Gewalt in der Pflege — in der Tagesstätte

Gewalt in der Pflege — nun das sie ist nicht nur im häus­lichen Bere­ich ein The­ma, son­dern spielt auch in den Ein­rich­tun­gen bis in die Klinik keine geringe Rolle. Für manchen ist diese Gewalt sog­ar noch viel eher im Kopf einge­bran­nt, als das diese auch in der Fam­i­lie stat­tfind­et. Schließlich, so lautet eine These, die Pflegekräfte, Erzieher oder son­stige Betreuer lieben das behin­derte Kind nicht wie die Mut­ter. So ver­wun­dert es einem nicht, wenn man von Fehlver­hal­ten bis hin zu Mis­shand­lun­gen am behin­derten Men­schen aus Ein­rich­tun­gen hört und doch erschreckt man immer wieder, wenn eine solche Nachricht zu einem vor­dringt. Der Schreck baut sich dann noch zum Schock auf, wenn es Fre­unde trifft und so alles zu einem klaren Bild wird, wie let­zte Woche.

Ort: eine Tagesstätte für behin­derte Kinder, wohin eine Fre­undin von uns ihren Nach­wuchs schickt. Dort waren nun die Kinder betrof­fen gewe­sen von ein­er Erzieherin, die beson­ders bei ihren “Füt­ter­ak­tio­nen” auf­fäl­lig wurde in der Gruppe. Ihren, also der Fre­undin, schw­er behin­dertem Kind soll sie die Mit­tags­flasche so heftig in den Mund geschoben haben, dass man es an den Zäh­nen klack­en gehört hätte. Dabei soll die Kleine ziem­lich derb fest­ge­hal­ten wor­den sein, damit die Erzieherin die Flasche mit dem Nuck­el im Mund kräftig hin und her bewe­gen kon­nte. Das Kind selb­st kon­nte bei diesen Aktio­nen nichts weit­er als sich nur ver­schluck­en. Die Abwehr der Flasche, dass es diese nicht mehr mag, sei mit Gewalt unter­drückt wor­den. Auch soll ihre Tochter am Ende der Mahlzeit aus kein­er gerin­gen Höhe fall­en gelassen wor­den sein in die “Kusch­elecke”. Der Grund hier sei gewe­sen: Das Kind hätte gespuckt, wobei etwas auf das Hemd der Erzieherin ging, die sich so dem Kind entledigte, um ihr Hemd zu säu­bern. Das Kind musste dann durch den unsan­ften Fall erst recht erbrechen. Aber dabei soll sich die Betreuerin erst um sich selb­st geküm­mert haben, anstatt dem Kinde zu helfen.

Nun, so kann sie ausse­hen, die Gewalt in der Pflege, wobei hier noch ein­fließt, dass die Täterin keine Ein­sicht zeigen soll, falsch gehan­delt zu haben. Und das bish­erige Ende ist nun für die betrof­fe­nen Kinder: Sie haben jet­zt alle Füt­teräng­ste, was ein beste­hen­des Prob­leme ver­schärft: Bei vie­len behin­derten Kindern ist das aus­re­ichende Essen und Trinken eh schon ein fast unlös­bar­er Konflikt.

Gegen die Erzieherin, welche aktuell sus­pendiert sei, läuft nun ein Strafver­fahren. Am Ende erfuhr ich noch, dass die Erzieherin aber nicht sofort nach den ersten Vor­fällen sus­pendiert wor­den sei, son­dern erst nach unge­fähr zwei Monat­en. Die Eltern der betrof­fe­nen Kinder haben auch erst jet­zt davon erfahren, im Herb­st, obwohl diese Dinge schon vor dem Som­mer stattge­fun­den haben sollen.

Ich glaube kaum, dass man so gehan­delt hätte bei gesun­den Kindern, da diese den Eltern solche “Sto­ries” sicher­lich erzählt hät­ten. Aber bei schw­er behin­derten Kindern, die selb­st nicht gut kom­mu­nizieren kön­nen und den Eltern also nichts bericht­en kön­nen, da kann man es sich wohl “leis­ten” solche Per­so­n­en auch weit­er zu beschäfti­gen. Eine Schlussfol­gerung für mich ist, um Gewalt in der Pflege zu begeg­nen, dass man nicht nur eine mögliche Über­las­tung von Pfle­gen­den ent­ge­gen steuert, son­dern auch inte­gra­tive Ein­rich­tung aus­baut, da nicht­be­hin­derte Kinder wie ein Schutzschild wirken kön­nen, weil sie ja den Eltern oder anderen bericht­en kön­nen, wie sich die oder der Erzieher verhält.

Kat­e­gorie: 



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