Ein halbes Jahr

Ein halbes Jahr, ich klopfe dreimal auf Holz und doch muss ich es verkün­den, ein halbes Jahr ist das Inten­sivkind als Weblog online, ein halbes Jahr mit einem Inten­sivkind zu Hause und neben­bei wöchentlich eine Pack­ung Kaf­fee ver­braucht, das Absaugen per­fek­tion­iert und in 180 Tagen fünf Zigaret­ten ger­aucht.

In der Hälfte von 365 Tagen Stück um Stück ver­standen, wie die Tech­nik der Beat­mung funk­tion­iert und eine zeitliche Struk­tur im Tagesablauf aufge­baut, die nicht so starr ist wie in der Reha, wobei ich diese Starre manch­mal ver­misse. Doch macht uns hier zu Hause nie­mand ein Früh­stück oder den Abwasch, den Haushalt und dann möchte ich ja auch nicht jeden Mor­gen halb sieben auf­ste­hen ob Mon­tag oder Son­ntag. Ich weiß, es gibt Mit­men­schen, die dies tun, doch glaube ich, es sind die, die ohne 8 Stun­den Schlaf auskom­men. Jet­zt will mich jemand daran erin­nern, dass die Madame doch ein paar Tage, nicht mal eine Woche, in der Klinik lag. Aber da möchte ich ent­geg­nen, dass dieser Aufen­thalt zwar am Anfang eine drama­tis­che Natur hat­te (unstill­bares Fieber um die vierzig Grad), doch war es nicht anders als zu Hause, da die Ther­a­pie an sich auch ohne Klinik ihre Wirkung gezeigt hätte, doch die Sicher­heit, ja die Sicher­heit, die man als Patient im Kranken­haus find­et.

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Dirk Strecker

Er arbeitet im und führt das PflegeTeam von Linn im Arbeitgebermodell (PflegeTeam bei Zitronenzucker) - gepaart mit seinen Erfahrung aus der Leitungsarbeit in ambulanten Kinderkrankenpflege / Intensivpflege. D.S. administriert Selbsthilfe-Webprojekte und wirkt vor Ort mit bei Themen der Selbsthilfe, Integration - Inklusion und der Kinderhospizarbeit. Er war Koordinator für den Kinderhospizdienst und berät jetzt beim Bundesverband Kinderhospiz.

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