Pflegezirkus // Gestalte die Intensivpflege mit Lebenslimitierung und Behinderung - der Suche der Identität im Mann-Sein darin //

Behinderung, Hilfsmittel, Ohnmacht – kein Weg

B

Mit der Behin­de­rung des Kin­des, damit kön­nen wir leben, Pro­ble­me berei­ten uns  die abge­lehn­ten Hil­fen für die Bewäl­ti­gung des All­tags  – ein Satz, den ich wie­der unter­schrei­ben will, den ich die­se Woche wie­der unter­schrei­ben konnte.

Auf PPM-Online las ich über die Ableh­nung eines schwenk­ba­ren Auto­sit­zes. Das Lan­deso­zi­al­ge­richt in Essen mag recht haben, es ist kei­ne Leis­tung der Kran­ken­kas­se. Es ist in dem geschil­der­ten Fall nicht mit einem the­ra­peu­ti­schen Nut­zen ver­bun­den, dient also nicht der medi­zi­ni­schen Reha­bi­li­ta­ti­on. Okay, dann dient der Auto­sitz even­tu­ell der Teil­ha­be am öffent­li­chen Leben. Könn­te dies Hilfs­mit­tel nicht beim Sozi­al­amt bean­tragt wer­den? Wur­de dies gemacht? Nach einem Satz im Urteil nicht.

Eini­ge Eltern von behin­der­ten Kin­dern emp­feh­len bei “sol­chen” Unklar­hei­ten oder bei Ableh­nung eines Hilfs­mit­tels von der Kran­ken­kas­se, die­ses bei den ande­ren mög­li­chen Leis­tungs­trä­gern wie Sozi­al­amt zu bean­tra­gen. Ein Weg, der zeigt, wie wich­tig es wäre, dass Leis­tun­gen im Behin­der­ten­recht nicht über meh­re­re Kos­ten­trä­ger ver­teilt sein soll­ten oder die­se zen­tral bei einer Stel­le bean­tragt und geneh­migt wer­den könn­ten / sollten.

Okay, es gibt die Reha-Ser­vice­stel­len, die hier­bei eine Funk­ti­on haben. Aber was mache ich als Betrof­fe­ner, wenn mir ein Hilfs­mit­tel von allen poten­ti­el­len Leis­tungs­trä­gern abge­lehnt wird? Kann ich beim Sozi­al­ge­richt mit einem Ver­fah­ren gegen alle ableh­nen­den Behör­den kla­gen? Was ist, wenn ich als Betrof­fe­ner nicht ein­mal erfah­re, die Kla­ge gehört nicht an das Sozi­al­ge­richt, son­dern die eine Behör­de muss ich beim Ver­wal­tungs­ge­richt ver­kla­gen? Es wirkt für mich zu kom­pli­ziert. Ohn­macht macht sich breit.

Was wären für mich vor­stell­ba­re Wege:

  • Ableh­nun­gen der Kos­ten­trä­ger wer­den mit einem Text­bau­stein ver­sen­det, bei wel­chem Amt das Hilfs­mit­tel / die Leis­tung noch bean­tragt wer­den könnte.
  • es gibt eine zen­tra­le Stel­le für Anträ­ge der Reha­bi­li­ta­ti­on, die berät, die Anträ­ge für behin­der­te Men­schen bear­bei­tet und die Geneh­mi­gun­gen abklärt und ein­holt von allen Kostenträgern.

Wich­tig wäre, wenn es Strei­te­rei­en unter den Behör­den gibt über die Geneh­mi­gung, dass dies nicht zu las­ten der Betrof­fe­nen geht.

Erster Kommentar

  • Oh ja, ein lei­di­ges Thema.
    bei uns in Ö ist es lei­der genau so.…

    Wir bräuch­ten dem­nächst eine neue Sitz­ein­heit zum Essen. Aber die Kas­se argu­men­tiert damit, wir haben doch eh eine Sitz­ver­sor­gung – näm­lich den Roll­stuhl. Dass ein Kin­der­roll­stuhl aber viel zu nied­rig ist, um gemein­sam am Fami­li­en­tisch zu Essen, ist völ­lig unrelevant. 

    Stimmt, ohne die­se Dis­kus­sio­nen wäre das alles wesent­lich leichter. 

    lie­be Grüsse
    Tanja

Von dirkstr
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Ein Blog, kleine "Skizzen" aus dem IntensivZimmer, der Führung in der Pflege, als pflegende Angehörige, dass DrumHerum, wie die Pflege "lebt", ihr gut tut, die Teilhabe wie in der Schule, was die Kranken-, die Sozialkassen ... Wir mitten drin mit der Linn, unserer IntensivLady ...

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