Pflegezirkus // Gestalte die Intensivpflege mit Lebenslimitierung und Behinderung - der Suche der Identität im Mann-Sein darin //

Häusliche Krankenpflege oder Sterbebegleitung

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Viel­leicht bekom­men wir des­halb kei­ne Hos­piz­pfle­ge bezahlt, weil die BKK die Kos­ten für die häus­li­che Behand­lungs­pfle­ge über­nimmt. Denn so liest man von einem bei­nah “umge­dreh­ten” Fall: Einem beatme­ten Klein­kind mit sehr gerin­ger Lebens­er­war­tung, wel­ches in eine Wohn­ge­mein­schaft für beatme­te Kin­der aus der Kli­nik ver­legt wur­de. Doch leb­te es län­ger als die Pro­gno­se vor­her­sah und es brauch­te wegen der Beatmung eine stän­di­ge pfle­ge­ri­sche Beob­ach­tung. Die Kran­ken­kas­se, die AOK Bay­ern, lehn­te aber die vol­le Kos­ten­über­nah­me der häus­li­chen Kran­ken­pfle­ge vom Pfle­ge­dienst ab. Die Begründung:

Die aber ver­weist dar­auf, dass sie zwar für die Kos­ten­über­nah­me bei einer Behand­lungs­pfle­ge, nicht aber bei einer ambu­lan­ten Ster­be­be­glei­tung zustän­dig sei.” aus: AOK will Beatmung vom Klein­kind nicht bezah­len. sued​deut​sche​.de: mün­chen­ex­tra. 30.04.09

Also, wenn die Pro­gno­se schlecht ist und Ster­be­be­glei­tung mit im Vor­der­grund steht, da man nur noch weni­ge Wochen zu über­le­ben hat, so gäbe es dem­nach kein Anspruch mehr auf eine pro­fes­sio­nel­le Kran­ken­pfle­ge. Geschluss­fol­gert dar­aus man fra­gen: Wenn ein Pati­ent im Ster­ben liegt, wel­che ärzt­li­che The­ra­pie muss denn da noch gesi­chert wer­den? Kein Pfle­ge­dienst, obwohl gera­de in die­ser Pha­se häu­fig ein hoher Pfle­ge­auf­wand besteht, der nicht von den Ange­hö­ri­gen bewäl­tigt wer­den kann.

Also um dies noch ein­mal den Punkt der AOK zu verdeutlichen:

Die Kas­se berief sich dabei auf ein Gut­ach­ten des Medi­zi­ni­schen Diens­tes der Kran­ken­ver­si­che­rung (MDK), wonach das Kind “nach einem lan­gen Kran­ken­haus­auf­ent­halt vom Pfle­ge­dienst zur Ster­be­be­glei­tung über­nom­men” wor­den sei.” ebd.

Sicher­lich man muss beden­ken, der Fall ist von 2002 und es stellt sich die Fra­ge, was hier heu­te die spe­zia­li­sier­te Pal­lia­tiv­ver­sor­gung (SAPV) abde­cken könn­te, wenn sie denn end­lich rich­tig umge­setzt wird.

Doch blieb in dem Fall der Pfle­ge­dienst nicht auf den Kos­ten sit­zen, son­dern die Stadt Mün­chen ging in Vor­leis­tung. Jetzt möch­te aber die Kom­mu­ne das Geld, es sind über 140.000 Euro, von der Kran­ken­ver­si­che­rung zurück erstat­tet bekom­men. Die Kas­se wei­ge­re sich bis­her, womit die Stadt nun die AOK Bay­ern ver­klag­te vor dem Sozi­al­ge­richt. Ein inter­es­san­ter Fall.

Die Posi­ti­on der Stadt zeigt deut­lich auf, war­um hier, also auch beim Ster­ben, häus­li­che Kran­ken­pfle­ge erbracht wer­den musste:

Es sei not­wen­dig gewe­sen, dass stän­dig Fach­per­so­nal anwe­send war, um die immer wie­der auf­tre­ten­den Krampf­an­fäl­le medi­ka­men­tös zu dämp­fen und Kom­pli­ka­tio­nen zu lin­dern. Zudem sei jeder­zeit ein Ein­grei­fen der Pfle­ge­kraft erfor­der­lich gewe­sen, etwa um die Atem­we­ge frei von Schleim zu hal­ten. Es sei aus­schließ­lich um medi­zi­ni­sche Betreu­ung zur Lin­de­rung der Beschwer­den gegan­gen und nicht um die see­lisch-geis­ti­ge Betreu­ung eines ster­ben­den Men­schen.” ebd.

Die­sel­be Situa­ti­on, wie sie auch bei uns Zuhau­se besteht, war­um unse­re Lady von einen Kin­der­kran­ken­pfle­ge­dienst mit betreut wird. Sicher­lich, eine sol­che Ver­sor­gung hat sei­nen Preis, war­um eini­ge Kran­ken­kas­sen hier auch immer wie­der “Hür­den bau­en”, bis die pas­sen­de Ver­sor­gung steht, wohl in der Hoff­nung, die Eltern leis­ten es ohne.

Steht die Ver­sor­gung, so haben trotz­dem vie­le Eltern Angst, ihr Anspruch auf den Pfle­ge­dienst könn­te wie­der strei­tig gemacht wer­den, wenn sie meh­re­re Stun­den am Tag das Kind selbst betreu­en wür­den. Oder aber die Kran­ken­kas­se ver­sucht den Kin­der­kran­ken­pfle­ge­dienst der Fami­lie strei­tig zu machen, möch­te denen einen ande­ren Pfle­ge­dienst vor­schrei­ben wegen des Prei­ses. Ein bil­li­ge­rer Pfle­ge­dienst heißt aber auch, er hält womög­lich nicht das not­wen­di­ge Pfle­ge­fach­per­so­nal vor. Päd­ia­tri­sche Pfle­ge­kräf­te hin­zu feh­len in vie­len Gebie­ten der Repu­blik. The­men, die für eine stän­di­ge Unsi­cher­heit sor­gen bei den Fami­li­en, wel­che eh schon in einer stark belas­ten­den Lebens­si­tua­ti­on durch die häu­fi­gen Kri­sen des Inten­siv­kin­des sind.

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Ein Blog, kleine "Skizzen" aus dem IntensivZimmer, der Führung in der Pflege, als pflegende Angehörige, dass DrumHerum, wie die Pflege "lebt", ihr gut tut, die Teilhabe wie in der Schule, was die Kranken-, die Sozialkassen ... Wir mitten drin mit der Linn, unserer IntensivLady ...

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