Ethik: Abtreibung und die Rettung von Frühgeborenen

Irgend­wo liegt in dem eine Schiz­o­phre­nie: Zum einen wird erlaubt noch das begin­nende Men­schen­leben im Bauch abzutreiben, wenn eine Behin­derung aus­gemacht wird und dann “ret­tet” die heutige Medi­zin gle­ichal­trige Frühge­borene, wobei hier eine schwere Behin­derung eine häu­fige Kom­p­lika­tion ist. Eine Diskus­sion über Abtrei­bung von lebens­fähi­gen “Föten” scheint schw­er zu sein lt. der Volksstimme vom Mai, zumin­d­est für die bei­den regieren­den Parteien.

Klar es geht um Ethik, um Reli­gion und dem § 218 und damit wird die Ver­ant­wor­tung zum guten Teil auf die Medi­zin­er geschoben, was in der Char­ité von Berlin deut­lich wurde lt der Berlin­er Zeitung. Doch um was geht es noch. Nun eigentlich um die Vorstell­barkeit, um das Wis­sen, das ein Leben mit Behin­derung möglich ist, ohne den ganzen Leben­s­plan als Fam­i­lie aufzugeben, wenn, ja das “Wenn”.

Denn so müssen sich die Eltern auch gewiss sein, dass sie mit einem behin­derten Kind nicht allein gelassen wer­den, dass sie nicht um Hil­f­s­mit­tel, um wichtige Ther­a­pi­en und ein­er Unter­stützung zu hause “bet­teln” oder sog­ar vors Gericht ziehen müssen. Doch dies ist wohl mehr der All­t­ag, wie wir ihn selb­st und andere erleben: Ohne die heutige Medi­z­in­tech­nik hätte unsere Lady nicht über­lebt, doch um die Leben­squal­ität zu behal­ten, sie zu fes­ti­gen, da gibt es dann wohl keinen ein­deuti­gen “gesellschaftlichen” Willen mehr.

Die Ver­ant­wor­tung liegt wohl bei uns, wir hät­ten ja die Ther­a­pie bei ihrer schw­eren Lun­genentzün­dung mit Beat­mung verneinen kön­nen und es gäbe dann kein Inten­sivkind, kein Ärg­er mit den Leis­tungsträger. Doch stellt sich dann die Frage: Warum bauen wir solch ein Gesund­heitswe­sen auf, was Leben ret­tet und ermöglicht mit schw­er­sten Beein­träch­ti­gun­gen zu leben? Warum? Um der Welt zu zeigen, was die heutige Medi­zin kann, um es dann zu exportieren an die, die es sich leis­ten kön­nen, auch das danach zu tra­gen? Zumin­d­est kön­nte man schnell den Ein­druck bekom­men, wenn es um das Danach, nach der “Ret­tung” geht, dass nur noch eine Leis­tung nach dem Gutacht­en per Akten­lage bezahlt oder diese ganz verneint wird.

Mit Behin­derung leben, klar dies ist möglich und heißt nicht, keine Leben­squal­ität mehr zu haben. Doch solange behin­derte Men­schen als Man­gel­we­sen betra­chtet wer­den, solange Hil­f­s­mit­tel nicht als solche betra­chtet wer­den, was sie sind, eben damit der Behin­derte das kann, was “jed­er” kann. Solange man meint, das Heim sei bess­er als Daheim und die Ver­ant­wortlichkeit an die Pflege­heime abgegeben wird, wird sich wohl nicht viel ändern, eben, dass man mit Behin­derung nichts zu tun haben möchte, sich von abwen­det mit der Angst, hof­fentlich nie selb­st betrof­fen zu sein.

Mit Behin­derung leben bedeutet eben zum einen soziale Net­ze zu haben, sich angenom­men zu fühlen, aber auch das Weg von Bar­ri­eren, damit alle ihr zu hause, nach ihren Leben­s­plan find­en kön­nen, auch die Eltern mit einem behin­derten Kind und nicht das Kind wegen ständi­ger Über­forderung und Belas­tung, wegen “unbrauch­baren” Wohn­raum abgeben müssen in ein Heim.

Kat­e­gorie: 



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