Leben, Tod und Sterben in ARD Themenwoche

Die ARD hat gestern ihre The­men­woche “Leben mit dem Tod” ges­tartet. Viele Beiträge des rechtlich-öffentlichen Fernse­hens und Radios wid­men sich eine Woche lang diesem The­ma, bis hin zur Krim­is­erie “Tatort”.

Einen Überblick zu den Beiträ­gen gibt es unter:

https://web.ard.de/themenwoche_2012/

Ein Teil der Beiträge aus Fernse­hen oder Radio kön­nen in der Mediathek auch nachge­hört wer­den.

Gestern lief im dra­dio Kul­tur die Gesprächssendung “Radiofeuil­leton – im Gespräch” mit einem sehr inter­es­san­ten Beitrag über “Leben mit Tod und Ster­ben”. Die Anrufer/innen in der Sendung sprachen auch das The­ma “Kinder” an.

Die gesamte Diskus­sion kann nachge­hört wer­den unter:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/imgespraech/1923914/

 

Vergessen die Illusion

Ich habe sie vergessen, die Trau­rigkeit, das Lächeln, dein Lächeln und wie sich deine Haarsträhne ver­fängt in mein­er Hand. Die Gedanken unge­formt, kein Laut, keine Stimme. Ich denke darüber nach, dein Gehen, dein Ver­fan­gen mit dem Tod, dem Ster­ben, wenige Jahre, die du uns begleitest. Eine wertvolle Zeit, welche ist es nicht. Jede Zeit, die ich ver­gaß, die hin­ter mir liegt, die vor mir liegt. Nur im Augen­blick möchte, wird die Zeit mit Unacht­samkeit ges­traft, wenn es einem zuviel wird, wenn man nur darauf wartet, wann der näch­ste Crash fol­gt. Es ist immer ein Karten­haus, das wir bauen, dass wir mit einem Atemzug zer­stören. Es bedarf kein­er Hand, die Illu­sion zu zer­streuen. Es bedarf nur deinem ausste­hen­den Atemzug, das Warten auf dem Näch­sten, um die Illu­sion über unser Sein zu zer­stören.

Pflege in Rituale – über die Grenze

Die Last der Pflege oder ist es eben die gesund­heitliche Sit­u­a­tion des schw­er kranken Kindes, die einem aufzeigt, wo die per­sön­lichen Gren­zen liegen? Bei­des zeigt nicht die Gren­zen, zumin­d­est mir nicht. Bess­er gesagt, man darf die Gren­ze gar nicht sehen, denn man muss über sie gehen. Oder eben anders: Die per­sön­liche Gren­ze kommt einem vor wie ein Kon­strukt der Angst, einem Bild von dem, was man nicht ken­nen möchte. Jahre­lange Pflege eines schw­er behin­derten Kindes ist möglich, es ist möglich sich damit einen All­t­ag einzuricht­en, sich daran anzu­passen. Warum auch nicht?

Einen All­t­ag einzuricht­en – nun daran kön­nte es wohl scheit­ern, wenn die Krankheit oder eben die gebliebene Gesund­heit jeden Tag meinen, heute zeige ich mal wieder, wie nah das Kind am Tod ist oder eben, was für ein Geschenk es ist für uns, gesund zu sein.

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Gehen vom Leben entscheiden

Man möchte erst gar nicht davon lesen, dass Eltern darüber stre­it­en, ob sie nun die Beat­mung ihres kleinen Kindes abschal­ten oder es bei dieser Ther­a­pie belassen. Ich möchte darüber nicht schreiben und doch spüre ich einen Willen für eine Äußerung. Vielle­icht ist es der Wille, hier eine neue Posi­tion selb­st beim Inten­sivkind zu find­en oder die jet­zige zu prüfen, ob sie die Richtige ist. Eben, ob ich sie in ein­er schw­eren Krise gehen lassen kann oder dafür kämpfe, das Max­i­male her­auszu­holen, was die Medi­zin bietet im Sinne, das Leben zu erhal­ten.

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Notarzt vs. gestorbener Patient

Man sollte schon sel­ber fest­stellen kön­nen, ob nun der Ehe­gat­te oder die Gat­tin akut gestor­ben sei und dann erst den passenden Arzt rufen. Nicht in Hek­tik und Not ein­fach die 112 wählen. Denn der Notarzt wäre näm­lich fehl am Platz beim Toden und wur­des so auch ein­er Frau zum zusät­zlichen Ärg­er: Ihr wurde der Ret­tung­sein­satz in Rech­nung gestellt, in dem man den Tod ihres Mannes nur noch fest­stellen kon­nte. Sie klagte dage­gen beim Sozial­gericht, doch erfol­g­los, so kon­nte man 3.11. 2009 in der Mit­teldeutschen Zeitung lesen in „Ärg­er mit Ret­tungs­di­enst“.

Bei einem Kind mit ein­er lebenslim­i­tieren­den Erkrankung kann dies nicht passieren, wenn man sich dafür entsch­ieden hat, alle Wieder­bele­bungsver­suche abzulehnen. Denn dann heißt es: Rufe nicht den Notarzt, denn dieser muss unweiger­lich rea­n­imieren und dieses möcht­en wir nicht. Doch wann ist man an dem Punkt, seinem schw­er kranken Kind nicht mehr die best­möglich erre­ich­bare Ther­a­pie zu zu geste­hen? Eine Frage, der sich diesen Fam­i­lien stellt und man wohl nicht ein­fach beant­worten kann, so mein Ein­druck. Es kommt auf die jew­eilige Sit­u­a­tion, der jew­eili­gen gesund­heitlichen Krise an. Weit­er­lesen “Notarzt vs. gestor­ben­er Patient”

Begräbnis, dem Wie, die Kosten und Palliativ

Mit einem lebensverkürzt erkrank­ten Kind kommt man nicht an die Fra­gen vor­bei, welche eigentlich erst über den 50 Leben­s­jahr langsam zum The­ma wer­den: Die Vor­sorge, also was ist zu tun im Todes­fall und wo und wie soll mein Kind begraben wer­den. Die erste Zeit ver­drängt man es immer wieder und doch wird klar, man muss sich diesen Gedanken näh­ern. Und wir, so denke ich, sind es auch denen schuldig, welche jahre­lang unsere Lady begleit­et haben, ob es nun die Schwest­ern und Pfleger  vom Pflege­di­enst sind, ob der Kinder­garten, die Ther­a­peuten oder die Ärzte. Alle haben sie ihr Recht, ihren eige­nen, per­sön­lichen Abschied vom Kind zu nehmen.

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15. Mai 2009

Ist es die Hil­flosigkeit als das Kind weint um einen unbekan­nten Schmerzen deren Zuck­en ohne rhyth­mis­che Folge zu erwäh­nen bricht sich in einem Schrei ohne Laut der fehlen­den Stimme gebremst durch die Kanüle unter dem Kehlkopf geset­zt in der Luftröhre eröff­nen neue und alte Gedanken über den Tod der Trau­rigkeit über das Dasein mit der Frage was hätte bess­er sein kön­nen als keine Antwort und es wollte auch keine Antwort wegen der Gewis­sheit nicht bessern zu kön­nen oder braucht der Men­sch eben nur Hoff­nung die meine Hil­flosigkeit wieder bren­nen lässt.

Lindenstraße: Die eigene Stimme des Kranken

Wenn es Zeit ist zu gehen, dann muss man sich damit abfind­en. So ist das eben.” Erich Schiller in ARD-Serie: Lin­den­straße, Folge 1219, “Ja oder Nein”.

In der Folge wurde es zu einem wichti­gen The­ma, die Frage: Welchen Ein­fluss haben die Ange­höri­gen auf den Schw­erkranken? Kämpft er weit­er gegen die Krankheit, gegen den Tod und erhöht so vielle­icht sog­ar noch sein Lei­den, bloß weil die Ange­höri­gen nicht wollen, dass er die Ther­a­pi­en abbricht, weil er eben die Zeit für sich sieht zu gehen. Bei Eltern schw­er kranker Kinder kann es sog­ar nach schwieriger sein. Lassen sie ihr Kind gehen oder streben sie den näch­sten Ther­a­pi­eschritt an, obwohl sog­ar ärztliche Mei­n­un­gen kaum einen Erfolg sehen?

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Der Start ins Leben – die Zerbrechlichkeit

Der Men­sch wird in dem Ver­trauen geboren, daß er hier zu Hause sein wird und er sein mit­ge­bracht­es Leben zu sein­er Freude leben darf. Statt dessen merkt er ver­mut­lich in den ersten fünf Minuten seines Lebens, daß er es nicht nur nicht leben kann. Nein, es ist, als ob die Welt ihre gesamten Kräfte darauf konzen­tri­eren würde, nach dem Leben in ihm zu greifen und es zu unter­graben, zu zer­stören und zu erstick­en, es zu unter­drück­en und zu zer­brechen.” aus: Ham­vas, Béla. Kor­ruptheit und Moral. in Let­tre Inter­na­tion­al. Nr. 84. S. 63. 2009.

Darin liegt sicher­lich nicht nur für einem selb­st eine Wahrheit, ob man sie sehen möchte oder nicht: Wie zart und zer­brech­lich doch das Leben ist. Für mich spiegeln sich darin auch mit die ersten Minuten des Inten­sivkindes nach der Geburt. Sicher­lich, nie­mand der Anwe­senden griff nach dem Leben unseres Kindes, son­dern man ver­suchte zu ver­ste­hen, was hat sie, warum ver­läuft der Start gle­ich in eine Krise, auf die Säuglings-Inten­siv, der Neona­tolo­gie. Und doch griff die Wirk­lichkeit der Welt nach ihr, ver­suchte das Leben zu zer­brechen, in dem sie zeigte, welche Vor­raus­set­zun­gen seien müssten, um selb­st­ständig durch das Leben zu kom­men, ohne in die “Trick­kiste” Medi­zin greifen zu müssen.