IntensivZimmer & Öffnung der Schublade Minimalismus

Seit Anfang 2014 ist zu mir das The­ma „Min­i­mal­is­mus“ 1 wieder durch ver­schiedene Blogs klar­er ins Leben gerutscht, wie in „Die Ent­deck­ung der Schlichtheit“2. Ich bin den AutorIn­nen dankbar. Gut, deut­lich wurde mir auch bei der Web­schau, es beste­ht aktuell ein klein­er Hype auf diese Leben­se­in­stal­lung (oder Leben­sphiloso­phie?); diese taucht wieder­holt in den „großen“ Medi­en auf. Ver­schieden­ste Men­schen zeigen auf, was sie darunter ver­ste­hen. Ein großes The­ma ist die Reduzierung der ange­sam­melten materiellen Dinge (Klei­der, Küchengeräte, Auto). Die Reduzierung dieser auf das Nötig­ste. Ist dies alles?

Seit mein­er Jugend bin ich mit dem The­ma ver­wand, sei es durch die Nähe zum Veg­an, zu Men­schen, die sich auf ihre Pro­jek­te konzen­tri­erten unab­hängig der Kon­sumgüter-Welt, sei es, weil ich ein DDR-Kind bin und die Kon­sumgüter­flut ab der Wende gle­ichzeit­ig wahrnahm mit den Tex­ten vom Psy­cho­an­a­lytik­er Erich Fromm („Haben und Sein“).  Weit­er­lesen “Inten­sivZ­im­mer & Öff­nung der Schublade Min­i­mal­is­mus”

Leben, Tod und Sterben in ARD Themenwoche

Die ARD hat gestern ihre The­men­woche “Leben mit dem Tod” ges­tartet. Viele Beiträge des rechtlich-öffentlichen Fernse­hens und Radios wid­men sich eine Woche lang diesem The­ma, bis hin zur Krim­is­erie “Tatort”.

Einen Überblick zu den Beiträ­gen gibt es unter:

https://web.ard.de/themenwoche_2012/

Ein Teil der Beiträge aus Fernse­hen oder Radio kön­nen in der Mediathek auch nachge­hört wer­den.

Gestern lief im dra­dio Kul­tur die Gesprächssendung “Radiofeuil­leton – im Gespräch” mit einem sehr inter­es­san­ten Beitrag über “Leben mit Tod und Ster­ben”. Die Anrufer/innen in der Sendung sprachen auch das The­ma “Kinder” an.

Die gesamte Diskus­sion kann nachge­hört wer­den unter:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/imgespraech/1923914/

 

Vergessen die Illusion

Ich habe sie vergessen, die Trau­rigkeit, das Lächeln, dein Lächeln und wie sich deine Haarsträhne ver­fängt in mein­er Hand. Die Gedanken unge­formt, kein Laut, keine Stimme. Ich denke darüber nach, dein Gehen, dein Ver­fan­gen mit dem Tod, dem Ster­ben, wenige Jahre, die du uns begleitest. Eine wertvolle Zeit, welche ist es nicht. Jede Zeit, die ich ver­gaß, die hin­ter mir liegt, die vor mir liegt. Nur im Augen­blick möchte, wird die Zeit mit Unacht­samkeit ges­traft, wenn es einem zuviel wird, wenn man nur darauf wartet, wann der näch­ste Crash fol­gt. Es ist immer ein Karten­haus, das wir bauen, dass wir mit einem Atemzug zer­stören. Es bedarf kein­er Hand, die Illu­sion zu zer­streuen. Es bedarf nur deinem ausste­hen­den Atemzug, das Warten auf dem Näch­sten, um die Illu­sion über unser Sein zu zer­stören.

Begräbnis, dem Wie, die Kosten und Palliativ

Mit einem lebensverkürzt erkrank­ten Kind kommt man nicht an die Fra­gen vor­bei, welche eigentlich erst über den 50 Leben­s­jahr langsam zum The­ma wer­den: Die Vor­sorge, also was ist zu tun im Todes­fall und wo und wie soll mein Kind begraben wer­den. Die erste Zeit ver­drängt man es immer wieder und doch wird klar, man muss sich diesen Gedanken näh­ern. Und wir, so denke ich, sind es auch denen schuldig, welche jahre­lang unsere Lady begleit­et haben, ob es nun die Schwest­ern und Pfleger  vom Pflege­di­enst sind, ob der Kinder­garten, die Ther­a­peuten oder die Ärzte. Alle haben sie ihr Recht, ihren eige­nen, per­sön­lichen Abschied vom Kind zu nehmen.

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Sozialgericht & Kinderhospiz: Aus für Hospizpflege

Die Klage vor dem Sozial­gericht Altenburg um die Ablehnung der Hos­pizpflege von der BKK für Heil­berufe wurde abgewiesen. Als let­zter Satz heißt es in dem Gerichts­bescheid:

Vor diesem Hin­ter­grund stimmt die Kam­mer der Auf­fas­sung des MDK zu, dass es sich bei der Unter­bringung des Kindes in einem Kinder­hos­piz um eine Fehlbele­gung han­delt und statt dessen ein Schw­er­stpflege­heim gefun­den wer­den sollte, das Erfahrun­gen mit
schw­er­stpflegebedürfti­gen, beat­mungspflichti­gen Kindern hat.” Sozial­gericht Altenburg. S30 KR 3729/07. 05/2009<--break->

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Kinderhospiz vs. Erholungsurlaub vs. vollstationäre Pflege

Voll­sta­tionäre Pflege, etwas, was zum The­ma wer­den kann bei Fam­i­lien mit einem schw­er behin­derten Kind, wenn es eben nicht mehr klappt mit der häus­lichen Pflege. Die Pflegeper­son ist über­fordert oder aus­ge­fall­en, wie auch immer. Geht die Reise ins Kinder­hos­piz, dann geht es zu Hause eben auch nicht mehr. Aber um die Leis­tung „voll­sta­tionäre Pflege“ zu bekom­men im Kinder­hos­piz, dafür braucht es wohl …

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Lindenstraße: Die eigene Stimme des Kranken

Wenn es Zeit ist zu gehen, dann muss man sich damit abfind­en. So ist das eben.” Erich Schiller in ARD-Serie: Lin­den­straße, Folge 1219, “Ja oder Nein”.

In der Folge wurde es zu einem wichti­gen The­ma, die Frage: Welchen Ein­fluss haben die Ange­höri­gen auf den Schw­erkranken? Kämpft er weit­er gegen die Krankheit, gegen den Tod und erhöht so vielle­icht sog­ar noch sein Lei­den, bloß weil die Ange­höri­gen nicht wollen, dass er die Ther­a­pi­en abbricht, weil er eben die Zeit für sich sieht zu gehen. Bei Eltern schw­er kranker Kinder kann es sog­ar nach schwieriger sein. Lassen sie ihr Kind gehen oder streben sie den näch­sten Ther­a­pi­eschritt an, obwohl sog­ar ärztliche Mei­n­un­gen kaum einen Erfolg sehen?

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Patentenverfügung und der Wille des Kindes

Es gehört sicher­lich zu den heftig­sten und schwierig­sten Auf­gaben von Eltern eines schw­er erkrank­ten Kindes, zu entschei­den, ab wann man das Kind aus dem Leben gehen­lässt. Schwieriger oder leichter wird es vielle­icht, wenn das Kind schon älter ist und selb­st dazu seinen Stand­punkt findet.Ab wann begin­nt der let­zte Schritt im Leben wirk­lich? Wie kann ich wis­sen, ob eine spon­tane Krise bedeutet, dass die Krankheit dem Leben jet­zt das Ende aufge­baut hat? Oder ob diese Krise mit Atem­still­stand und Herzrhyth­musstörung nur ein Aus­rutsch­er ist, eine “banale” Fehlfunk­tion des Gehirns? Zu groß ist diese Last, über­mächtig schwebt sie immer hin­ter einem – rea­n­imiert man das Kind und doch war der Zeit­punkt ungün­stig. Let­z­tendlich gewin­nt man zwar über den Tod, doch erlei­det das Kind einen schw­eren Sauer­stoff­man­gel mit dem Resul­tat: Wachko­ma und somit ein­er weit­eren Min­derung der Leben­squal­ität.
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