Das Glück im Erdgeschoss

Ich dachte immer, die alten Fahrstühle wären die, welche gerne zwischendurch ihren Dienst aufgeben. Woher diese fixe Idee kommt? Nun, da muss ich Ihnen eine Antwort schuldig bleiben, denn allein schon in einem alten Haus der Jenaer Uniklinik funktionierte der alte Fahrstuhl immer, zumindest wenn ich im Haus tätig war, dagegen das jüngere Modell wollte mal, mal nicht, was so für einige Probleme sorgte, wenn die Patienten in den OP sollten oder auf der Wachstation "unbedingt" die Betten geräumt werden mussten.
Fahrstuhl neu heißt also: Es braucht so seine Zeit, bis er ohne Probleme funktioniert. Dies scheint auch bei unserem Fahrstuhl im Wohnhaus zu sein. Er ist neu, muckte schon die letzten Tage rum, dass er mal die Türen schloss und fuhr oder eben nicht. Seit gestern klebt nun noch in unserer Etage ein Zettel dran, mit dem Inhalt, die Tür sei defekt. Was heißt, wir können den Fahrstuhl nicht benutzen. Schön, dachte ich mir, zum Glück wohnen wir im Erdgeschoss.

Heute kam der Hausmeister bei uns vorbei, nicht wegen des Fahrstuhls, das machen die Spezialisten, sondern wegen eines anderen Defekts innerhalb der Wohnung und meinte nur beiläufig: Er kennt das auch aus einem anderen Haus, nach zwei Jahren lief der Fahrstuhl dann ohne Probleme. Schön, dachte ich erneut, das ist dann wohl wie auf dem Softwaremarkt: Erst ab der Version mit der Eins hinter dem Punkt oder der ersten großen Fehlerkorrektur namens Patch ein Viertel oder halbes Jahr später, ab da kann man dann, vielleicht, endlich "professionell" mit Produkt arbeiten.

Ich hoffe nur, dass diese Testmentalität, der Nutzer kauft das Produkt und dann schauen wir mal, ob es funktioniert, nicht noch auf Hilfsmittel wie Beatmungsmaschinen übergreift. Dies wäre dann wirklich lebensbedrohlich.

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Dirk Strecker

Er arbeitet im und führt das PflegeTeam von Linn im Arbeitgebermodell (PflegeTeam bei Zitronenzucker) - gepaart mit seinen Erfahrung aus der Leitungsarbeit in ambulanten Kinderkrankenpflege / Intensivpflege. D.S. administriert Selbsthilfe-Webprojekte und wirkt vor Ort mit bei Themen der Selbsthilfe, Integration - Inklusion und der Kinderhospizarbeit. Er war Koordinator für den Kinderhospizdienst und berät jetzt beim Bundesverband Kinderhospiz.

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