht, denn es würde eben auch bedeuten, dass es mit den “Suizidgedanken”  durch das Medika­ment wohl auch keine Lebens­freude mehr hat.

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Sterbehilfe in Analogie gebrannt die Würde

Let­zte Lebens-Minuten, let­zte Worte, vor allem darüber, was Schlim­meres als der Tod dro­hen kön­nte, dann ein Glas mit einem tödlichen Mix – so wird heute das Recht auf Selb­st­bes­tim­mung inter­pretiert”

heißt im FAZ-Blog: Biopoli­tik (“Suizid vor laufend­er Kam­era insze­niert”) zu der Suizid-Doku , die let­zte Woche im britis­chen Fernse­hen gesendet wurde. Immer wieder set­zte sich in diesem Jahr das The­ma „assistierte Suizid“ oder „Ster­be­hil­fe“ neben mir. Ich kon­nte es nicht ignori­eren, denn es war auch ger­ade dann präsent, wenn wir im Kinder­hos­piz waren, wie als wäre es eine direk­te Analo­gie zu unserem Weg. Nehmen wir somit ein­fach den let­zten Satz auf und stellen ihn als Frage: Ist der assistierte Suizid, die Ster­be­hil­fe eine Analo­gie zum Weg unseres Kindes? Eine schlechte Frage, so ver­gaß ich ganz das „Wie“. 

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Leise laut lauscht das Palliativ versus Sterbehilfe

Eine Verbesserung der Pal­lia­tivpflege in Deutsch­land dürfte vielmehr den Ruf nach ein­er Legal­isierung der aktiv­en Ster­be­hil­fe leis­er wer­den lassen.“ S. 24,Kruse, Andreas: Lin­dern, wenn Heilen unmöglich ist. In: Gehirn & Geist. 12/2005

Gute drei Jahre liegt diese Veröf­fentlichung nun zurück und die Ster­be­hil­fe ist, ver­fol­gt man die Medi­en, lauter gewor­den und stellt sich sog­ar dif­feren­ziert­er dar, indem sie ein Recht auf den Suizid her­vorhebt. Das einzige, was als lautes „Kampfmit­tel“ dage­gen geset­zt wird, sind der Wille für Geset­ze. Nicht etwa Geset­ze oder deren Nachbesserung, die die Pal­lia­tivver­sorgung stärken, das Recht auf Hos­pizpflege her­vorheben. Nein, die Forderung bezieht sich auf das Ver­bot der Ster­be­hil­fe. Aber eine Lösung des Prob­lems damit ist nicht erkennbar.

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Sterbehilfe und der Wert des Lebens

Bekommt der Tod seinen Preis, dann bleibt sie nicht aus, die Diskus­sion um den Wertdes Lebens, also auch der Achtung der Unversehrtheit des Lebens und die Würde jedes Einzelnen.Aber auch die Frage, welche Kon­flik­te jemand in sich trägt, der hil­ft bei ein­er Selb­st­tö­tung oder aktive Ster­be­hil­fe leis­tet, sucht nach ein­er Antwort, und ob die Tötung für ihn zu einem per­sön­lichen Vorteil wird. Und wenn man hier­bei noch die Kri­tik an die Allens­bach-Umfrage zu Ster­be­hil­fe in seinem Denken darüber ein­fließen lässt, ver­schärft es die gestellte Frage nur noch, da mit einem “geschäftsmäßi­gen” Ange­bot ein­er Suizid­hil­fe für Schw­erkranke die Hil­fen, welche der Tod­kranke eigentlich braucht für ein würde­volles Ster­ben, ein­fach “unter dem Tisch gekehrt” wer­den.

Genau­so stellt sich zu der Debat­te um Her­rn Kusch sein­er aktiv­en Ster­be­hil­fe auch die Frage: Muss man seine Äußerun­genm, sein Treiben nicht eher ein­fach uner­wäh­nt lassen, da jede Äußerung in den Medi­en für ihn irgend­wie wie eine PR-Kam­pagne wirkt?

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8.000 – der Wert der aktiven Sterbehilfe!?

Hät­ten Sie es gedacht, für 8.000 Euro hil­ft Ihnen jemand, dass Sie endlich vom Leben loslassen kön­nen. Ich nicht. Dass der Tod nicht kosten­los ist, ist mir in ein­er Gesellschaft, wo das Geld ein wichtiger, wenn nicht sog­ar der wichtig­ste Maßstab ist, um Werte zu bes­tim­men, bekan­nt. Spätestens wenn man über den Vor­sor­ge­ord­ner vom Bestat­ter aus­füllt, stellt sich die Frage nach der Sterbeversicherung.Also 8.000 Euro, soviel soll die Sterbe- oder Suizid­hil­fe, form­schön auch “assistierten” Fre­itod benan­nt, beim ehe­ma­li­gen Innense­n­a­tor von Ham­burg, Dr. Kusch, kosten, im Prinzip für unheil­bare Kranke mit dem nichtkrankhaften Willen, Ster­ben zu wollen. Doch das Gift kann so teuer nicht sein. Kali­um­chlo­rid kostet ein paar Euro, nimmt man noch die Spritze, Kanüle und ein Schlafmit­tel dazu, dann sind es vielle­icht bei ein­er teuren Apotheke ins­ge­samt um die hun­dert Euro. Nun gut, ein bekan­ntes anderes Gift, das Bot­u­linum­tox­in (Botox) in rein­er Form, hat für eine tödliche Dosis ihren Preis im Tausender­bere­ich. Doch wird der Erstick­ungstod dort nicht ger­ade als angenehm beschrieben.
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