Mitleid vs. Heuchelei

Mitleid, nun das ist ein Thema, wenn man mit einem schwer kranken oder behinderten Kind vor die Haustür tritt, aber auch in der Großfamilie zeigt sich dies. Da wird nicht von Traurigkeit geredet (eure Situation macht mich traurig), sondern von "Ihr tut mir aber leid." Nun, wie die Menschen ihre Gefühle nach außen hin darstellen bildet auch immer eine gesellschaftliche Konvention ab, die sie so gelernt haben.

Somit muss man es ein Stück weit akzeptieren, wenn sie von "es tut mir leid" reden, also über ihr Mitleid die Trauer darüber ausdrücken. Doch was ich hierbei nicht akzeptieren kann und möchte, ist Heuchelei, sprich, wenn ein Mensch mit schwerer Krankheit oder Behinderung betroffen ist und der andere gegenüber zerfließt fast vor Mitleid, obwohl er den betroffenen Menschen gar nicht oder nur kaum kennt (oder wenn die Leute im Mitleid oder der Traurigkeit stecken bleiben). Doch wie erkennt man die Heuchelei? Ein Lösung habe ich jetzt gefunden von Klaus Kinski "Jesus Christus Erlöser":

"Wenn ihr aber Gutes tut aus Überzeugung, so seht nicht verkrampft und trübselig aus wie die Heuchler! Denn die entstellen ihr Gesicht, damit sie mühselig und leidend aussehen!" (S. 15. Kinski, Klaus. Jesus Christus Erlöser und Fieber - Tagebuch eines Aussätzigen. Verlag Suhrkamp Taschenbuch. 1. Auflage. 2006)

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Dirk Strecker

Er arbeitet im und führt das PflegeTeam von Linn im Arbeitgebermodell (PflegeTeam bei Zitronenzucker) - gepaart mit seinen Erfahrung aus der Leitungsarbeit in ambulanten Kinderkrankenpflege / Intensivpflege. D.S. administriert Selbsthilfe-Webprojekte und wirkt vor Ort mit bei Themen der Selbsthilfe, Integration - Inklusion und der Kinderhospizarbeit. Er war Koordinator für den Kinderhospizdienst und berät jetzt beim Bundesverband Kinderhospiz.

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