Mit Krise startet der Herbst

Der Start in den Herb­st war nicht geglückt oder vielle­icht doch? Wir haben eine Krise über­standen, auf die wir hät­ten verzicht­en kön­nen, die wir nicht braucht­en. Mitte Sep­tem­ber bekam unser Inten­sivkind eine Lun­genentzün­dung und weil dies nicht reicht, zeigte die Epilep­sie ein­mal mehr, was sie leis­ten könne. Eine Krise, die klar stellte, mit der Schule ist erst­mal Schluss und die Inten­sivs­ta­tion kön­nte der näch­ste Weg sein. Kön­nte.

2013-10_tambach-d_01 Fieber, zweistündliche Inhala­tio­nen, ein weit­eres Antiepilep­tikum, ein Antibi­otikum und Sauer­stoff bes­timmten den „neuen“ Tagesablauf. Zum Glück fiel keine Pflege­fachkraft durch eigenes Krank aus, denn unser All­t­ag (Beruf und Geschwis­terkind) musste aufrecht erhal­ten wer­den. Dies raubte Energie, denn wenn wir nach Hause kamen mussten die „Regiean­weisun­gen“ im häus­lichen Inten­sivZ­im­mer neu geord­net, über­prüft und aufge­tretene Fehler nachgebessert wer­den.

Eine Woche ohne Besserung

Das erste Antibi­otikum zeigte bis auf das Fieberende nicht die Wirkung, wie wir es gehofft hat­ten und nach einem weit­eren ärztlichen Gespräch gab es Antibi­otikum Nr. Zwei. Daraufhin ging es dem Kind bess­er. Die Epilep­sie wurde bess­er. Ihre Aktiv­ität schwand mit dem Ein­satz vom Fri­si­um. Bish­er hiel­ten wir uns fern von diesem Ben­zo­di­azepin, doch nach aktuellem Stand der Erkrankung und den Ideen dazu, ist die Wahl von Antiepilep­ti­ka mas­siv eingeschränkt – ich kön­nte auch sagen, aktuell gibt es keine „ordentliche“ und sichere Alter­na­tive.

2013-10_tambaach-d02 Die Epilep­sie ließ sich durch das Fri­si­um unter­drück­en. Sie gab uns ein anfall­särmeres und wacheres Inten­sivkind wieder. Das Kön­nte, was uns immer wieder die Fan­tasie eröffnete – wir fahren unser Kind auf die Inten­sivs­ta­tion – ver­lor sich mit dem zweit­en Antibi­otikum, denn auch die Beat­mung wurde bess­er. Sie brauchte nachts keinen Sauer­stoff mehr und bekam wieder in der Rück­en­lage wie auch in den Seit­en­lagerun­gen eine gle­ich­mäßig gute Belüf­tung der Lunge. Keine Gedanken­spiele mehr über Inten­sivs­ta­tion und wird sie uns ver­lassen – tiefes Dur­chat­men. Bis zur näch­sten Krise, doch hoffe ich, diese lässt auf sich warten …

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Dirk Strecker

Er arbeitet im und führt das PflegeTeam von Linn im Arbeitgebermodell (PflegeTeam bei Zitronenzucker) - gepaart mit seinen Erfahrung aus der Leitungsarbeit in ambulanten Kinderkrankenpflege / Intensivpflege. D.S. administriert Selbsthilfe-Webprojekte und wirkt vor Ort mit bei Themen der Selbsthilfe, Integration - Inklusion und der Kinderhospizarbeit. Er war Koordinator für den Kinderhospizdienst und berät jetzt beim Bundesverband Kinderhospiz.

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