Der Widerspruch und die Hospizpflege (Regenbogenland)

Im April bekamen wir die Aussage von der Krankenversicherung, dass unser Widerspruch von der Ablehnung der Hospizpflege für den Aufenthalt im Regenbogenland (Kinderhospiz Düsseldorf) im November 2007 nicht angekommen sei. Nun gut, er ging damals fristgerecht per Fax raus und nicht über die gelbe Post, was wir als Antwort schrieben, und diese wieder per Fax und mit der gelben Post versendeten.

Positiv hierbei ist, unsere Aussage wurde akzeptiert und das Widerspruchsverfahren "eröffnet". Und das Negative: Der Widerspruch wird abgelehnt, die Sache geht nun an den Widerspruchsausschuss, wo wir sicherlich nichts anderes erwarten dürfen, als das auch dieser Widerspruch zur Ablehnung der Hospizpflege in eine Klage mündet. Ja, sie, das Intensivkind, stürbe halt nicht in 72 Stunden. Diese Zahl erhielt ich indirekt als Antwort oder Ergebnis in einem Schreiben vom MDK Nordrhein. Denn der MDK-Arzt aus diesem Landkreis lehnte im Herbst die Hospizpflege per Aktenlage ab, da das Kind nicht in der Finalphase sei. Der Nicht-Empfehlung folgte auch die BKK.

Ein Schreiben an dem MDK Nordrhein über diese Art der Begutachtung und dessen Ergebnis folgte, damals, von uns nach der Ablehnung und ergab, dass sich eben die eigentliche Sterbephase, also die Finalphase, auf die letzten 72 Stunden des Lebens beziehen würde. Letztendlich würde dies aber auch für mich bedeuten, dass Kinder ungleich behandelt werden gegenüber Erwachsenen. Denn Erwachsene bekommen Hospizpflege, laut des bestehenden Rahmenvertrags, wenn sie ein Prognose haben, dass sie innerhalb der nächsten Monaten oder Wochen versterben. Beim Kind ist die Prognose also kürzer, auf Stunden beschränkt.

Nein, laut den Richtlinien der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) muss ein Kind nicht in einem so kurzen Zeitraum versterben, um Anspruch auf Leistungen der Palliativversorgung zu erhalten. Dies wäre auch fatal und wer bitte gibt eine solche Prognose. (Vielleicht dann, wenn das Kind im Leberkoma liegt und keine Leber "verfügbar" ist.)

Heute ging noch eine letzte Stellungnahme in diesem Widerspruchsverfahren an die Kasse. Wir durften uns noch einmal zur Ablehnung des Widerspruchs äußern. Dem folgten wir, denn schließlich war das MDK-Gutachten unzureichend, finden wir, und auch haben wir erst vor kurzem eine Antwort vom MDK-Nordrhein erhalten, mit Hilfe des Landesdatenschutzbeauftragten von Nordrhein-Westfalen, welche Dokumente nun zu dieser Feststellung geführt haben, eben dass unser Kind nicht in der Finalphase gewesen sei und kein Anspruch hätte auf Hospizpflege. Sie nannten ein Gutachten von der Uniklinik Jena, was uns auch vorliegen würde. Ich vermute, sie meinen die Prognose der Uni-Klinik, welche da lautet: "Hieraus ergibt für den Einzelfall das zu jedem Zeitpunkt gegebene Risiko eines "unvorangekündigten" Todes"

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Dirk Strecker

Er arbeitet im und führt das PflegeTeam von Linn im Arbeitgebermodell (PflegeTeam bei Zitronenzucker) - gepaart mit seinen Erfahrung aus der Leitungsarbeit in ambulanten Kinderkrankenpflege / Intensivpflege. D.S. administriert Selbsthilfe-Webprojekte und wirkt vor Ort mit bei Themen der Selbsthilfe, Integration - Inklusion und der Kinderhospizarbeit. Er war Koordinator für den Kinderhospizdienst und berät jetzt beim Bundesverband Kinderhospiz.

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