Pränataldiagnostik, Abtreibung und die 90 Prozent

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Immer wenn man auf das The­ma Prä­na­tal­dia­gnos­tik und Abtrei­bung stößt, da wird es schwer. War­um? Die Unsi­cher­heit, ganz klar, etwas fal­sches zu sagen, gegen die “gute” Ethik zu ver­sto­ßen. Das wäre ein Punkt und dann, Abtrei­bung von einem “behin­der­ten” Fötus als Idee, man kön­ne der Natur einen Strich durch die Rech­nung machen. Ist es die Idee, eine Welt zu schaf­fen ohne Krank­heit, ohne Leid und ohne Behin­de­rung? Letzt­end­lich eine Welt ohne Far­be. Und “man hat einen Punkt nicht ver­stan­den”: Das Leben kann man der Schön­heit wegen zwar auf Rosen bet­ten, aber selbst Rosen haben Sta­cheln. Jetzt möge jemand sagen, was ich hier ver­zap­fe, hilft der all­ge­mei­nen Dis­kus­si­on beim Schwan­ger­schafts­ab­bruch auch nicht wei­ter und wo will ich mit mei­nen Wor­ten hin?

Nun, ich als Mensch kann nicht sagen, wel­ches Leben wel­che Bedeu­tung hat. Also darf oder kann ich mich als die Natur, der Wil­le der Evo­lu­ti­on an sich “aus­pro­bie­ren”? Dar­auf folgt mit Blick zum Ende mei­nes Hori­zonts ein Nein, aber ich kann sagen: Die Qua­li­tät der Huma­ni­tät einer Gesell­schaft lässt sich mit der Ein­stel­lung zur Behin­de­rung erhben. Wenn die Dia­gno­se: “Sie wer­den ein behin­der­tes Kind gebä­ren.” Angst und Abnei­gung aus­löst, dann ist dies ein Merk­mal über den Umgang mit Krank­heit und Behin­de­rung in der Gesell­schaft an sich und der Rei­fe der Men­schen. Dane­ben setzt die Gesell­schaft Tech­ni­ken ein, wel­che wie­der­um zur Behin­de­rung und Krank­heit füh­ren. Sei­en es Waf­fen, sei es die Radio­ak­ti­vi­tät oder unzäh­li­ge Che­mie­pro­duk­te oder aber auch eine Medi­zin, die nach man­cher Mei­nung über ihr Ziel hin­aus schießt wie bei der Ret­tung von Extrem­früh­chen. Ein Kon­flikt, eine Ambi­va­lenz und man hat den Druck im Nacken: “Du musst dich für eine Mei­nung ent­schei­den.” und dann kommt das Wis­sen, das sich in dem Zitat ausdrückt:

Nicht kör­per­li­che oder geis­ti­ge Beein­träch­ti­gung als sol­che, son­dern deren sozia­le Fol­gen, die Reak­ti­on der Ande­ren las­sen behin­der­te Men­schen in ers­ter Linie an ihrem Leben ver­zwei­feln.” (Zitat: Bischof Franz Kam­p­haus aus: “S. 57. Hin­s­ber­ger, Gise­la. Weil es dich gibt. Ver­lag Her­der. 2007”)

Man möch­te die Augen ver­schlie­ßen, nichts dar­über schrei­ben, da man denkt, man tritt ande­ren auf die Füße, man möch­te doch gefal­len. Und dann liest man “rich­tungs­wei­sen­de Sät­ze” auf dem baby­blog , die bei die­sem The­ma eine fes­te Posi­ti­on haben. Sät­ze, die her­aus­ge­fil­tert sind aus einem Arti­kel . Und dort fällt die Zahl: 90. Beim Down­syn­drom ent­schei­den sich über 90 Pro­zent gegen das Kind, je nach Stu­die, und ein Groß­teil der Behin­de­rung, also 90 Pro­zent, ent­ste­hen erst bei der Geburt oder danach.

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Ein Blog, klei­ne “Skiz­zen” aus dem Inten­siv­Zim­mer, der Füh­rung in der Pfle­ge, als pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge, dass Drum­Her­um, wie die Pfle­ge “lebt”, ihr gut tut, die Teil­ha­be wie in der Schu­le, was die Kranken‑, die Sozi­al­kas­sen … Wir mit­ten drin mit der Linn, unse­rer IntensivLady …

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