Pflege: Warum sollte noch ausgebildet werden?

P

Wenn Sie zehn Jah­re lang ihr behin­der­tes Kind gepflegt haben, oder eben ihre Eltern, dann haben sie es geschafft, ver­traut man der Aus­sa­ge der CDU in Meck­len­burg-Vor­pom­mern: Sie sind Pfle­ge­fach­kraft. Sie glau­ben mir nicht, nun ja die Mel­dung auf biblio­med lässt sich dahin gehend aber gut inter­pre­tie­ren. Aber auch wenn es sicher­lich auf Mit­ar­bei­te­rIn­nen in Kran­ken­häu­sern oder Pfle­ge­hei­men gemünzt ist, die pro­fes­sio­nel­le Pfle­ge in der ambu­lan­ten Ver­sor­gung steht dem nicht nach.

Aber an sich stimmt mich die Aus­sa­ge der CDU trau­rig gegen­über der Qua­li­täts­ar­beit von Pfle­ge­fach­kräf­ten. Die Wert­schät­zung von Pfle­ge ist hier­mit gestri­chen. Denn im Umkehr­schluss bedeu­tet dies, dass man sich inner­halb der Aus­bil­dung nicht fach­lich wei­ter ent­wi­ckelt, sein Kön­nen und Wis­sen aus­baut, son­dern sta­gniert und sogar abbaut nach drei Jah­ren hin zu eine Ver­sor­gungs­qua­li­tät von unaus­ge­bil­de­ten Hilfs­kräf­ten. Wozu noch aus­bil­den, wenn man nach zehn Jah­ren sei­nen Abschluss ohne Beur­tei­lung des Kön­nens ein­fach bekommt, egal ob man ver­stan­den hat, was eine Sekre­to­ly­se ist oder wie man die Pfle­ge absi­chert für eine erfolg­rei­che Dekubitusbehandlung.

Aber kom­men wir zurück zu Ihnen, Ihrer lang­jäh­ri­gen Tätig­keit als Lai­en­pfle­ge­kraft. Man könn­te dies, wenn die­ser poli­ti­sche Wil­le umge­setzt wird, auch als Weg sehen, damit sie zurück einen Weg ins Berufs­le­ben fin­den. In vie­len Beru­fen ist es eben schwie­rig, wenn man zehn Jah­re raus ist, also war­um nicht gleich in der Pfle­ge blei­ben. Doch Vor­sicht ist hier auch gebo­ten, nicht dass die MDK-Prü­fer mei­nen, dass sie nach zehn Jah­ren bei der Begut­ach­tung der Pfle­ge­stu­fe Minu­ten strei­chen kön­nen. Der Gut­ach­ter könn­te schlicht die Mei­nung ver­tre­ten, es han­delt sich nach zehn Jah­ren vor Ort um eine Pfle­ge­fach­kraft und die brau­chen in der Pfle­ge nicht so lan­ge. Mit der Geneh­mi­gung der häus­li­chen Kran­ken­pfle­ge wird es dann auch schwie­rig. Denn war­um einen Pfle­ge­dienst schi­cken, wenn die Toch­ter oder der Sohn jetzt eine Pfle­ge­fach­kraft gewor­den sind. So kann man Kos­ten spa­ren im Gesundheitswesen.

Man­che Ideen sind eben ein­fach prak­tisch, um den Pfle­ge­not­stand zu begeg­nen, in dem man am Ende alle, die “irgend­wie” mit der Pfle­ge zu schaf­fen haben, nach einer bestimm­ten Zeit zu Pfle­ge­fach­kräf­ten wer­den lässt. Aber mal ehr­lich, wür­den Sie sich von einem Hob­by­bast­ler ihr Auto repa­rie­ren las­sen, bloss weil die­ser Mensch über zehn Jah­re an Autos bas­telt, aber nie­mand sei­nen Aus­bil­dungs­stand geprüft hat? Viel­leicht ja, nun gut, aber sicher­lich auch nicht für einen Facharbeiterlohn.

Tei­le die­sen Beitrag

Ich freu mich über Deinen Kommentar

Über


Ein Blog, klei­ne “Skiz­zen” aus dem Inten­siv­Zim­mer, der Füh­rung in der Pfle­ge, als pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge, dass Drum­Her­um, wie die Pfle­ge “lebt”, ihr gut tut, die Teil­ha­be wie in der Schu­le, was die Kranken‑, die Sozi­al­kas­sen … Wir mit­ten drin mit der Linn, unse­rer IntensivLady …

Archive

Kategorien

Neueste Beiträge

Neueste Kommentare

Archive

Meta