Das Leben als Hausmann: Optimieren Sie!

Sie haben Ihre ersten Lek­tio­nen zum Haus­mann durch, haben langsam daran gefall­en gefun­den Sock­en zu sortieren oder auch nicht. Zumin­d­est kön­nte es Ihnen passieren, dass Sie an dem Punkt kom­men: Es sind doch alles niedere Arbeit­en im Haushalt. Kein Wun­der, dass der Ruf der Haus­frau so schlecht ist, dass man ihren Wert nicht schätzt. Doch lassen Sie sich nicht täuschen von dem, was das Umfeld um sie herum meint oder Ihren einges­tanzten Vorurteil gegenüber der Haus­frau. Seien Sie sich im Klaren, dass das Urteil auch daher ruht, damit der Mann trotz sein­er Abwe­sen­heit vom Haushalt weit­er­hin die Herrschaft behält in den vier Wän­den, also die geliebte Frage: Wer hat denn bei euch die Hosen an, soll für ihn immer eine zufriedene Antwort ergeben. Und haben die Anderen über­haupt eine Ahnung von der Pro­fes­sion Ihrer Arbeit?

Sie glauben mir nicht, dass Ihre Arbeit eine Pro­fes­sion hat. Nun, dann sind Sie vielle­icht noch nicht soweit, brauchen noch Übung in den grundle­gen­den Din­gen der Hausar­beit wie das Waschmas­chine anstellen oder der Bedi­enung des Staub­saugers. Aber es wird der Zeit­punkt kom­men, wie im Beruf­sleben all­ge­mein: Die Rou­tine begin­nt sich zu verselb­st­ständi­gen. Sie denken gar nicht mehr darüber nach, wann sie die Waschmas­chine füllen und welch­es Pro­gramm sie wählen müssen oder ob man für jen­em oder diesem Tep­pich den Tur­bo braucht beim Staub­sauger. Es geht Ihnen völ­lig lock­er von der Hand.
Sehen Sie sich an diesem Punkt, dann sor­gen Sie für ein­er Opti­mierung ihrer Arbeit. Ziel, ganz klar, sie begreifen Ihre Ressourcen, Sie ler­nen Ihre Schwächen ken­nen und kön­nen am Ende Ihrer Opti­mierung noch was der Haus­frau vor machen. Let­z­tendlich ist der Gewinn: Die Hausar­beit stresst sie nicht mehr.

Am Anfang der Opti­mierung ste­ht, wie es einige sicher­lich aus dem Arbeit­slebens eines Ver­di­eners ken­nen: Analysieren Sie Ihre Auf­gaben, was habe Sie alles zu leis­ten, wie lange brauchen Sie für diese oder jenes und worüber stolpern Sie. Die Werkzeuge zur Analyse: ein Zettel, ein Stift, eine Liste mit Emoti­cons und ein Weck­er und los geht es. Seien Sie dabei großzügig mit der Zeit, wie lange eine Auf­gabe dauert, kennze­ich­nen Sie die Auf­gaben, ob Sie Ihnen Freude oder Unlust bere­it­et mit den Emoti­cons und benen­nen sie auch kle­in­ste Schritte, wie in der Küche, wenn sie den Geschirrspüler anstellen. Denn den gilt es nicht nur einzuräu­men, vergessen Sie nicht: Das sen­si­ble Geschirr müssen Sie extra per Hand abwaschen, wie auch einige Mess­er, die im Spüler stumpf werden.

Sie kom­men auf min­destens ein­er Stunde Arbeit, inten­sive Arbeit allein in der Küche. Sie kom­men ins Schlafz­im­mer, Sie ziehen weit­er ins Wohnz­im­mer. Stopp. Sind jet­zt etwa schon zwei Stun­den ver­gan­gen? Ein Hand­griff, zwei und sie merken, die Zeit geht schneller vor­bei als geplant. Sie zweifeln jet­zt an sich, Sie wür­den die Zeit ver­lieren, die Sie lieber … Haben Sie noch Lust auf das Haus­mann-Dasein? Sie wur­den in die Rolle gedrängt, ihre Frau stellte Ihnen keine Alter­na­tive, das Girokon­to musste wieder ins Plus. Und jet­zt dieser Wahn: opti­mieren. Sie spüren, es bleibt keine Zeit mehr für Sie selb­st und dies spätestens dann, wenn die Kinder wieder auf der Mat­te ste­hen und Sie fordern. Abends, so denken Sie, haben Sie endlich Ruhe, kön­nen sich um ihre Bedürfnisse küm­mern, doch fall­en Ihnen plöt­zlich nur die Augen zu.

Aber, und dies war unser Ziel: Sie ver­ste­hen die Hausar­beit, Sie wis­sen nun, die Haus­frau legt nicht ein­fach die Beine hoch, wenn der Mann in die Fab­rik oder ins Büro mor­gens abwan­dert. Sie haben endlich eine Analyse Ihres Arbeits­feldes. Aber keine Angst, Sie müssen keine Stel­lenbeschrei­bung liefern. Nein, jet­zt heißt es: Die Woche hat sieben Tage, der Monat um die dreißig und Sie ken­nen Ihre Auf­gaben und ich sage Ihnen: Sie müssen nicht jeden Tag alle Auf­gaben erledi­gen. Wenn dies die anderen im Haushalt anders sehen, dann delegieren Sie Auf­gaben an die. Doch für Sie gilt: Teilen Sie die Auf­gaben auf in täglich, alle zwei bis drei Tage, alle vierzehn Tage, ein­mal im Monat und so weit­er und so fort. Der Geschirrspüler, nun er fordert sicher­lich täglich seine Bedi­enung, die Waschmas­chine, je nach dem welche Jahreszeit und Kinde­salter, alle zwei Tage oder drei. Das Blu­men gießen, dies reicht bei vie­len Pflanzen zweimal die Woche, wenn nicht noch weniger.

Und zum Glück gibt es Com­put­er und wenn Sie ein stolz­er Besitzer ein­er solchen Rechen­mas­chine sind, dann öff­nen sie ein Kalen­der- oder Tabel­len­pro­gramm und sortieren Ihre Auf­gaben ein, wann sie zulet­zt die Bet­ten bezo­gen haben und wann die näch­sten zwei oder drei Wochen rum sind. Beacht­en Sie beim Wech­sel der Bet­twäsche: Beziehen Sie die Kinder­bet­ten zum anderen Zeit­punkt als das Ehe­bett. Dies min­imiert einen plöt­zlichen Berg an Wäsche und damit wären wir auch beim näch­sten Punkt: Es gibt Dinge, die machen ein­fach keinen Spass.

Im Haushalt ist es wie im jeden Job, manche Tätigkeit­en, die würde man ewig machen, wenn man so von den unschö­nen Din­gen ein­fach ver­schont bliebe. Sie wer­den es aber nicht. Vielle­icht schaf­fen Sie es ja die Kinder zu überzeu­gen, sich um den Müll zu küm­mern oder selb­st das Kinderz­im­mer zu saugen. Doch heißt dies Kap­i­tal nicht Kinder­erziehung und dafür gibt es meis­tens noch einen anderen, der sein Mit­spracherecht fordert.

Sie ste­hen also an dem Punkt: Ich wis­che nicht gerne Staub und mit dem Bügeleisen gibt es so einige Prob­leme. Diese Auf­gaben haben Sie in Ihrer Analyse mit einem trau­ri­gen Emoti­con gekennze­ich­net. Doch die Auf­gabe ste­ht und sie muss gemacht wer­den. Mein Tipp: Lassen Sie diese nie zu ein­er großen, zeitaufwändi­gen Arbeit anwach­sen. Sie bügeln nicht gerne, dann bügeln sie ein­fach jeden Tag fünf oder zehn Minuten. Also nicht den ganzen Inhalt vom Bügelko­rb. Das­selbe gilt für die Ord­nung in den Zim­mern oder beim Staub­wis­chen. Sie müssen nicht an einem Tag alles in glänzen­der Ord­nung brin­gen. Dies ist wohl eher die Ide­olo­gie vom Putzmit­telver­trieb im Fernse­hen und hat nichts mit der Real­ität im Haushalt gemein. Verse­hen Sie ihre Arbeit mit einem Wochen­ziel. Also wenn Sie im jeden Zim­mer jeden Tag ein paar Minuten nur putzen, aufräu­men, dann ste­ht am Ende der Woche die Ord­nung, die Schwiegermut­ter kann sich anmelden. Sie lehnen sich dann, zum erstaunen Ihres Part­ners, genussvoll im Ses­sel zurück, statt jet­zt mit dem Staub­sauger durch die Zim­mer zu wüten. Sie sind im Vorteil

Doch um dahin zu kom­men bedarf es eben der Analyse. Bei der Analyse zur Opti­mierung der Hausar­beit gilt auch: Ver­mei­den Sie Wege. Sie ken­nen vielle­icht von ein­er chirur­gis­chen Kranken­sta­tion den Ver­bandswa­gen. Und haben Sie sich schon mal gefragt, warum die Schwest­er oder der Arzt mit einem ganzen Wagen ins Zim­mer kommt, obwohl eine Binde reicht? Ganz klar: Um Wege zu ver­mei­den, schließlich jed­er Schritt braucht Zeit. Denn falls man neben der Binde plöt­zlich noch eine Salbe braucht oder ein Pflaster mit Schere: Die Schwest­er muss nicht auf­sprin­gen und hun­dert Meter über dem Sta­tions­flur het­zen. Sie geht an den Ver­bandswa­gen im Zim­mer. Dort ist alles ver­staut für die unter­schiedlich­sten Szene­r­ien, auch der Abwurf für die dreck­i­gen Instru­mente oder den Kanülen. Das­selbe gilt für Ihren Haushalt. Sie brauchen zu Hause sicher­lich keinen ganzen Wagen, aber basteln Sie sich einen Korb, nehmen sie alles mit ins Zim­mer wie Staub­tuch, ein feucht­es Tuch oder ein Reini­gungsspray, eben was Sie brauchen kön­nten, samt Ablage für die Dinge, die aus dem Zim­mer wieder weg sollen. Sie sparen sich Wege und somit Zeit.

Doch Vor­sicht! Hüten Sie sich, ein Zuviel an Struk­tur und Opti­mum in den All­t­ag zu brin­gen. Erzählen Sie nie­man­den davon! Was im Beruf­sleben nor­mal ist, Ihnen jed­er Unternehmens­ber­ater emp­fiehlt, im Haushalt gilt: Die Dinge könne man doch aus dem FF und dann das Leben, sein Chaos, dies bringt ganz schnell jede Struk­tur durcheinan­der. Das Kind fällt vom Klet­terg­erüst und Sie ste­hen dann in der Notauf­nahme statt am Bügel­brett. Aber spätestens wenn Sie begin­nen die Sock­en getren­nt nach ihrer Farbe zu waschen, dann kön­nten Sie plöt­zlich auf der Couch beim Ana­lytik­er liegen. Dieser wird wohl Ihren Kon­flikt mit der Bun­twäsche dann, ohne Par­don, in die Ecke ein­er „haus­gemacht­en“ Neu­rose stellen. Das Prob­lem, der schlechte Stand der Hausar­beit an sich, erhält nur ein müdes Lächeln.

Jet­zt denken Sie vielle­icht, aber was soll der ganze Aufwand der Analyse, die Suche nach Opti­mierung, wie Sie wo welche Zeit sparen kön­nten; das Nieder­schreiben Ihrer Auf­gaben in einem Plan ergibt keinen Sinn. Vielle­icht haben Sie recht, doch dann schre­it plöt­zlich ihr Part­ner: “Du woll­test doch gestern das Bad wis­chen?” Sie stöh­nen. Wenn Sie eine Liste führen, die sich über die ganze Woche zieht, dort zeich­nen Sie ab, was Sie geleis­tet und geschafft haben. Und dann schauen Sie auf die Liste. Sie haben gewis­cht und erin­nern sich: Die Kinder hat­ten wieder die Tiefen der Pfützen aus­gemessen, was, wie jedes mal für eine Por­tion extra Putzen sorgt. Sie wis­sen Ihre Antwort: “Ich weiß, habe ich auch, doch war es dem Nach­wuchs egal” und kön­nen dies, wenn Sie Ihrer Frau antworten gle­ich mit der päd­a­gogis­chen Zielvor­gabe verbinden: “Und es wird endlich mal Zeit, dass die Kinder auch ler­nen, sich im Haushalt zu beteili­gen. Ich hab da so ne Liste …”

Kat­e­gorie: 



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