Rollstuhl, Pauschale und der März

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Der Roll­stuhl ist geneh­migt samt Kraft­kno­ten, Schie­be­hil­fe und dem “Out­door-Vor­bau”. Ges­tern war die ers­te Sit­zung für den Bau. Das Kind wur­de aus­ge­mes­sen und die Dis­kus­si­on gestar­tet, was wird defi­ni­tiv gebraucht und was könn­te gestri­chen wer­den. Der Roll­stuhl ist geneh­migt bedeu­tet: Es gibt einen Pau­schal­preis für die grö­ße­ren Pos­ten wie der Sitz­scha­le oder dem Fahr­ge­stell. Wenn ein­zel­ne, klei­ne Pos­ten in dem gro­ßen Pos­ten mit Pau­schal­preis gestri­chen wer­den kön­nen, erhöht dies, ver­mut­lich, den Gewinn vom Reha­haus oder anders, sie kön­nen bes­ser wirt­schaft­lich arbeiten.

Dies Sys­tem mit den Pau­scha­len erklärt mir, wie die Kran­ken­kas­sen sich bei den Geneh­mi­gun­gen von Hilfs­mit­teln aus der Ver­ant­wor­tung zie­hen kön­nen. Pau­scha­len, mei­ner Kennt­nis nach, sei­en knapp kal­ku­liert fürs wirt­schaft­li­che Arbei­ten und rech­nen sich für das Sani­täts­haus, wenn sie nicht aus­ge­schöpft wer­den. Alter­na­tiv, das Sani­täts­haus pflegt eine Misch­kal­ku­la­ti­on wie bei Tele­fon­flat­rates. Der eine Pati­ent braucht mehr, der ande­re Pati­ent braucht weni­ger für den “Stan­dard­preis”, wodurch es sich aus­glei­chen könnte.

Lotte wie es istAber mit die­sem Sys­tem kön­nen die Pati­en­ten den wirt­schaft­li­chen Druck des Sani­täts­hau­ses zu spü­ren bekom­men, wenn nach der Geneh­mi­gung ein­zel­ne Hilfs­mit­tel­pos­ten wie­der in Fra­ge gestellt wer­den, zum Bei­spiel die Trom­mel­brem­se. Sie ist doch geneh­migt, den­ken die Pati­en­ten. Rich­tig! Aber die Trom­mel­brem­se ist in der Pau­scha­le drin und braucht die / der Roll­stuhl­nut­ze­rIn die­se wirk­lich? Kann sie raus genom­men wer­den? Der Pati­ent oder des­sen Ange­hö­ri­ge sind gefor­dert, ent­we­der stand­haft zu blei­ben und beja­hen die Not­wen­dig­keit oder sie beu­gen sich. Die Pati­en­ten oder Kun­den kom­men in eine Zwick­müh­le, schließ­lich möch­ten sie gute Qua­li­tät gelie­fert bekom­men. Ein Streit zwi­schen dem Sani­täts­haus und dem Pati­en­ten kann schnell mit Angst behaf­tet sein, als Kun­de schlecht behan­delt und benach­tei­ligt zu werden.

Rollstuhl im März

Zurück zu unse­rem Roll­stuhl. Der Bau wird sich über den gesam­ten Febru­ar hin zie­hen. Warum?

  • Zuerst wird die Sitz­scha­le gebaut, damit die rich­ti­gen Abma­ße für das Fahr­ge­stell geklärt werden.
  • Das Fahr­ge­stell wird gebaut – die Räder mit der Schie­be­hil­fe wer­den ange­bracht. Für die­se Hil­fe wird der Roll­stuhl ver­schickt nach Westdeutschland.
  • Wenn die Räder mon­tiert sind, wird der Roll­stuhl wei­ter trans­por­tiert zum Anbau vom Kraftknotensystem.
  • Dann trifft der Roll­stuhl in Jena ein: Pro­be­sit­zen vom Inten­siv­kind, bevor die Scha­le bezo­gen wird, damit wir und die Phy­sio­the­ra­pie schau­en kön­nen, ob alles stim­mig ist. Ich bin gespannt.

P.S. Ich fra­ge mich, ob die­se Pau­scha­len nicht Inno­va­tio­nen, Ideen und benö­tig­te Son­der­ver­sor­gun­gen im Hilfs­mit­tel­be­reich ver­hin­dern? Nicht jeder chro­nisch Kran­ke kommt mit einer “Stan­dard­ver­sor­gung” gut zurecht und erfährt mit unan­ge­pass­ten Hilfs­mit­tel kei­nen ent­spre­chen­den Aus­gleich sei­ner Behinderung.

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Ein Blog, klei­ne “Skiz­zen” aus dem Inten­siv­Zim­mer, der Füh­rung in der Pfle­ge, als pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge, dass Drum­Her­um, wie die Pfle­ge “lebt”, ihr gut tut, die Teil­ha­be wie in der Schu­le, was die Kranken‑, die Sozi­al­kas­sen … Wir mit­ten drin mit der Linn, unse­rer IntensivLady …

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