Die Leistung eines Auffangbehälters

Am 21. Feb­ru­ar 2018 hat­ten wir das The­ma rund um das Absaug­gerät von Linn. Genauer gesagt, es ging um den Auf­fang­be­häl­ter von dem Sekret, was abge­saugt wird.

Dabei hätte ich nie gedacht, wie sich die Qual­ität der Auf­fang­be­häl­ter für das Absaugen zeigen kann. Nach unser­er Rekla­ma­tion bei dem Absaug­gerät Vacu aide von Dev­il­bis beka­men wir einen anderen Auf­fang­be­häl­ter schnell zu gesendet. Dies freute uns!

Doch wur­den wir hier schnell ent­täuscht. Der neue Behäl­ter war kein Ein­weg­be­häl­ter, son­dern dazu gedacht, dass dieser wieder auf­bere­it­et wer­den kann. Eine bessere Qual­ität brachte er nicht.

Er brauchte für den Sogauf­bau auf die erforder­lichen 0,4 mbar gute 10 Sekun­den. Dies ist ein­deutig zu lange, stell­ten wir im Pflegeteam fest.

Unser altes Absaug­gerät hat­te einen weitaus schnelleren Sogauf­bau, um die zwei Sekun­den, und selb­st das mobile Gerät, der Tra­cheo­port, bringt hier mehr Leis­tung.

Sogaufbau in 10 Sekunden ist gefährlich

Dieser langsame Sogauf­bau, so unsere Erfahrung mit Linn, kann für ihr Leben gefährlich wer­den:

Wenn Linn zäh­es Sekret hat, ist dies dann nur unzure­ichend abzusaugen in den erforder­lichen Zeitraum. In der Tra­chealka­nüle sollte die Pflege­fachkraft nur max­i­mal fünf Sekun­den sein und dann den Absaugvor­gang unter­brechen. Der Sog des Gerätes baut sich dann aber wieder ab. Wird sie dage­gen über 5 Sekun­den abge­saugt, kön­nte die Atmung von Linn behin­dert wer­den und sie kön­nte Luft­not bekom­men.

Die Lösung liegt beim Atmolit 26

In dieser, mein­er erlebten Not, wir brauchen ein funk­tion­ieren­des Absaug­gerät, schloß ich an den die Vacu aide den Auf­fang­be­häl­ter vom Atmolit 26 an. Siehe da, das Gerät baute den notwendi­gen Absaug­sog in kurz­er Zeit auf und wir kon­nten Linn gut absaugen. Das tolle an den Mehrweg­be­häl­ter von der Vacu aide ist, dass in den der Auf­fang­be­häl­ter rein passt, wodurch das Absaug­gerät samt Behäl­ter in sicher­eren Stand ohne viel Vibra­tion und Spiel erhielt.

Jet­zt ist alles gut! Noch nicht ganz. Denn unser Umbau am Gerät bedeutet eine Verän­derung des Medi­z­in­pro­duk­tes und muss erst noch mal geprüft wer­den von der Home­care­fir­ma, ob die Funk­tion und die Gewährleis­tung des Gerätes weit­er­hin sich­er beste­ht.

Aber durch die von uns erlebte schlechte Qual­ität der Absaug­be­häl­ter, sei es der Ein­weg- oder Mehrweg­be­häl­ter vom Vacu aide, sehen wir keine andere Lösung. Dies auch um die ärztliche geforderte Behand­lungspflege und um das Leben von Linn zu sich­ern. Es ist uns klar, dass es eine Verän­derung des Medi­z­in­pro­duk­tes ist, die der Her­steller nicht vorge­se­hen hat. Alter­na­tive wäre ein Absaug­gerät, was den Erfordernissen bei Linn gerecht wird.

Für mich bleibt dabei auch die Frage offen, welche Ziel­gruppe hat das Absaug­gerät Vacu aide? Vielle­icht weiß es ein­er von euch?

Neues Absaugegerät mit Irritation

Linn ist tech­nolo­gieab­hängig. Damit meinen wir, dass sie auf tech­nis­che Geräte angewiesen ist, um über­leben zu kön­nen. Dies sind Geräte, die ihre Lebens­funk­tio­nen unter­stützen oder erst ermöglichen. Dabei kann eine Änderung im Gerätepark für einige Irri­ta­tion sor­gen, wie wir jet­zt erleben:

Fast 13 Jahre hat­ten wir die gle­iche Absaugung, den Atmolit 26, und nun bringt dieser nicht mehr die Leis­tung. Da Linn ein funk­tion­ieren­des Gerät braucht, wurde schnell von der Home­care-Fir­ma ein Ersatz geliefert: die Vac­uaide von Dev­il­biss.

Sie saugt, ja, aber der Auf­fang­be­häl­ter für das abge­saugte Mate­r­i­al sorgt für einen Kon­flikt:

  • Der Spritzschutz, welch­er einen Bak­te­rien­fil­ter schützen soll im Auf­fang­be­häl­ter, hält nicht, son­dern fällt ab. Somit kann der Fil­ter nass wer­den und es kann nicht mehr abge­saugt wer­den.
  • Der Deck­el vom Auf­fang­be­häl­ter schließt schw­er.
  • Das Vol­u­men des Auf­fang­be­häl­ters ist zu ger­ing, wenn Linn in kurz­er Zeit viel abge­saugt wer­den muss.

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Krankenkasse: Die Ablehnung eines Ständers für die Rüttelweste

Wusstest Du, dass ein Stän­der für ein medi­zinis­ches Hil­f­s­mit­tel keinen medi­zinis­chen-ther­a­peutis­chen Nutzen hat und deshalb nicht genehmigt wird von der Krankenkasse? Nein? Okay, um was geht es.

Da unsere Inten­sivla­dy wieder­holt nicht das Sekret aus dem Atemwe­gen sich­er befördern kann, haben wir die Rüt­tel­weste „The Vest“ beantragt. Ein großes, unhan­dlich­es Gerät, woran über Schläuche eine Vibra­tionsweste angeschlossen wird. Damit wir es gut anwen­den kön­nen, damit das Gerät sich­er ste­ht braucht es einen Stän­der. Doch dieser hat keine Hil­f­s­mit­tel­num­mer und zählt, ver­mut­lich, nicht zum Stan­dard­zube­hör. Die Rüt­tel­weste „The Vest“ wurde genehmigt – der Stän­der wurde abgelehnt. Weit­er­lesen “Krankenkasse: Die Ablehnung eines Stän­ders für die Rüt­tel­weste”

Ehrenamt und Kinderhospizdienst: Schülerfreiwilligentag in Weimar 06/17

Am 15. Juni 2017 fand in Weimar der Schüler­frei­willi­gen­tag statt. Der Thüringer Kinder­hos­piz­di­enst Jena – Weimar nahm mit ein­er Aktion teil, dies in Räu­men des Kinder­büros Weimar im Mon ami.

Schülerfreiwilligentag: Die Ehrenamtsagentur Weimar stellt sich die Aufgabe, Schüler_Innen an das Freiwilligen- bezieheungsweise Ehrenamt heranzufühen. Ein besonderere Weg ist dieser Tag. Dazu lud sie verschiedenste Vereine und Einrichtungen ein, hier für einen Schultag Angebote der Freiwilligenarbeit zu gestalten, die an einem Tag zu erfüllen sind. Die Schulklassen oder die älteren Schüler_Innen konnten sich aus den Angeboten eines heraus suchen. Die Schüler_Innen erlebten den Schultag somit, wie vielfältig oder auch mit welchen "einfachen", gleichzeitig wertvollen Aufgaben sich das Ehrenamt auszeichnet.

Eine beson­dere Auf­gabe von Kinder­hos­piz­di­en­sten ist die Öffentlichkeit­sar­beit. Dabei wird daran gear­beit­et, die Arbeit der Kinder­hos­pize bekan­nter zu machen, um weit­ere Fam­i­lien mit einem unheil­bar erkrank­ten Kind zu erre­ichen. Weit­er­lesen “Ehre­namt und Kinder­hos­piz­di­enst: Schüler­frei­willi­gen­tag in Weimar 06/17”

Schule und Tracheostoma: Handschuh steril oder keimarm beim Absaugen

Absaugka­theter neb­st Latex­hand­schuh

Wird es nach über 10 Jahren Tra­cheostoma Zeit die haus­in­ter­nen Pflege­s­tandards beim Inten­sivkind zu über­denken? Ja und Nein. Ein Ja gibt es, weil das Gesund­heit­samt der Kom­mune Jena fordert, die Lady müsse mit ster­ilen Hand­schuhen abge­saugt wer­den. Doch von vorne.
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Hilfsmittelversorgung – Regelung für mehr Qualität

Die große Koali­tion im Bun­destag plant eine geset­zliche Regelung für die Verbesserung der Qual­ität in der Hil­f­s­mit­telver­sorgung, wie ich let­ztens auf Bib­liomed las. Ange­sprochen wurde zum Beispiel die Qual­ität der Inkon­ti­nen­zver­sorgung (Windeln, Ein­la­gen). Geplant sei es im Früh­jahr.
Wenn diese Regelung wirk­lich kommt, würde ich es als ein Erfolg der Beschw­er­den vom Patien­ten inter­pretieren. Diese hat­ten sich medi­en­wirk­sam den Patien­ten­beauf­tragten gewandt über die schlecht­en Windeln bei eini­gen Krankenkassen, wobei die Hil­f­s­mit­tel-Fir­men­lob­by ver­mut­lich auch auf die Bun­de­spoli­tik eingewirkt hat.
Ein Erfolg wäre es, wenn die Krankenkassen Stan­dards in der Qual­ität von Medi­z­in­pro­duk­ten absich­ern müssen und auch teurere Anbi­eter bezahlen müssen, da der Bil­lig­ste keine aus­re­ichende Qual­ität liefert. Doch bleibt für mich die Frage, wie dies gestal­tet wer­den kann und wer bes­timmt, was ein qual­itäts­gerecht­es Pro­dukt ist (Min­dest­stan­dard) und was wäre eine „Überver­sorgung“.

Verordnung vom Hilfsmittel: Der Anwenderbedarf zählt!

Kinderbett beengtAus mein­er Erfahrung muss bei der Verord­nung eines Hil­f­s­mit­tels immer die/der Hilfsmittelanwender_in in den Blick genom­men wer­den. Also die Per­son, welche das Hil­f­s­mit­tel bedi­ent. Dies kön­nen neben dem Patien­ten die Ange­höri­gen oder die Pflegekräfte sein

Die Notwendigkeit eines Hil­f­s­mit­tel richtet sich somit nach der Indika­tion, warum wird es benötigt, nach den Fähigkeit­en des erkrank­ten / behin­derten Men­schen wie auch der/dem Anwen­derin:

  • Kann der Betrof­fene oder die/der Anwender_in das Hil­f­s­mit­tel nicht oder nur unzure­ichend bedi­enen, wird das Hil­f­s­mit­tel nicht einge­set­zt. Dazu zählt neben der tech­nis­chen Bedi­enung auch die Hand­habung und der Kör­p­er- oder Kraftein­satz. Zum Beispiel, wenn der Roll­stuhl gefahren wird.
  • In welchen Ver­hält­nis ste­ht der Zeitaufwand für die Vor­bere­itung der Hil­f­s­mit­tel­nutzung gegenüber der Nutzungszeit des Hil­f­s­mit­tels. Wenn die Vor- und Nach­bere­itung zu lange dauert, beste­ht eine hohe Nei­gung, dass Hil­f­s­mit­tel nicht einzuset­zen, ins­beson­dere wenn der ther­a­peutis­che Nutzen nicht klar erkennbar ist.
  • Nicht zu unter­schätzen ist die Ästhetik eines Hil­f­s­mit­tels. Viele Ange­hörige oder Betrof­fene nehmen die Behin­derung nicht gle­ich gut an und verbinden oder erleben sie als eine Ver­schlechterung der Leben­squal­ität. Andere erleben die Behin­derung als einen Man­gel, wodurch sie sich nicht ins öffentliche Leben trauen. Wenn ein Hil­f­s­mit­tel auf­grund dessen Designs, die Behin­derung „betont“, kann es diese Leben­se­in­stel­lung und den damit ver­bun­de­nen Erleben ver­stärken und zu ein­er Ablehnung des Hil­f­s­mit­tels führen.

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Schmerz & Palliativ: Hilfsmittel und Medizinprodukt

Neben der Unruhe, der Epilepsie sind die Schmerzen zum alltäglichen Begleiter des Intensivkindes geworden. So richtig klar können wir die Ursache nicht benennen. Ist es die Skoliose, welche im letzten Jahr sich verschlechterte? Vermutlich ja, vermutlich … Deutlich ist geworden, die „alten“ Schmerzmittel (Paracetamol, Ibuprofen) scheitern und somit wird jetzt das Fentanyl probiert als Nasenspray.
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BVMed: Kampagne Körperstolz

Es geht ein­mal um das Tabu, es geht darum zu zeigen, welche Leben­squal­ität wieder gewon­nen wer­den kann bei ver­schieden­sten Behin­derun­gen und Erkrankun­gen, wenn die Betrof­fe­nen die richti­gen Hil­f­s­mit­tel bekom­men. Doch nicht nur dies, son­dern es ist wichtig, dass die Medi­z­in­pro­duk­te eine gute Qual­ität haben.

Tabu? Wenn ein Men­sch Inkon­ti­nent ist, ver­suchen viele Betrof­fene selb­st dies The­ma zu ver­mei­den, zu ver­steck­en. Dies selb­st vor eng­sten Fam­i­lien­ange­höri­gen. Eine Scham, die auch bewirken kann, dass eine schlechte Ver­sorgung von Windeln „geschluckt“ wird. Ein Wider­spruch äußern gegenüber der Krankenkasse, seinen Ärg­er Luft zu machen gegenüber dem San­ität­shaus, würde bedeuten offen über seine Betrof­fen­heit reden zu müssen.

Span­nend finde ich die Geschichte von Peter Her­flog, der über die Nacht kün­stlich, mit Umge­hung des Darmes, ernährt wird. Zu find­en ist dieser unter:

http://www.bvmed.de/de/versorgung/patientengeschichten/koerperstolz-patientengeschichte-ernaehrung-peter-helfrich

Mehr zur Kam­pagne find­et ihr in

http://www.bvmed.de/de/versorgung/patientengeschichten

Ein Ostergruß von der Krankenkasse

Gestern kam von der Krankenkasse Post, die Genehmi­gung über die beantragte Lagerung­shil­fe “Mal­ta” von der Fa. Enste Phys­io­form Reha 1. Ein Oster­gruß! Auch wenn die Post nicht so aus­gewiesen ist, ist sie es für uns. Denn wir warten schon seit sechs Monat­en auf eine endgültige Entschei­dung2 nach unseren Ein­spruch, ob wir diese Posi­tion­ierung­shil­fe genehmigt bekom­men oder nicht. Der Preis des Hil­f­s­mit­tels liegt um die 530€.
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