Der Eigenanteil und das Sondenkind

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Ja, wie geht es denn – Ruhe, das gibt es nicht. Da hat nicht mal ein The­ma sein Ende gefun­den, die Sache mit den Heil­mit­teln in den inte­gra­ti­ven Kitas, so rollt schon das Nächs­te an. Der Eigen­an­teil bei eini­ge Medi­ka­men­ten ist jetzt gestie­gen oder neu dazu gekom­men. Nun, ich mei­ne jetzt nicht die Zuzah­lung, die 5 oder 10 Euro, wel­che man leis­ten muss pro Packung, son­dern es gibt oben­drauf noch einen Eigen­an­teil. Die­ser besteht dann, wie bei Hilfs­mit­teln, wenn das “gewünsch­te” Prä­pa­rat mehr kos­tet als der von den Kran­ken­kas­se fest­ge­leg­te Preis für den “Wirk­stoff”, also letzt­end­lich der Preis vom bil­ligs­ten Medi­ka­ment mit dem glei­chen Wirk­stoff oder sogar der Wirk­stoff­grup­pe, wie den Pro­to­nen­pum­pen­hem­mer, auch Pro­to­nen­pum­pen-Inhi­bi­to­ren (PPI) genannt. Also der Fest­preis ent­spricht dem zumeist bil­ligs­ten Gene­ri­ka oder für eine The­ra­pie genau­so wirk­sa­me, aber preis­wer­te­re, Medi­ka­ment. Seit wann: dem 1. Juni.

An sich ist die­se Rege­lung kein Pro­blem für einen Pati­en­ten, wenn er auf das bil­ligs­te Prä­pa­rat, ohne Eigen­an­teil, umstei­gen kann. Doch ist dies nicht in jedem Fall gege­ben, wie bei den Pati­en­ten, wie auch unser Kind, mit einer Magensonde.

Denn das Inten­siv­kind bekommt zum Bei­spiel einen Pro­to­nen­pum­pen­hem­mer, damit nicht zu viel Magen­säu­re pro­du­ziert wird, und sie braucht, da sie nicht über den Mund Essen und Trin­ken kann, immer die Vari­an­te von den Medi­ka­men­ten, wel­che ent­we­der flüs­sig sind oder auf­ge­löst wer­den kön­nen, um die­se son­die­ren zu kön­nen. Doch sind die meis­ten Pro­to­nen­pum­pen­hem­mer, wie Pan­to­zol, nicht son­den­gän­gig, da sie nicht zer­rie­ben oder gemö­sert und nicht vor der Gabe auf­ge­löst wer­den dür­fen. Der Grund, ganz sim­pel: Das Medi­ka­ment wür­de dadurch kaputt gehen und wirkt nicht mehr.

Aber wären da nicht klu­ge Phar­ma­ent­wick­ler, die einen Pro­to­nen­pum­pen­hem­mer ent­wi­ckelt haben, der auf­ge­lös­te wer­den darf, und er macht dies, obwohl er nicht zer­rie­ben wer­den darf. Dadurch kann es son­diert wer­den. Zwei Prä­pa­ra­te sind dafür auf dem Markt: Nexi­um mups und Antra mups. Doch sind bei­de Medi­ka­men­te nun teu­rer als der Fest­be­trag  erlaubt, sprich, wir wer­den “gezwun­gen” einen Eigen­an­teil zu zah­len, obwohl wir damit erst die Grund­ver­sor­gung, die The­ra­pie, sichern. Es gibt kei­ne bil­li­ge Alternative.

Das ist genau­so, wie die Sache mit dem Win­ter­schlupf­sack, wo die Kran­ken­ver­si­che­rung auch auf ihren Fest­be­trag zuerst bestand, obwohl es für das Kind, auf­grund ihrer Erkran­kung und Behin­de­rung kei­nen pas­sen­den Schlupf­sack gibt, wel­cher so viel wie der Fest­be­trag kostet.

Was tun? Nun die Kran­ken­kas­sen sind zur Sach­leis­tung ver­pflich­tet und müs­sen eine Grund­ver­sor­gung gewähr­leis­ten. Doch wenn der Fest­be­trag nicht aus­reicht, um die Ver­sor­gung zu sichern, müss­te, eigent­lich wie es auch bei Hilfs­mit­tel ist in der Recht­spre­chung, die Kran­ken­kas­se die­sen Eigen­an­teil übernehmen

Zur nähe­ren Erläu­te­rung: http://www.schwerhoerigen-netz.de/main/berichte.asp?inhalt=200701

Noch ein Wort zur Zuzah­lung und Eigen­an­teil. Dies sind zwei ver­schie­de­ne Din­ge. Der Haupt­un­ter­schied liegt mit dar­in, dass es bei der Zuzah­lung, die gesetz­lich ver­an­kert ist, eine Belas­tungs­gren­ze gibt, die abhän­gig ist von der wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on des Pati­en­ten. Der Eigen­an­teil kommt, wenn man noch zu zah­len muss, oben drauf und für ihn gibt es kei­ne “Belas­tungs­gren­ze”, da in der Regel oder so soll­te es sein, der Fest­be­trag die Grund­ver­sor­gung abdeckt.

Der Eigen­an­teil ist eigent­lich dann zu leis­ten, wenn ich zusätz­li­che “Din­ge” brau­che, zum Bei­spiel bei Hilfs­mit­tel, womit die Behin­de­rung nicht bes­ser aus­ge­gli­chen wird, aber das Hilfs­mit­tel “attrak­ti­ver” machen, zum Bei­spiel ein beson­de­re Bezug für den Rollstuhl.

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Ein Blog, klei­ne “Skiz­zen” aus dem Inten­siv­Zim­mer, der Füh­rung in der Pfle­ge, als pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge, dass Drum­Her­um, wie die Pfle­ge “lebt”, ihr gut tut, die Teil­ha­be wie in der Schu­le, was die Kranken‑, die Sozi­al­kas­sen … Wir mit­ten drin mit der Linn, unse­rer IntensivLady …

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