Artikel

Wenn der Windelbedarf traumatisiert

Eine gute Windelver­sorgung ist wie ein Märchen und der Weg über die Krankenkasse und den Windel­provider wird schnell zum Trau­ma.

Ja, das The­ma Windel oder Inkon­ti­nen­zver­sorgung wird nie enden, in dem Sinne: Es gibt keine Diskus­sio­nen mehr darum, warum weshalb wieso unser schw­er erkrank­tes Kind diese Windel braucht und wieso diese tägliche Menge.

Weit­er­lesen
Artikel

Pflegedienst & Angehörige: Ein Interview mit dem Portal Pflegehilfe

Was denken die Akteure der Gesund­heits- und Pflegewirtschaft über die Ange­höhri­gen, über die Entwick­lung und den Gegeben­heit­en in der pro­fes­sionellen Alten- und Krankenpflege in Deutsch­land? – Eine Frage, die ich mir häu­fig stelle, wenn ich bei der Net­zreise, auf Twit­ter oder Google+ auf ver­schieden­ste Unternehmung rund um die Pflege tre­ffe.

Vor kurzem hat­te sich der Kon­takt mit Johannes Haas, Geschäfts­führer der Pflege­hil­fe, ergeben. Ich habe die Chance genutzt, nachzufra­gen in einem Inter­view:

1.Wie stellt sich aus ihrer Sicht der Pflegenotstand dar?

Der Pflegenot­stand hat sich seit der Grün­dung der Pflege­hil­fe sig­nifikant ver­stärkt und nimmt vol­lkom­men neue Aus­maße an. Es ist hin­länglich bekan­nt, dass die Rekru­tierung von qual­i­fiziertem Per­son­al der eigentliche Eng­pass für Dien­stleis­ter in der Pflege ist. Neu ist eine Entwick­lung, die jet­zt auch auf die umliegen­den Län­der ausstrahlt. So haben Agen­turen, die die Betreu­ung von Senioren mit osteu­ropäis­chem Per­son­al anbi­eten große Prob­leme geeignetes Per­son­al, beispiel­sweise in Polen, zu find­en.

Aus mein­er Sicht hat diese Entwick­lung aber auch etwas Pos­i­tives. Langsam, aber stetig, stiegen die Anmerkung und die Löhne in der Pflege. Wir sind da noch lange nicht da, was ich per­sön­lich für gerecht­fer­tigt erachte, aber die Ten­denz ist zumin­d­est aus Sicht der Pflegekräfte die richtige.

Weit­er­lesen
Artikel

Tracheostoma: Die gewünschte Absaugung

Letztens, als unsere mobile Absaugung sich wieder verabschiedete, erklärte, sie müsse mal zurück zur Homecarefirma, kam die Frage: Ob auch ein anderes Modell als Ersatzgerät ginge? Nein!

Aber warum ist es uns nicht möglich, ein alternatives Modell zu nehmen? Der Hauptgrund ist, die Absaugung muss an die angefertigte Vorrichtung am Rollstuhl passen. Unsere Homecarefirma stimmte diesen Argument zu und somit bekamen wir unser „gewohntes“ Modell. Wie ich heraus hörte, ist es nicht das „preiswerteste“ Modell bei der Tracheostomapauschale.

Ach ja, die monatlichen Pauschalen der Krankenkasse, die dafür sorgen, dass die Homecarefirmen probieren die wirtschaftlichste (billigste) Variante der Versorgung zu finden. Wirtschaftlichkeit bezieht dabei auch auf die Einhaltung des minimalsten Qualitätsstandard. Denn bei vielen Hilfsmitteln bestimmt schnell eine bessere Qualität ein teureres Produkt. Ein teureres Produkt bedeutet aber bei der Pauschale, es fällt weniger Gewinn für die Firma ab oder sie zahlt sogar drauf. Welches Unternehmen möchte dies schon.

Doch wie komme ich zu meiner „gewünschten“ Absaugung?

An der Absaugung Tracheoport halten die Schauben das Gehäuse nicht

An der Absaugung Tracheoport halten die Schauben das Gehäuse nicht

Wiederholt erfuhr ich, dass es in der Pauschalversorgung auch Ausnahmen geben kann. Zum Beispiel bei einem Epileptiker, der auf jedes Absauggeräusch krampft. Er braucht eine lautloses Modell. Diese Modelle gibt es auf dem Markt, sie sind aber teurer. Also kann man probieren, dies Hilfsmittel „lautlose Absaugung“ gesondert per Rezept bei der Krankenkasse zu beantragen, eben mit der obigen Begründung.

Eine anderes Beispiel ist die mobile Versorgung an Rollstühlen. Bei Patienten, die aktiv selbst ihren Rollstuhl fahren, bedarf es einer kompakten, leichten Absaugung. Dies wäre auch eine Begründung für ein passendes Absauggerät. Bei uns träfe dieser Fall zu, aber aus dem Grund, es herrscht am Rollstuhl akuter Platzmangel. Ein größerer Absauger passt nicht dran.

Artikel

Behinderung & Krankenhaus: Belange der Betroffenen berücksichtigen!

Der deutsche Ethikrat hat­te die Woche die vork­om­mende schlechte Kranken­hausver­sorgung von Behin­derten kri­tisiert. Zurecht und begrüßenswert, denn es ist ein Grund, warum wir und andere mit einem Inten­sivkind ver­suchen die Kliniken zu ver­mei­den: Was durch den Pflege­di­enst Zuhause geleis­tet wird, kann in der Klinik durch den Per­son­alschlüs­sel in vie­len Fällen nur unzure­ichend umge­set­zt wer­den. Dieser Fakt wurde uns in der let­zten Krise im Kinder­hos­piz vor 14 Tagen wieder bewusst. Weit­er­lesen

Artikel

Intensivkind & Pflegedienst: Konflikt mit der Medikamentengabe

Aktuell bekommt das Inten­sivkind zu sieben ver­schiede­nen Zeit­en Medika­mente. Dies alles im Blick zu hal­ten fällt manch­mal schw­er, obwohl die Menge der unter­schiedlichen Medika­mente über­schaubar ist. Es beste­ht neben dem Pflegeall­t­ag ein All­t­ag zwei und drei, wie Geschwis­terkind und Beruf.

Eine Hil­fe und Erle­ichterung für uns Eltern ist das Vorstellen der Medika­mente vom Pflege­di­enst. Es funk­tion­iert, da wir die ver­schiede­nen Tablet­ten ken­nen. Alle Medika­mente sind unter­schiedlich, sei es nur durch eine Einker­bung auf der Tablette. Es braucht bei uns nur die alarmierende Uhr, um keine Medika­mentengabe zu ver­passen. Weit­er­lesen

Artikel

Kosten, Integration, Schule – keine Antwort

Kostet Inklu­sion oder Inte­gra­tion von behin­derten Kindern in die “nor­male” Schule mehr als der herkömm­liche Weg Son­der­schule? Kann sein, so einige Berichte zeigen in die Rich­tung, doch sehe ich es als schwierig zu beurteilen. Zum einen müsste hier­bei die Frage beant­wortet wer­den: Beste­ht denn die gle­iche Fal­lzahl an Kinder mit erweit­erten Förderungs­be­darf und ist der Förderum­fang gle­ich geblieben, auch in der Qual­ität und Quan­tität. Also kurz, wenn mehr schw­er­mehrfach behin­derte Kinder in die Son­der­schule kämen, so würde die Förderzen­trum auch mehr Geld brauchen. Ein höher­er Per­son­alschlüs­sel ist damit gefordert. Die andere Frage ist aber für mich, war oder ist denn an jed­er Son­der­schule der Per­son­alschlüs­sel für eine qual­itäts­gerechte Ver­sorgung aus­re­ichend gewe­sen? Also wird mit dem Weg der Inte­gra­tion aufgezeigt, so viel Lehrer und HelferIn­nen brauchen wir wirk­lich. Let­z­tendlich lässt sich die Frage der Kosten erst dann beant­worten, wenn der Weg Inte­gra­tion / Inklu­sion als abgeschlossen gilt. Doch wäre oder ist der Blick auf die Bil­dungskosten in der Schule für das Kind mit Hand­i­cap eingeschränkt. Ein erweit­ert­er “Blick” ist, was die Gesellschaft dadurch gewin­nen kann als Wert oder welch­er Lebensweg für ein behin­dertes Kind möglich wer­den und den Fam­i­lien.

Nach­trag: Betra­chte ich die CO2-Bilanz, somit bekommt das Inten­sivkind eine sehr gute Bilanz durch die Inte­gra­tion in die Schule vor Ort, da es keinen Fahrt­di­enst mehr braucht. Bei steigen­den Treib­stof­fkosten wird der Kosten­fak­tor “Fahr­di­enst” auch in Zukun­ft wach­sen.

Artikel

Ist Ihre Klinik schon Vertragspartner?

Ver­tragspart­ner ist wohl mit das mächtig­ste Schlag­wort heute im Gesund­heitswe­sen oder der Gesund­heitswirtschaft. Ist Ihre Apotheke oder das San­ität­shaus kein Ver­tragspart­ner Ihrer Krankenkasse, dann bekom­men Sie auch nicht das rezep­tierte Hil­f­s­mit­tel oder die Ver­brauchs­ma­te­ri­alien dazu. Ziel ist es auf diesen Weg wirtschaftlich­er arbeit­en zu kön­nen. Der Ver­tragspart­ner kann bil­liger sein Pro­dukt anbi­eten und sichert damit seinen Absatz, da die Krankenkasse ihm den Auf­trag für die Ver­sorgung gibt. Klingt gut, Prob­lem kann dabei die Qual­itätssicherung sein. Denn wer ver­bil­ligt, sprich mit einem Dump­ing­preis, sein Pro­dukt anbi­etet, muss woan­ders Abstriche machen, zum Beispiel beim Ser­vice. Weit­er­lesen

Artikel

Gelbe Karte an die Bundesregierung

Bis zum 30. Novem­ber haben Sie noch Zeit – Sie sind inter­essiert, dass dem Pflegenot­stand endlich sin­nvoll Ein­halt geboten wird und sie haben Inter­esse, dass auch Sie, ob bei vorüberge­hen­der Erkrankung oder bei einem chro­nis­chen Ver­lauf, gute Krankenpflege erhal­ten. Dann gehen sie zu: http://www.dbfk.de/wDefault/gelbekarte/

Denn erst wenn auch für die Pfle­gen­den die richti­gen Weichen gestellt wer­den, kann Qual­ität gesichert wer­den und zu Qual­ität kommt es nicht, wenn Pfle­gende zu wenig ver­di­enen und sich so zum Beispiel nicht aus­re­ichend fort- und weit­er­bilden kön­nen.

Wie gut Krankenpflege sein kann und auch gesellschaftliche Ressourcen schont zeigt sich auch beim Inten­sivkind. Es wer­den schwierige Kom­p­lika­tio­nen bei der Erkrankung ver­mieden und Heilungsver­läufe ziehen sich nicht unnötig in die Länge. Hinzu lassen sich dadurch Kranken­hausaufen­thalte ver­mei­den oder stark verkürzen. Die Inten­sivs­ta­tion in der Klinik kann sich dadurch auf die Ver­sorgung von Akut­fällen konzen­tri­eren.

Doch wenn der Pflegenot­stand sich weit­er entwick­elt, eben weil die beru­fliche Anerken­nung fehlt oder auch Per­spek­tiv­en im Job, so wird die Gesund­heits­für­sorge der Bevölkerung lei­den. Gelbe Karte – die Bun­desregierung, so liest man diesen Artikel vom Ärzteblatt, ver­traut wohl auch nicht dieser Beruf­s­gruppe oder was muss man denken, wenn die Pflege von der Gestal­tung des Gesund­heitswe­sens eventuell draußen gelassen wird.  Sie ist doch mit eine der wichti­gen Säulen für das Gesund­heitswe­sen.

Artikel

Schwer Krank und die richtig(,) gefälschte Arznei

Es ist ein Schlag ins Gesicht der chro­nisch erkrank­ten Patien­ten und ihr Ver­trauen in “ihre” Apotheke. Heute klang es durch die Medi­en, dass ille­gal ver­triebene Medika­mente jet­zt auch in den “reg­ulären” Apotheken aufge­taucht sind, so eine Nachricht. Und da gibt es ist nicht nur eine Sparte von Arzneimit­teln, wie den Potenzmit­teln, wo man vor­sichtig sein sollte. Die Palette der gefälscht­en Medika­mente zieht sich wohl von den Schmerzmit­teln über Antibi­oti­ka bis hin zu Prä­parat­en zur Kreb­s­be­hand­lung. Ein Zitat:

Die Masche: Apothek­er kaufen ille­gal zu gün­sti­gen Preisen Wirk­stoffe auf dem grauen Markt, die in Deutsch­land nicht zuge­lassen sind. Mit diesen Wirk­stof­fen mis­chen sie dann indi­vidu­ell auf zum Beispiel Krebs-Patien­ten abges­timmte Lösun­gen an.” Gefälschte Medika­mente in nord­deutschen Apotheken auf NDR Fernse­hen: Markt 8.8.2010 www3.ndr.de/sendungen/markt/archiv/pflege_gesundheit_ernaehrung/medikamente134.html Link defekt nach Abruf 15.7.2012 Weit­er­lesen

Artikel

Pflegenoten mit Nöten

Das Pflegenoten nicht die Qual­ität der Pflege ein­fach wider­spiegeln kön­nen, ist eigentlich logisch, wenn man die For­mu­la­re betra­chtet, welche die Note berech­nen. Für Her­rn Pro­fes­sor Dorschn­er sind sie sog­ar irreführend, so geht es aus einem Zeitungs­bericht her­vor. In dem Artikel heißt es:

Aus den schon im Inter­net veröf­fentlicht­en Qual­itäts­bericht­en geht her­vor, dass Heime trotz teils gravierend schlechter Einzel­noten bei wichti­gen Kri­te­rien wie Pro­phy­laxe gegen Wund­liegen, Maß­nah­men gegen Inkon­ti­nenz und Medika­menten- oder Flüs­sigkeitsver­sorgung gute oder sehr gute Gesamt­noten für die Pflege erhiel­ten.” aus: Wis­senschaftler: Pflegenoten sind irreführend. Freies Wort 10.01.2010.

Weit­er­lesen