Windeln & Eigenanteil: Festigen Sanitätshäuser Leistungen der Krankenkasse?

Streiten gilt nicht. Die Windeln vom Intensivkind laufen immer häufiger aus, halten nicht mehr die Menge auf, wie das Intensivkind spontan uriniert. Also wird der Windelversorger, ein Sanitätshaus, angerufen und ich frage nach, ob wir andere, saugstärkere oder größere Windeln zum Testen bekommen können. Ich bat um Windeln, bei denen wir keine Eigenanteile leisten müssen. Die erste Antwort war, für saugstärkere Windeln müssten wir drauf zahlen.

Es wurde ein beschwerlicher Weg im Gespräch und zum Schluss erklärte die Stimme, sie sende uns Probewindeln zu. Die nächst größere Windel, die vollständig von der Krankenkasse finanziert wird. Kundenfreundlich wirkte dieser Weg zu der Entscheidung nicht. Zuerst zeigte sich die Dame vom Sanitätshaus streng im Ton, als könne sie nicht mehr lächeln und sei in ihrem Leben frustriert. Dabei ging es nur um Probewindeln und einen Problem mit ihren vertriebenen Windeln. Die Information, wir müssten für die Windeln einen Eigenanteil zahlen, klang wie eine Mission von ihr. Die Krankenkassen bezahlen nur das, was ausreichend, wirtschaftlich, zweckmäßig und in der Qualität gesichert ist. Dem stimmte ich zu und dazu zählt, dass die Krankenkasse auch eine Windel bezahlt, die nicht ausläuft, passend sitzt und ausreichend trocken ist bei kleinen Mengen Urin (Schutz vor dem Wundliegen); siehe dazu eine Rechtsprechung vom LSG der Länder Berlin und Brandenburg, Urteil vom 15. November 2012 - Az. L 1 KR 263/11. Weiterlesen "Windeln & Eigenanteil: Festigen Sanitätshäuser Leistungen der Krankenkasse?"

Behinderung, Hilfsmittel, Ohnmacht – kein Weg

Mit der Behin­derung des Kindes, damit kön­nen wir leben, Prob­leme bere­it­en uns  die abgelehn­ten Hil­fen für die Bewäl­ti­gung des All­t­ags  – ein Satz, den ich wieder unter­schreiben will, den ich diese Woche wieder unter­schreiben kon­nte.

Auf PPM-Online las ich über die Ablehnung eines schwenkbaren Autositzes. Das Lan­des­ozial­gericht in Essen mag recht haben, es ist keine Leis­tung der Krankenkasse. Es ist in dem geschilderten Fall nicht mit einem ther­a­peutis­chen Nutzen ver­bun­den, dient also nicht der medi­zinis­chen Reha­bil­i­ta­tion. Okay, dann dient der Autositz eventuell der Teil­habe am öffentlichen Leben. Kön­nte dies Hil­f­s­mit­tel nicht beim Sozialamt beantragt wer­den? Wurde dies gemacht? Nach einem Satz im Urteil nicht. Weit­er­lesen “Behin­derung, Hil­f­s­mit­tel, Ohn­macht – kein Weg”

Krankenkasse vs. Häusliche Kinderkrankenpflege: Wenn es um die Stunden geht

Wieder­holt erlebe oder höre ich von dem “Kampf” viel­er Fam­i­lien mit ihrer Krankenkasse um die Genehmi­gung der ärztlich verord­neten Pfleges­tun­den oder den gewün­scht­en Kinderkrankenpflege­di­enst. Wenn die Krankenkasse wirk­lich Kosten sparen will, so meine Ver­mu­tung, wäre ein “gemein­samer” Weg sin­nvoll.

Die Häus­liche Kinderkrankenpflege wie auch die außerklin­is­che häus­liche Inten­siv-Krankenpflege wird gerne als kosten­in­ten­siv bew­ertet. Dies mag sein, wenn man es als einzel­nen Posten in der Krankenkasse betra­chtet. Diese Leis­tung wird pro Pfleges­tunde abgerech­net und dazu kön­nte noch die Anfahrt berech­net wer­den. Oder anders, es bedarf mehrere einzelne gesunde Ver­sicherte im Monat, um die Pflege eines Inten­siv­pa­tien­ten im gle­ichen Zeitraum zu finanzieren. Kranken­ver­sicherun­gen sind Wirtschaft­sun­ternehmen, die Ein­nah­men soll­ten höher sein als die Aus­gaben oder wieder anders, das Pro­dukt “Kranken­ver­sicherung” sollte mit einem guten Gewinn verkauft wer­den. Schließlich möchte die Ver­sicherung von ihren Pro­duk­ten “leben kön­nen”. Weit­er­lesen “Krankenkasse vs. Häus­liche Kinderkrankenpflege: Wenn es um die Stun­den geht”

Die gewünschte Pflegestufe, Kind und BSG

Hat ihr Kind die richtige Pflegestufe beim let­zten MDK-Gutacht­en erhal­ten? Sie sagen Nein. Ein The­ma, dass wir nur mit dem Sozial­gericht lösen kon­nten. Ein langer Weg und für uns war es ein erfol­gre­ich­er Weg.

Eine Ursache für die „falsche“ Pflegestufe kann der Abzug der Minuten von den Pflegeminuten sein, was ein jed­er für sein „gesun­des“ Kind auch bräuchte.

Das Bun­dessozial­gericht (BSG) hat zu der bish­eri­gen Prax­is ein Urteil erlassen. Vielle­icht  bekommt mit dieser Berech­nung ihr Kind endlich die geforderte Stufe.

Gehe hierzu: Kinderpfle­genetzwerk

BSG-Urteil zur Bearbeitung eines Antrags

Die Behin­derten­hil­fe zeigt sich als ein merk­würdi­ges Sozial­sys­tem, wenn eine Per­son für die Bear­beitung eines Antrags vors Bun­dessozial­gericht ziehen muss. Wir ken­nen dies The­ma. Wir gin­gen vor weni­gen Jahren zu ein­er solchen „koor­dinier­enten“ Behörde mit unserem Anliegen. Das Inten­sivkind brauchte für die Kita eine zweite Sitzschale. Die Sach­bear­bei­t­erin sollte für die Finanzierung alle möglichen Kos­ten­träger anfra­gen. Doch beschränk­te sich ihr Aktion­sra­dius auf eine Nichtk­lärung. Erst als wir eine Mitar­bei­t­erin der Behin­derten­hil­fe vom Land Thürin­gen ein­schal­teten, einigten sich die Kos­ten­träger. Zumin­d­est soweit, dass sie dies Hil­f­s­mit­tel bezahlten.

Ich bin ges­pan­nt, ob dieses Urteil es leis­ten wird, dass die ver­schiede­nen Behör­den mehr zusam­me­nar­beit­en wer­den.

Grundsicherung & Krankenkasse: den Zusatzbeitrag müssen Sie selbst tragen

Für chro­nisch Kranke und Men­schen mit Behin­derung, die ständig auf Leis­tun­gen der Krankenkasse angewiesen sind, und Grund­sicherung oder ALG II beziehen, ist dies Urteil vom Sozial­gericht Freibug (S 14 AS 3578/109) eine Belas­tung­sprobe. Ein Recht darauf, das der Zusatzbeitrag der Kranken­ver­sicherung über­nom­men wird von der Grund­sicherung, beste­ht dem nach nicht. Dies bedeutet, die Betrof­fe­nen müssen immer die bil­lig­ste Krankenkasse wählen, die es auf dem Markt gibt. Aktuell müssen sie also aus denen auswählen, die auf einen Zusatzbeitrag verzicht­en kön­nen. Weit­er­lesen “Grund­sicherung & Krankenkasse: den Zusatzbeitrag müssen Sie selb­st tra­gen”

(K)ein Weihnachtsgruß der BKK

Wenn am 24.12. Post von der Krankenkasse BKK für Heil­berufe kommt, so ist man schon an sich mis­strauisch und als dann der Brief geöffnet war, war der Ärg­er per­fekt. Der Brief gibt die Auskun­ft, dass das Pflegegeld vom Inten­sivkind jet­zt mit der Behand­lungspflege ver­rech­net wird. Zumin­d­est sind die For­mulierun­gen so gestal­tet, dass wir dies so schlussfol­gern müssen.

Behand­lungspflege und Pflegegeld? Ja, dies sind in unserem Gesund­heitswe­sen zwei ver­schiedene Dinge. Die Behand­lungspflege in der häus­lichen Krankenpflege ist eine Leis­tung, die ist nur gibt, wenn eine ärztliche Behand­lung gesichert oder durchge­führt wer­den soll über einen Pflege­di­enst. Das Pflegegeld gibt es für die Grundpflege, also der Pflege wie das Waschen, das Wick­eln oder das Füt­tern. Weit­er­lesen “(K)ein Wei­h­nachts­gruß der BKK”

Die Pflege – Armutsfalle

Arbeit­slosen­geld II und ein behin­dertes Kind, kein Sel­tenheit. Oder sage ich es anders, opfert man sich auf in der Pflege seines kranken oder eben behin­dertes Kindes, so kann dies schnell zur Armutsfalle wer­den. Der Job, das wird nichts mehr oder wenn man seine Arbeit­szeit nicht reduzieren kann wegen der häus­lichen Pflege, so kann es auch schnell vor­bei sein mit der Arbeit.

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500 Meter in zumutbarer Zeit

Nach dem Urteil emp­fiehlt es sich wirk­lich aufs Flach­land zu ziehen, doch acht­en Sie dabei auch darauf, dass Super­markt, der nette Gemüse­händler, Ihre Bank wie auch Ihr Arzt und Apothek­er gle­ich um die Ecke wohnen.

Denn wenn Sie am Berg wohn, dann wird es schw­er, wenn die Krankenkasse meint, ihnen ste­ht nur ein Stan­dard­roll­stuhl zu. Sie müssen dann erst­mal nach­weisen, den Berg kom­men Sie in zumut­bar­er Zeit nicht hoch.

Aber was heißt zumut­bare Zeit. Es ist die Frage, mit wem man den Ver­gle­ich zieht bzw. die Krankenkasse. Der alte Herr mit der Schaufen­sterkrankheit, da gut alle zehn Meter ste­hen bleiben muss oder der Junge von neben an, der die 500 Meter in gut fünf Minuten gelaufen ist.

Ich tippe mal auf 10 – 15 Minuten. Dann schaf­fen sie gute zwei bis drei Kilo­me­ter in der Stunde. Es ist nicht der Hit, wenn der näch­ste Super­markt etwas ent­fer­nt liegt. Dabei kann sich dann der Einkauf schon mal drei Stun­den hinziehen, wenn da nicht die Erschöp­fung kommt.

Arbeitslosenrecht, Kind und die Inklusion

Mit dem Urteil vom Bun­dessozial­gericht  (Az.: B 14 AS 3/09 R) zeigt sich  deut­lich: die Anwen­dung vom Arbeit­slosen­recht auf Nicht-Erwerb­s­fähige, also Kindern, benachteiligt diese. So wird eben nur dann eine Behin­derung eines Men­schen anerkan­nt, wenn dieser arbeit­en gehen kön­nte und dies wäre eh erst ab dem 15. Leben­s­jahr möglich. Der finanzielle Mehraufwand für das behin­derte Kind, der auch beste­ht wenn die Eltern keinen Job haben, find­et somit keine Würdi­gung.

Mehraufwand? Durch die Pfle­ge­si­t­u­a­tion von Fam­i­lien mit einem behin­derten Kind passiert es häu­fig, dass ein Part­ner nicht arbeit­en gehen kann. Ewig lange Klinikaufen­thalte oder durchwachte Nächte wie fehlende regionale Betreu­ungsmöglichkeit­en sor­gen für Arbeit­sun­fähigkeit. Dazu gesellt sich noch die höhere Schei­dungsrate bei Fam­i­lien mit behin­derten Kindern als bei den „Nor­malen“. Weit­er­lesen “Arbeit­slosen­recht, Kind und die Inklu­sion”