Vom Tee zum Mitleidsgeschäft

Sog­ar der Gang in einem Tee­laden kann zu ein­er Belas­tung­sprobe wer­den, wie das fol­gen­den Erleb­nis zeigt. Belas­tung, nun wenn jemand mit seinem Mitleid den Betrof­fe­nen noch auf die Ner­ven tritt, da fällt einem … Lesen Sie selbst:

In einem engen Tee­laden, wo der Reha­jog­ger mit Inten­sivkind ger­ade so rein passt.

„Guten Tag, wir haben aus Ihrem Laden einen Kräuter­tee geschenkt bekom­men, der uns sehr gut schmeckt. Jet­zt bräucht­en wir Nachschub.“

„Gerne, schmeckt er nur Ihnen oder auch Ihrer Tochter?“

„Sie kann nicht trinken, sie bekommt alles über eine Sonde.“

„Oh du großer Schreck, das ist ja furcht­bar!“, der Bedi­enung fällt die Tüte aus der Hand.

„Naja.…“

„Schreck­lich, sowas schlimmes, .…“ ver­haspel­tete sie sich mit großen Augen.

„Naja, bitte nicht jet­zt vor Mitleid zusammenbrechen.“

„Nein, nein, schon gut. Ich kann Sie gut ver­ste­hen, uns wäre es beina­he genau­so ergangen.“

„Aha“

„Meine Tochter kam 6 Wochen zu früh, ich bin ein­fach zuhause umge­fall­en und kein­er hat meine Krankheit erkannt.“

(Bitte, ich möchte nun wirk­lich nur Tee kaufen und dann nach Hause. Ich hat­te Dienst und muss noch 1,5 km nach Hause laufen.)

„Hmmm.…“

„Aber es ist alles gut gegan­gen dann mit Ihr, zum Glück“

„Das ist schön!“

„205 g, ist das in Ordnung?“

„Ja, gerne!“

„Und was ist das für eine Krankheit, die Ihre Tochter hat?“

„Eine Gehirn­fehlbil­dung.“

„Oh Schreck, wie furcht­bar. Und hätte man das nicht in der Schwanger­schaft ver­hin­dern können?“

(HALLO?? Reden wir jet­zt drüber, ob mein Kind bess­er abgetrieben wor­den wäre?)

„Nein.“

„War’s das? Oder bekom­men Sie noch etwas?“

„Nein, Danke, das war’s.“ (Geld und Ware wech­seln die Besitzer.)

„Auf Wieder­se­hen und alles alles Gute in Ihrem weit­eren Leben und Kraft … und … und…“

Auf dem Weg nach draußen eilend ein „Tschüss“
[City. Jena. 13.08.07]

Kat­e­gorie: 



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